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Sechs- bis Elfjährige wachsen bei den Ferienspielen über sich hinaus

Kunststücke auf dem Pferderücken

Rahden (WB). Es ist ein besonderes Gefühl, hoch oben auf einem Pferd zu sitzen und die Bewegungen des Tieres zu spüren. Das und noch viel mehr haben jetzt 13 Mädchen und Jungen bei den Ferienspielen der Stadt Rahden ausprobiert. Die Voltigierabteilung des Reitervereins Preußisch Ströhen hatte zu Kunststücken auf dem Pferderücken eingeladen.

Die Geschwister Amelie und Mariell (rechts) bedanken sich bei dem Schimmel Cruzador für seine Geduld mit den Kindern bei den Ferienspielen. Ganz achtsam bleibt der große Vierbeiner neben Trainerin Jana Fangmeier stehen. Wegen der Corona-Regeln gab es diesmal kein gemeinsames Gruppenfoto aller Teilnehmer. Foto:

Der anfängliche Respekt der Kinder vor den mit einer Rückenhöhe zwischen 1,70 und 1,85 Metern imposanten Vierbeinern war schnell verflogen. Die erfahrenen Voltigierpferde des Vereins sind kinderlieb und geduldig und nahmen die Sechs- bis Elfjährigen schnell für sich ein. Ermuntert von den Trainern Simone Verbarg-Wüllner, Sonja Rohlfing, Juli Schürmann, Lea und Jana Fangmeier trauten sich die sportlichen und motivierten Kinder schnell daran, sich selbst Übungen auszusuchen und auszuprobieren. Sogar das freie Stehen auf dem Pferderücken wagten sie. Was ein Pferd frisst und welche Bürsten für die Pflege gebraucht werden, war ebenfalls Thema bei diesem Schnupperkursus.

„Die Kinder sind mit ganz unterschiedlichen Vorkenntnissen zu uns gekommen. Am Ende haben alle über beide Augen gestrahlt“, sagte eine erfreute Sonja Rohlfing. „Es ist wunderbar zu sehen, wie Kinder durch das Pferd über sich hinauswachsen. Das sind Momente, die mich immer wieder berühren“, berichtete die Trainerin. „Erfreulicherweise waren auch etliche Jungen dabei“, stellte die Leiterin der Voltigierabteilung fest: „Sie haben genau so viel Spaß an Pferden, trauen sich manchmal aber nicht, wenn die Mädchen zu sehr in der Überzahl sind.“

Um den Pferdesport überhaupt kennenzulernen, seien Ferienspiele eine gute Gelegenheit. „Als Jennifer Hormann und Johanna Thater von der Rahdener Jugendförderung angefragt haben, mussten wir nicht lange überlegen, ob wir uns beteiligen“, unterstrich Sonja Rohlfing. Die Stadt Rahden hatte Anfang des Jahres zunächst Ferienspiele ausgeschrieben, dann coronabedingt die Reißleine gezogen. Dann waren zunächst Onlineangebote anvisiert worden. Seitdem hatte es viele Lockerungen gegeben, Sport im Verein möglich, kulturelle Angebote und kleinere Veranstaltungen wie Ferienspiele erlaubt.

Sonja Rohlfing

„Ein Onlineangebot wäre für uns keine Alternative gewesen. Bei uns geht es um das Pferd, und das muss man anfassen, riechen und berühren“, verdeutlichte Sonja Rohlfing. Den Leitfaden Sicherheits- und Hygienevorkehrungen der Stadt Rahden einzuhalten, sei kein Problem gewesen: „Wir haben die Gruppen verkleinert und unseren Schnupperkurs einfach zweimal angeboten. Im Sommer voltigieren wir sowieso draußen. Auf dem großen Reitplatz ist Abstandhalten kein Problem.“ Die Kinder seien mittlerweile gut geübt in Hygiene- und Abstandsregeln und hätten diese ganz selbstverständlich befolgt. Auf einiges mussten die Kinder jedoch verzichten. So fiel das gemeinsame Putzen und Ausrüsten der Pferd dieses Mal aus. „Voltigieren ist ein Mannschaftssport, aber auf Partnerübungen haben wir aus Gründen des Infektionsschutzes diesmal lieber verzichtet, auch wenn Kontaktsport wieder erlaubt ist“, erklärte Sonja Rohlfing.

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