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Ergebnisse des Fußverkehrs-Checks: Einfache Markierungen sind leicht und kostengünstig zu verwirklichen

„Man muss auch mal mutig sein“

Rahden

Wie kann man mit einfachen und kostengünstigen Mitteln die Innenstadt für den Fußgängerverkehr sicherer und attraktiver machen?

Michael Nichau

Manchmal sind die Maßnahmen ganz einfach: Hier am Schulzentrum könnten abmarkierte Wege für mehr Sicherheit für die Fußgänger sorgen. Ob „Füße“ oder „Männchen“ sei dabei nicht entscheidend, meinte die Planerin. Foto: Planer-Societät

Mit dieser Frage hat sich die Planer-Societät auseinandergesetzt und die Ergebnisse dem Bau- und Planungsausschuss der Stadt Rahden vorgestellt.

Inga Wolf vom Planungsbüro berichtete über die zwei im Jahr 2019 vorgenommenen Rundgänge durch die Innenstadt. Diese fanden bei der Bevölkerung große Resonanz. Bürger, Planer, Ratsmitglieder und Verwaltung besichtigten schwerpunktmäßig Übergänge über Straßen, Barrierefreiheit von Wegen und die Sicherheit der Schulwege. Ein Thema war auch die Aufenthaltsqualität in der Stadt. Dies tritt aktuell wegen der Corona-Regeln etwas in den Hintergrund: „Bummeln geht ja derzeit keiner, aber das wird auch wieder anders“, sagte Wolf.

Das Ergebnis in Kurzform: An vielen Stellen könne man mit ein wenig Farbe und Strukturen auf den Gehwegen und Straßen für mehr Sicherheit für Fußgänger, Radfahrer und Menschen mit Handicap sorgen, meinte die Planerin. Sie zeigte anhand entsprechender Fotos Möglichkeiten, wie man in Rahden handeln könnte.

Vor allem Querungen von Straßen waren ein Thema für den „Fußverkehrs-Check“, wie die Untersuchung genannt wird. „Alle sollen sicher über die Straßen kommen“, bemerkte Wolf und ging besonders auf die Kreuzung am Gesundheitszentrum und Krankenhaus ein. Dort könne man durch einfache Markierungen die Querung über die Feldstraße sicherer gestalten. Interessant an dieser Stelle: Die Verkehrszählungen hätten gezeigt, dass wesentlich mehr Personen die Kreuzung diagonal überqueren würden, als in einfache Richtung vom Ärztehaus zur Flachsstraße.

Dennoch: Mit Piktogrammen könnte man Überwege schaffen, „möglichst auf direktem Weg“, wie die Planerin aufzeigte. „Man muss mutig sein und auch mal etwas anderes ausprobieren. Man muss sich auch nicht in jedem Fall an die Regeln halten“, bemerkte sie.

Auch müsse man nicht von heute auf morgen die komplette Stadt umbauen. Es seien Ideen, die ihr Büro aufzeige.

Das gelte besonders auch für die Aufenthaltsqualität in der Stadt. „Pause machen und verweilen“, das seien die zu erreichenden Ziele. Dabei habe der Park an der Wehme großes Potenzial: Hier könne man Parkanlage und Rad-/Gehweg mit Lichtelementen verschönern und auf dem Pflaster mit bunten Steinen für Wegweisung auf den Rad- und Fußgängerachsen sorgen.

Ein Knackpunkt sie dabei auch die Querung des planerisch wichtigen Rad- und Fußweges von der Wehme über die Gartenstraße. „Hier muss was getan werden“, meinte Wolff. Gleiches besagt auch das ebenfalls vorgestellte Verkehrskonzept für die Innenstadt. Besserung an dieser Stelle verspreche auch die Verlegung des Busbahnhofes an den Nordweg. „Dann bekommen wir den Verkehr aus dem Brullfeld heraus und damit mehr Sicherheit.“

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