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Die Grünen sorgen sich wegen des Klimawandels

»Mit Wasser und Luft sorgsam umgehen«

Rahden (WB). Mit den Auswirkungen des Klimawandels haben sich die Rahdener Grünen befasst. »Die Folgen sind immer gravierender«, sorgt sich Fraktionssprecher Winrich Dodenhöft.

Der ausgetrocknete Schnakenpohl im Herbst 2018. Auch jetzt ist Wasser rar. Foto: Winrich Dodenhöft

»Massenhaftes Absterben von Bäumen, Fließgewässer, die zu stehenden Kloaken geworden sind, zugewuchert mit Teichpflanzen, belastet mit Schad- und Nährstoffen, trocken fallende Teiche und Seen, gesperrte Badegewässer wegen Blaualgen«, führt er an. Das seien hier nur einige Beispiele, die vielfach auch auf das Rahdener Gebiet zuträfen.

»Zu wenig Regen«

»Nimmt man 2018 und dieses Jahr zusammen, sind wir nach dem Meteorologen Friedrich Föst mit nur 400 Liter Regenwasser auf jeden Quadratmeter weit unter dem langjährigen Klimamittel. Verstärkt wird diese extreme Trockenheit noch durch die vielen Eingriffe in den natürlichen Wasserhaushalt in der Vergangenheit, aber leider auch immer noch in der Gegenwart«, erklärt Dodenhöft.

»Massiv entwässert«

Der Altkreis Lübbecke sei ab den 1960 Jahren massiv entwässert, Fließgewässer begradigt und tiefer gelegt worden. »Es wurden bis zu drei Meter tiefe Gräben gezogen und anschließend in die Felder Drainagerohre verlegt. Hinzu kommt der enorme Zuwachs an versiegelter Fläche. Beides führt zu einem immer schnelleren Abfließen des kostbaren Wassers und zu einer geringeren Bildung von Grundwasser«, übt der grüne Ratsherr Kritik.

Eine immer stärkere Entnahme von Wasser für die Landwirtschaft und für Gärten werde sich langfristig auch auf die tieferen wasserführenden Schichten auswirken. Um die langfristige Bilanz von Entnahme und Neubildung von Grundwasser zu sichern, müssen nach Meinung der Rahdener Grünen Strategien und vor allem endlich auch Maßnahmen getroffen und umgesetzt werden.

Wasserrahmenrichtlinie

Die Grünen erinnern in diesem Zusammenhang an die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Auf dem Gebiet der Stadt Rahden sei noch keine einzige Maßnahme umgesetzt worden. »Unsere Nachbarn sind hier schon ein ganzes Stück weiter. Das Argument, es stehen keine Flächen zur Verfügung, können die Grünen nicht nachvollziehen«, schreibt Dodenhöft. Für die so genannte Umgehungsstraße Süd seien fast alle Grundstücke gekauft oder ausgetauscht worden. Es sei offensichtlich, wo hier Prioritäten gesetzt würden. »Wenn wir mit Boden, Luft und Wasser nicht sorgsam umgehen, werden wir die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder zerstören«, mahnen die Grünen.

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