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Familie Wöstehoff-Henke leitet seit 40 Jahren den »Krug zum Grünen Kranze«

Oktoberfest zum runden Geburtstag

Rahden/Schmalge (WB). Oktoberfeste gibt es, wenn der Herbst beginnt, in Deutschland viele. Doch der »Krug zum grünen Kranze« hat in diesem Jahr einen ganz besonderen Grund zum Feiern. Der Schmalger Gastronomiebetrieb ist seit 40 Jahren in den Händen der Familie Wöstehoff/Henke.

Anja Schubert

Vier Generationen freuen sich im »Krug zum Grünen Kranze« auf das Jubiläum (von links stehend): Julia und Dominik Henke, Anette mit Jonah Hesemann und Udo Henke, Sven und Nadine Hesemann sowie Helene Wöstehoff (vorn) mit Leni (links) und Lisa Henke sowie. Foto: Anja Schubert

Von Freitag, 29. September, bis Sonntag, 1. Oktober, lassen es Anette und Udo Henke mit ihren Kindern und dem ganzen Team mit zwei Partynächten am Freitag und Samstag sowie einem Frühschoppen am Sonntag so richtig »krachen«. Karten für die beiden Festabende mit bayerischem Büfett und Musik sind im Restaurant noch zu haben, doch Interessierte sollten sich beeilen. Zum Frühschoppen am Sonntag ist jeder, der sich mit dem alteingesessenen Schmalger Gasthaus verbunden fühlt, willkommen.

Mit dem Herzen dabei

»Man muss mit dem ganzen Herzen dabei sein, sonst hat man in dieser Branche keinen Erfolg und keine Freude an der Arbeit, denn die Gäste spüren so etwas«, weiß Helene Wöstehoff. 1977 hatte sie mit ihrem Mann Karl das Gasthaus an der Tonnenheider Straße gekauft und über viele Jahre bewirtschaftet. »Zuvor betrieb die Familie Gosewehr die Gaststätte selbst in Kombination mit einem kleinen Kaufmannsladen, in dem sich heute die Taverne befindet«, berichtet die rüstige Seniorin, die mit ihren 88 Jahren noch immer gern im Kreise der Gästeschar weilt, und sich an zahlreiche Anek­doten erinnert.

Bis zur Betriebsübernahme durch die Familie Wöstehoff gab es mehrere Pächterwechsel. Bereits zuvor waren die beiden Jungunternehmer Helene und Karl in der Region keine Unbekannten. Sie unterhielten im Osterwald eine Gaststätte mit Fremdenzimmern, die aufgrund des Neubaus der L 770 weichen musste. »Unsere Familie kann rückblickend auf 150 Jahre Gastronomieerfahrung zurückblicken«, sagt Helene Wöstehoff.

Viele Umbauarbeiten

In den Jahren nach der Übernahme erfolgten Umbauarbeiten in der Gaststätte und den Clubräumen. 1987 wurde die Blockhütte im Biergarten errichtet. Der Saal mit seinerzeit 200 Sitzplätzen bekam 1990 ein neues Gesicht und einen neuen Eingangsbereich. Es folgten 1991 eine erneute Renovierung der Gaststube, der Neubau der Theke und eine Erweiterung der Sitzplätze. 2008 wurde auch der Biergarten um 60 Sitzplätze im mediterranen Stil erweitert, seit 2011 empfängt zudem das Restaurant »Lisanne« die Gäste. Mit seinen bodenlangen Fenstern und dem Blick in den Garten ist der 2012 errichtete Anbau im Stil eines Wintergartens zum neuen Herzstück geworden.

Helene Wöstehoff ist froh, dass sie in Tochter Anette und Schwiegersohn Udo Nachfolger in der eigenen Familie gefunden hat. Der »Krug zum Grünen Kranze« ist über die Jahrzehnte zu einem Treffpunkt für Gäste aus Schmalge und weit darüber hinaus geworden und geblieben.

Auch der Großbrand, der im April 2015 die Wohnung über der Gaststätte zerstörte und durch Brand- und Löschwasserschäden auch den Restaurantbetrieb etwa acht Monate stilllegte, hat daran nichts geändert. »Wir sind gern hier in Schmalge«, betonen Udo und Anette Henke. Und auch der nächsten Generation scheint es nicht anders zu gehen. Im Mai 2015, kurz nach dem Brand, eröffnete Henke-Tochter Nadine Hesemann mit Ehemann Sven direkt neben der Gaststätte ein Landhotel, das vor allem von Geschäftskunden genutzt wird. Sohn Dominik hat als Küchenchef im »Krug« die Fäden in der Hand und wird von Ehefrau Julia unterstützt. Auch die Urenkel von Helene Wöstehoff wachsen von klein auf an mit dem Gaststätten- und Hotelbetrieb auf. Sieben Festangestellte sowie Aushilfen und seit Anfang August die erste Auszubildende zur Köchin stärken dem Henke- Team den Rücken.

Stimmung beim großen Fest

Am Festwochenende erwartet die Gäste neben einem zünftigen Büfett und Oktoberfestbräu am Freitag und Samstag auch »Wies’n-Stimmung« mit den »Partyräubern« aus Bayern. Am Sonntag spielen die Wesermusikanten und »DJ Hulpa« auf.

Die Eintrittskarten für den Freitag und Samstag zum Preis von 25 Euro beinhalten Eintritt und Büfett, Getränke sind exklusive. Für das dreitägige Fest wird hinter dem Hotel eigens ein Festzelt mit 1000 Quadratmetern Fläche aufgebaut. »Wir freuen uns auf alle, die das Jubiläum mit uns feiern möchten«, betont Anette Henke. »Denn ohne den Zuspruch aus der Bevölkerung hätten wir es gar nicht auf vier Jahrzehnte gebracht.«

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