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Alt-Espelkämper feiern 25-jähriges Bestehen des Paul-Gerhardt-Hauses

Ein Ort, der Menschen verbindet

Rahden/Alt-Espelkamp (WB). »Es ist so voll wie damals.« Pfarrerin Gisela Kortenbruck hat schon am Morgen über das ganze Gesicht gestrahlt. Bereits zum Festgottesdienst war das Alt-Espelkämper Paul-Gerhardt-Haus voll besetzt.

Anja Schubert

Die Trommelgruppe und der Gospelchor Rahden haben unter Leitung von Andrea Erdbrügger (rechts) den Startschuss für das abwechslungsreiche Gemeindefest am Nachmittag am Paul-Gerhardt-Haus in der Altgemeinde Espelkamp gegeben. Foto: Anja Schubert

Auch am Nachmittag kamen viele Besucher auf das Areal um das Gotteshaus. Denn mit zahlreichen Gemeindemitgliedern wurde das 25-jährige Bestehen jenes Gebäudes gefeiert, das der Bevölkerung seit einem 25 Jahren eine »kirchliche Bleibe« bietet. Es war ein buntes Fest für alle Generationen, ein Tag mit vielen Begegnungen, freudigen Wiedersehen und ganz, ganz vielen Erinnerungen.

Der Gebäudekomplex Paul-Gerhardt-Haus und Dorfgemeinschaftshaus, hätte das Gelände Herzen der Altgemeinde werden lassen. »Ein Ort, an dem man sich trifft, gesellige Stunden verbringt, aber auch gemeinsam trauert, Trost erfährt, frohe Stunden verbringt, musikalische und kulturelle Interessen pflegt«, erinnerte Pfarrerin Kortenbruck im Gottesdienst und zeigte den symbolischen Schlüssel, den Architektin Anke Kükelhan vor 25 Jahren zur Einweihung übergeben hatte.

Immer gute Zusammenarbeit

Nicht nur das Zusammenwirken von Kirche und Kommune habe etwas ganz besonderes hervorgebracht, betonte auch Werner Milstein, der als damaliger Pastor den Bau in langen Gesprächen mit der Stadt auf den Weg gebracht hatte und am Sonntag als Gast zurückkehrte. Nicht umsonst trage das Gebäude den Namen Paul Gerhardts, denn Kirchenmusik besäße hier, nicht zuletzt wegen der hervorragenden Akustik, einen hohen Stellenwert. Im Gottesdienst am Morgen und in der Andacht zum Ausklang am Nachmittag erklangen Lieder mit Texten des evangelischen Theologen.

Auch wenn der Posaunenchor mangels Besetzung nicht spielen konnte, bot das Programm mit der Kantorei Rahden, Kantor Thomas Quellmalz an der Orgel im Gottesdienst und Sabine Matthäus im parallel gehaltenen Kindergottesdienst sowie am Nachmittag mit »Bines Tonleiterspatzen« sowie dem Gospelchor Rahden und der Trommelgruppe – beide unter Leitung von Andrea Erdbrügger – musikalische Glanzpunkte.

Gruppen aus der Gemeinde eingebunden

Die EsKaRi-Gruppe präsentierte ein kurzes plattdeutsches Theaterstück, in dessen Mittelpunkt natürlich ein Pastor stand und als geheimer Überraschungsgast erhielt Pfarrer i.R. Wilhelm Dullweber in seiner Paraderolle als Nachtwächter großen Applaus, als er aus dem Leben der Hüter der späten Stunden zu Luthers Zeiten plauderte.

Auch außerhalb des Bühnenprogramms gab es einiges zu erleben: Beim Lutherquiz warteten mit einem Besuch des Rahdener Eiscafés, einem Frühstück im Creativ Café und einem Essen auf dem Spargelhof Winkelmann – jeweils für vier Personen – tolle Preise auf die Gewinner. Die Chronikgruppe hatte zudem an Stellwänden eine Ausstellung vorbereitet, die den Werdegang und die Einweihung des Paul-Gerhard-Hauses dokumentierte. Mit einem Bildvortrag erinnerten Kortenbruck und Milstein ebenfalls an jene bedeutungsvolle Zeit, die das kirchliche und gesellschaftliche Leben Alt-Espelkamps bis heute geprägt hat. Mit Hüpfburg, Kistenklettern mit dem CVJM, dem Spielmobil sowie einem Luftballonkünstler kam auch bei den jungen Gästen keine Langeweile auf.

Mühen haben sich gelohnt

»Die Mühen von damals haben sich gelohnt«, stellte Werner Milstein sichtlich bewegt und zufrieden fest, nachdem er den schwierigen Weg von der Lösungsfindung bis zur Einweihung skizziert hatte. »Das Haus lebt von der Gegenwart, die wir gestalten.« Es sei ein Haus für ein Dorf, dass sich weiter entwickele, eine Vernetzung von Kirche und Begegnungsstätte, aber auch ein Brückenschlag zur Rahdener Nachbarkommune, stellte Espelkamps Bürgermeister Heinrich Vieker heraus. »Jung an Jahren, aber doch so wichtig in seiner Bedeutung für die Gemeinde, die Stadt und ihre Identität«, gratulierte Ortsvorsteher Wilfried Windhorst. Sport, Glaube, Gemeinschaft verbinde hier Generationen betonte Reinhard Rödenbeck für die Dorfgemeinschaft und wünschte sich, »dass unsere Kirche, das Paul-Gerhardt-Haus, auch weiterhin im Dorf gelassen wird.« »Ich bin sehr, sehr glücklich, dass wir uns in einer solch produktiven Gemeinschaft zusammengefunden haben«, dankte Kortenbruck den vielen Helfern, die den Festtag unvergessen gemachten, und: drauf: Nach Prüfungen des Presbyteriums ist das Haus komplett abbezahlt.«

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