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Kranzniederlegung zum Volkstrauertag - Udo Schulte findet deutliche Worte

Rahdener Pfarrer sendet Appell für Frieden in der Welt

Rahden

Der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ist am Volkstrauertag gedacht worden. Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft mahnen noch heute, Jahrzehnte nach den Weltkriegen, Frieden zu wahren. Bei der Kranzniederlegung am Sonntagvormittag in der Wehme in Rahden gedachten die Anwesenden, darunter Mitglieder von Vereinen und Institutionen sowie Vertreter der Stadt der Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Von Heidrun Mühlke

Volkstrauertag in Rahden: Am Ehrenmal wurde der Kranz zum Gedenken der Opfer zweier Weltkriege und als Ausdruck der Hoffnung auf Frieden niedergelegt. Foto: Heidrun Mühlke

Der diesjährige Volkstrauertag ist aber nicht nur ein Gedenktag vergangener Kriege, sondern mehr denn je, ein Bitttag für den Frieden. „Nie wieder Krieg! Unter dem Eindruck der schrecklichen Erfahrungen zweier Weltkriege war dies über Generationen hinweg das fundamentale Ziel europäischer Einigungsbemühungen“, machte Pfarrer Udo Schulte deutlich.

Aber spätestens seit Anfang 2022 hätten die Menschen erlebt, wie diese Hoffnung auf eine europäische Friedensordnung zerbrochen sei. Der Krieg in der Ukraine sei der Überlebenskampf eines souveränen Staates gegen einen rücksichtslosen Aggressor, zugleich sei es ein Kampf der Ukraine für Freiheit und Demokratie.

Millionen Menschen müssten fliehen. „Es sind vor allem Frauen und Kinder, die ihre Heimat verlassen, während die Väter und Söhne zu den Waffen greifen und in den Krieg ziehen, um ihre Heimat zu verteidigen“, so der Geistliche. Aber auch auf russischer Seite würden junge Männer in den Krieg geschickt, den sie nicht haben kommen sehen.

Pfarrer Udo Schulte fand passende Worte in seiner Ansprache am Volkstrauertag. Foto: Heidrun Mühlke

Der Volkstrauertag helfe, dass die Erinnerung an die Schicksale der Opfer zweier Weltkriege weder vergessen noch verdrängt werde. Damals wie heute sei es eine innere Verpflichtung der Gesellschaft, dass die Menschen, die unter Krieg und Gewalt leiden, nicht vergessen seien. Diese Erinnerung sei Gedenken und Mahnung gleichermaßen.

„Wir trauern aber auch um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und andere Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren haben. Gleichermaßen gedenken wir heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind“, so Schulte.

Volkstrauertag in Rahden Der Posaunenchor der Kirchengemeinde ummalte die Zeremonie am Volkstrauertag musikalisch. Foto: Heidrun Mühlke

Dennoch bestehe das Leben im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern und die Verantwortung aller gelte dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.

Die auf Pfarrer Schultes Ansprache folgende Kranzniederlegung durch Rahdens Ortsvorsteher Frank Holtmann, die musikalisch vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde umrahmt wurde, kann nicht nur als Zeichen des Gedenkens, sondern als Ausdruck der Hoffnung auf Frieden und ein friedvolles Miteinander verstanden werden.

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