Bauern können Lebensmittel liefern – bei Winkelmann in Rahden läuft alles nach Plan

Landwirtschaftlicher Kreisverband sieht Spargelsaison in Gefahr

Rahden (WB/fs). Viele Menschen hamstern derzeit Lebensmittel. Die Supermarktregale zeigen teilweise bei einigen Produkten gähnende Leere. Die heimischen Landwirte aber beruhigen: Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln sei gesichert. Beim Spargel könnte es dagegen Probleme geben.

Weil die Ländergrenzen in der EU teilweise komplett geschlossen sind, fürchtet der Landwirtschaftliche Kreisverband, dass Erntehelfer zum Beispiel für Spargel wegfallen könnten. Spargel-Anbauer Friedrich Winkelmann a sieht das optimistischer. Foto: dpa

„Wir Bauern werden auch aktuell weiterhin die Bevölkerung mit sicheren und hochwertigen Lebensmitteln versorgen können“, verspricht der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Minden-Lübbecke, Rainer Meyer, und ergänzt, dass keiner gedacht hätte, dass die Regionalität wieder so eine Bedeutung bekomme. Grundnahrungsmittel wie Getreide, Kartoffeln, Milch, Fleisch, Obst und Gemüse werde es auch in Zeiten der Corona-Krise in ausreichender Menge geben.

Optimistisch bleibt diesbezüglich auch Mirco Bohn, Filialleiter des Combi in Rahden. „Die Nachlieferung der Waren ist natürlich gesichert“, sagt er. Weil die Nachfrage bestimmter Artikel wie Mehl, Hefe, Nudeln oder Toilettenpapier jedoch in den vergangenen Tagen explosionsartig zugenommen habe, könnte es gelegentlich noch zu Verzögerungen bei der Lieferung kommen. Schließlich müssten sich auch die produzierende Industrie und die Lieferanten darauf einstellen. „Es ist aber alles umsetzbar und wir werden weiterhin täglich beliefert“, beruhigt Bohn. Bei den Lieferungen werde auch versucht, von allen benötigten Lebensmitteln ausreichend Nachschub zu organisieren. Hamsterkäufe seien laut Mirco Bohn deshalb nicht notwendig.

Ausfall bei Erntehelfern

Zu Engpässen könne es allerdings im Frühjahr bei Saisonprodukten wie beispielsweise Spargel oder Erdbeeren kommen, wenn die notwendigen Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland als Erntehelfer ausbleiben würden. Die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln hingegen könne die heimische Landwirtschaft gewährleisten. Die heimischen Bauern befürchten angesichts der Grenzschließungen wegen der Coronavirus-Krise jedoch einen akuten Mangel an Erntehelfern aus dem Ausland. „Das kann ein riesengroßes Problem werden”, erklärt Rainer Meyer.

„Die meisten Saisonarbeitskräfte auf deutschen Feldern kommen aus Ost- und Südosteuropa“, sagt der Landwirtevorsitzende und führt weiter aus: „Wenn die Grenzen dicht sind, bleiben diese Arbeitskräfte aus.“

Besonders betreffen würde das die Bauern, die Saisonprodukte wie Spargel oder Erdbeeren anbauen würden, befürchtet Meyer. Wenn die notwendigen Erntehelfer zum Stechen des Spargels und zum Pflücken der Erdbeeren ausblieben, bleibe auch ein Großteil des Spargels und der Erdbeeren auf den Feldern. Genauso hart könne es die Gemüsebauern treffen. Zunächst sei die Pflanzarbeit und dann die Ernte des Gemüses auf den Feldern angesagt. Ohne ausländische Arbeitskräfte sei das Arbeitspensum nicht zu stemmen, betont Meyer.

Winkelmann ist optimistisch

Friedrich Winkelmann vom gleichnamigen Spargelhof in Rahden sieht das etwas anders: „Bei uns sind die Erntehelfer, die jetzt benötigt werden, wie gewohnt da“. Dass es eventuell keinen Spargel geben könnte, hält Winkelmann noch nicht für realistisch. „Wenn alle Hygienemaßnahmen ordnungsgemäß eingehalten werden, haben wir keine Bedenken“, sagt er weiter.

Um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, habe auch der Spargelhof genaue Vorgaben bekommen, die nun umgesetzt würden. Die Vorbereitungen für das Spargelstechen würden deshalb auch wie gewohnt laufen. Auch der Spargel sei ein Lebensmittel, der die Menschen versorge. Deshalb sei es wichtig, die Ernte auch durchzuführen und den Spargel zu verkaufen. „Und zur Zeit sehe ich da bei uns noch keine Engpässe“, sagt Friedrich Winkelmann.

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