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Sabine Warner vermutet ernsteren Hintergrund – Vorfälle auf dem Familiengrab häufen sich

Grabstätte in Rahden verwüstet

Rahden

Zum wiederholten Mal ist eine Grabstelle auf dem Rahdener Friedhof mutwillig zerstört und verwüstet worden.

Michael Nichau

Die verwüstete Grabstelle der Familie auf dem Rahdener Friedhof. Das Kreuz auf dem Steinsockel ist von den Unbekannten abgeschlagen und entwendet worden. Blumenkübel wurden umgestoßen. Foto: Michael Nichau

Erschüttert zeigte sich gestern Sabine Warner aus Rahden. Es handelt sich um die Grabstätte ihrer Familie.

Sie hat bei der Polizei Strafanzeige gestellt. „Wegen Störung der Totenruhe, Sachbeschädigung und Diebstahl“, bestätigte am Donnerstag Ralf Steinmeyer, Sprecher der Kreispolizei in Minden. Unbekannte hätten im Zeitraum vom 13. bis 20. Januar die Grabstelle beschädigt. „Es sind Blumenkübel umgestoßen worden. Ein Kreuz, das sich auf einem Grabmal befand, wurde abgeschlagen und entwendet. Es konnte nicht vor Ort aufgefunden werden“, schilderte Steinmeyer die von den Polizeibeamten vor Ort protokollierten Schäden. Der entstandene Sachschaden wurde auf 2000 Euro geschätzt.

„Das ist nicht das erste Mal gewesen, dass das Grab meiner Familie so geschändet wurde“, erläuterte Sabine Warner. Nach dem Tod ihrer Mutter hätten Unbekannte begonnen, immer wieder das Familiengrab zu beschädigen. „Blumen und Gestecke sind umgeworfen und verstreut worden.“

Doch nicht nur das: Die Familie sei bereits seit mehr als 300 Jahren in Rahden ansässig. Das Grabmal stand ursprünglich auf dem alten Friedhof an der Kirche. „Jetzt haben Unbekannte zum zweiten Mal nach 2015 das auf dem Sockel aus Sandstein befindliche Kreuz aus Marmor heruntergeschlagen und erneut ist es nicht aufzufinden“, klagte Warner.

Nach dem ersten Schadensfall habe sie noch nicht Anzeige erstattet und das Kreuz mit der Inschrift „Hier ruht in Gott...“ stillschweigend durch einen Steinmetzbetrieb ersetzen lassen. „Und jetzt ist es erneut verschwunden“, sagte sie.

„Immer wieder wurden Müll und Unrat auf der Grabstätte verschüttet. In den vergangenen Jahren ist das eher mehr geworden. Jetzt ist das Kreuz erneut verschwunden“, sagte die Trauernde.

„Die Totenruhe ist nach meiner Auffassung nachhaltig gestört. Es ist eine unglaubliche Härte. Ich habe auch das Gefühl, dass sich diese Aggressionen nicht gegen die Familie richten, sondern das da etwas anderes dahinter steckt.“ Ihrer Meinung nach sei dies „eher nicht normales Randalieren, sondern zielgerichtet auf meine Person“, betonte sie im Gespräch mit dieser Zeitung.

Polizeisprecher Ralf Steinmeyer erläuterte, dass derartige Fälle von Sachbeschädigung an Gräbern immer wieder auf Friedhöfen vorkommen würden. „Allerdings eher selten. Meist sind es gestohlene Pflanzen im Frühjahr oder einfach umgeworfene Blumenkübel“, meinte er. Dass eine Grabstelle so nachhaltig zerstört werde, sei eher ungewöhnlich. Oft würden Grabsteine umgestoßen oder zerschlagen. „Manchmal machen sich die Täter auch auf die Suche nach Gegenständen aus Metallen, die sich im Handel gut verkaufen lassen.“

Es sei aber so, dass viele dieser Sachbeschädigungen von den Menschen, die die Gräber pflegen, nicht gemeldet würden. „Die Dunkelziffer bei diesen Taten liegt also recht hoch. Wir wissen in diesem Fall nur, dass auf dem Rahdener Friedhof keine weiteren Taten dieser Art gemeldet wurden.“

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