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Die Rahdener Heinzig-Gruppe kauft das Bauprojekt der insolventen Glas-Metall-GmbH

Ein Millionen-Projekt nimmt Fahrt auf

Rahden (WB). Aufatmen an der Seufzerallee: Die Bauarbeiten am geplanten Standort der mittlerweile insolventen Glas-Metall gehen weiter. Seit gestern ist auch klar, wer der neue Inhaber und Bauherr des Objekts sein wird: Die Heinzig-Gruppe hat das Gelände erworben und plant dort ihren neuen Firmensitz.

Ingo Notz

Heinzig statt Glas-Metall: Die Baustelle an der Seufzerallee hat einen neuen Bauherrn bekommen. Foto: Archiv/Michael Nichau

„Es ist alles in trockenen Tüchern, dass wir das übernehmen“, bestätigte Geschäftsführer Mario Heinzig im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT die Informationen dieser Zeitung, dass seine Firma den ins Stocken geratenen Bau übernehmen wird. In zwei Hallen stehen Heinzig damit künftig 6400 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung – plus zusätzlichem Ausbaupotenzial.

Am bisherigen Standort „Auf der Welle“ in Rahden bleibt künftig die Alpha Oberflächentechnik, alle anderen Arbeitsplätze finden an der Seufzerallee ihr neues Zuhause. Das aktuelle Firmengelände in Rahden sei „historisch gewachsen“, betonte Mario Heinzig die Wurzeln seines Familienunternehmens in Rahden, aber dadurch sei es nach insgesamt sechs Bauphasen in den vergangenen rund 70 Jahren auch nicht mehr funktionell auf dem neuesten Stand: „Sei es von den Verkehrswegen oder von den eher flachen Hallen: Da ist vieles nicht so, wie man es heute bauen würde.“ Für den neuesten Stand der Planungstechnik sei auf nun 38000 Quadratmetern genug Platz vorhanden, zudem biete das Areal um die zwei bereits im Bau befindlichen Hallen zusätzliche Kapazitäten für weitere 9000 Quadratmeter Hallenfläche, wenn dafür der Bedarf entstehen sollte. Am neuen Standort „können wir Abläufe nun optimieren“, freut sich Mario Heinzig auf den nächsten großen Schritt in der Unternehmensgeschichte. Geplant ist, dass die unterbrochenen Bauarbeiten bis zum kommenden Winter so weit sein werden, dass die Hallen im Winter wetterfest sind und weiter ausgebaut werden können, nachdem seit der Insolvenz des bisherigen Bauherrn im Februar die Arbeiten auf der Baustelle geruht haben. Mit der Fertigstellung des gesamten Bauprojekts ist im kommenden Jahr zu rechnen: Heinzig möchte den Umzug zum Jahreswechsel 2021/22 über die Bühne bringen. „Für unsere Kunden entsteht so kein Nachteil, das wird ein reibungsloser Übergang. Mit paralleler Produktion haben wir ja in der Vergangenheit auch schon gute Erfahrungen mit 2CUT gemacht“, verweist Mario Heinzig auf die Inbetriebnahme des Standorts in Lavelsloh im vergangenen Jahr. Dort verarbeiten 45 Mitarbeiter knapp 2100 Tonnen Metall jährlich. Neben Rahden und Lavelsloh ist die Heinzig-Group mit weiteren Standorten in Hille und Garbsen im Inland vertreten, international ist das Unternehmen bisher mit einer Produktionsstätte in Moldawien aktiv. Eine internationale Expansion sei derzeit nicht geplant, unterstreicht Mario Heinzig: „Moldawien wird unser einziger Standort im Ausland bleiben!“ National sei ein weiterer Ausbau der Unternehmensstandorte dagegen perspektivisch durchaus denkbar: „Im Inland kann ich weitere Standorte nicht ausschließen!“ Erst einmal gelte es aber, weiterhin sicher und weiterhin ambitioniert durch die unsicheren Corona-Zeiten zu kommen. Am Firmensitz sei das Hauptaugenmerk dabei weiterhin auf gesundes Wachstum gerichtet – bei der Verwirklichung dieses Vorhabens sieht sich Mario Heinzig auf einem guten Weg: „Wir sind überall gut aufgestellt!“ Zum Kaufpreis wollte Heinzig keine genaueren Angaben machen: „Mit einer Million kommen wir da sicher nicht hin. Wir wissen, was wir investieren. Dass das im siebenstelligen Bereich ist, ist ja klar.“

Sehr erfreut über die neuesten Neuigkeiten von der Seufzerallee zeigte sich gestern Nachmittag im Gespräch mit der RAHDENER ZEITUNG auch Dieter Drunagel, der zuständige Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung der Stadt Rahden: „Das ist ein toller Schritt, eine sehr gute Entwicklung für den Bereich, super! Das ist sehr gut für Rahden: Wir freuen uns sehr, dass es da nun weitergeht!“

Insolvenz bei Glas-Metall

Erst im März 2019 erfolgte der Spatenstich für den Neubau der Firma Glas-Metall im Rahdener Industriegebiet Süd. Aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens ist das geplante Gebäude aber nicht weiter gebaut worden. Anfang des Jahres musste die Rahdener Firma Glas-Metall wegen Liquiditätsschwierigkeiten einen Insolvenzantrag stellen. Rechtsanwalt Dr. Yorck Tilmann Streitbörger, der das Verfahren als Generalbevollmächtigter begleitet, hatte auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt, dass das Insolvenzverfahren Anfang Mai eröffnet worden ist. Erst im März 2019 erfolgte bei Glas-Metall der Spatenstich für das Millionen-Projekt, einen neuen Firmensitz für das Unternehmen zu schaffen. An der Seufzerallee erwarb das Unternehmen von der Stadt Rahden seinerzeit ein 37.000 Quadratmeter großes Grundstück. Dort sollten zwei Fabrikationshallen und ein repräsentatives Bürogebäude entstehen. Stattdessen werde der Betriebssitz nun am derzeitigen Standort in der Nähe des Bahnhofs bleiben.

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