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Deutscher Mühlentag sorgt am Pfingstmontag für viele Ausflügler

Handwerk zum »Begreifen«

Rahden (WB). Historische Bauwerke und alte Handwerkskunst haben auch im heutigen modernen Medienzeitalter nichts von ihrer Faszination verloren. Das hat der 25. Deutsche Mühlentag auch im Rahdener Land wieder uneingeschränkt deutlich gemacht.

Anja Schubert

Viel Wissenswertes rund um Schafe und Schafschur hat Schäfer Norbert Möller (r.) vor allem den kleinen Besuchern erzählt. Foto: Anja Schubert

Die Mühlen in Tonnenheide und Wehe sowie der Rahdener Museumshof erfreuten sich eines großen Zuspruchs. Gleich zu Beginn füllte sich das Gelände des Museumshofes mit Leben. Die Schafschur, Wäschewaschen und Weidezaunflechten wie zu Omas Zeiten, Weben und Spinnen, die Rossmühle in Aktion sowie die Demonstration alten Schmiedehandwerks und vieles mehr verleiteten immer wieder zum zuschauen – und ausprobieren.

Bei den Museumsimkern erfuhren die Gäste viel Wissenswertes rund um die Honigbiene. Mutige riskierten ab und an einen Blick in den Bienenstock, Schleckermäuler hatten Gelegenheit frisch geschleuderten Honig zu probieren und beim Schleudern des Honigs selbst einmal Hand anzulegen. Die erfreuliche Bilanz: 1550 Gäste.

»Hummel, hummel, mors, mors«

Mit sich drehenden Flügeln und einem kräftigen »Hummel, hummel, mors, mors« des Shanty Chores Dümmersee empfing die Hochzeitsmühle in Tonnenheide ihre Gäste. Wer hier mit Auto einen Zwischenstopp einlegte, musste angesichts des Andrangs teilweise einen etwas längeren Fußmarsch zurücklegen.

Während viele Besucher sich entspannt die maritimen Klänge um die Nase wehen ließen, zogen die Strickeschläger insbesondere das Interesse der kleinen Gäste auf sich. Im Müllerhaus, wo die Damen des Heimatvereins wieder mit einer reich bestückten Kaffeetafel warteten, zeigte zudem die Spinngruppe ihr altes Handwerk.

Wechselndes Programm

Sich drehende Mühlenflügel mit Segeln, die angesichts des Windes bereits am Mittag auf die Hälfte reduziert wurden, dazu mit der Band »Village Beat« junge Musiker des Gymnasiums Petershagen – so empfing die Weher Bockwindmühle ihre Gäste. »Wir möchten mit dem wechselnden Programm für alle Altersgruppen etwas bieten«, sagte Heimatvereinsvorsitzender Friedrich Schepsmeier.

Auch auf dem Weher Mühlengelände tummelten sich zahlreiche Ausflügler, ließen sich die alte Mühlentechnik und die Imkerei erläutern. Für eine Stärkung zwischendurch hatten die Mühlengruppen in den Ortschaften und der Förderverein des Museumshofes traditionelles Backwerk aus den historischen Steinbacköfen gezaubert. Auch auf Herzhaftes und erfrischende Kaltgetränke musste – trotz der Wärme – nicht verzichtet werden.

Viel zu sehen und zu erleben gab es an den einzelnen »historischen Schätzchen«. Dies wäre ohne all die vielen Ehrenamtlichen nicht möglich, die sich nicht nur bei den Aktionstagen mit viel Herzblut für ihr Bauwerk engagieren. Eine Abordnung des Vorstandes des Kreismühlenvereins nutzte auch an diesem Deutschen Mühlentag mit dem Besuch einiger Mühlengruppen die Gelegenheit, »Danke« zu sagen – für die Pflege des historischen Brauchtums und der Hege und Pflege Denkmäler. Diesmal durfte sich das Team der Weher Bockwindmühle über kleine Aufmerksamkeiten freuen.

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