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Martin Wlecke nimmt für den Gewerbebund Stellung und kritisiert »irrwitzige Pläne«

»Schon mal an den Kreis Lübbecke gedacht?«

Rahden (WB). Martin Wlecke, der Vorsitzende des Gewerbebundes Rahden, zeigt sich entsetzt über die Pläne des MKK-Vorstandes und hat dazu Stellung genommen:

Martin Wlecke redet Klartext: Der Gewerbebund ist von den Plänen des MKK-Vorstandes entsetzt. Foto: Michael Nichau

»Mit Bestürzung hat auch der Gewerbebund die Pläne des MKK-Vorstands zur Kenntnis genommen. Im Namen des Gewerbebundes Rahden fordern wir die MKK auf, diese in unseren Augen irrwitzigen Pläne, zu revidieren. Mehr als 14 Millionen Euro wurden in die Installation der Portalklinik investiert, und jetzt sollen noch einmal Millionen Euro für die Umstrukturierung ausgegeben werden, damit ein ›Leuchtturmprojekt« beerdigt wird. Das kann nicht sein. Wäre es nicht sinnvoller diese neuen Kosten in die Entlohnung der Mitarbeiter zu investieren? Die Urologie in Lübbecke genießt seit Jahrzehnten auch überregional einen sehr guten Ruf – davon möchte Minden jetzt profitieren. Der Weg zur Geburtsklinik ist schon jetzt nach Lübbecke für stark in den Wehen liegende Mütter kein Spaß. Das habe ich schon selber erlebt.«

Anlaufpunkt für Arbeitsunfälle

Weiterhin sei gerade das Rahdener Krankenhaus als Anlaufpunkt für alle Arbeitsunfälle in unserer heimischen Region nicht ersetzbar, warnt Wlecke. »Sollen wir demnächst mit Mitarbeitern, denen ein Arbeitsunfall passiert ist, nach Lübbecke oder Minden fahren. Meine Firma hat schon erlebt, wie heftig eine Wunde bluten kann. Da ist jeder Mitarbeiter und auch der Arbeitgeber froh, wenn die nächste Notaufnahme in der Nähe ist. Zumal bei Arbeitsunfällen der Weg zu einer, von den Berufsgenossenschaften zugelassenen Notaufnahme, Pflicht ist«, erläutert der Vorsitzende.

Ein wichtiger Aspekt sind für Wlecke auch die Busverbindungen von Rahden nach Lübbecke. Sie dauerten, je nach Abfahrtszeit zwischen 34 Minuten und einer Stunde und 14 Minuten mit zum Teil Umsteigen am Bahnhof Lübbecke und Fußweg zum ZOB, um dort in den Bus zum Krankenhaus zu steigen. »Die Verbindungen nach Minden sind von Rahden aus noch schlimmer. Die Fahrt dauert eine Stunde und 54 Minuten, dann steht man aber am ZOB. Hier kann der geduldige Mensch dann in den Bus zum Klinikum steigen. Für Stemwede sieht das noch viel schlimmer aus. Wir fordern hiermit den Vorstand der MKK auf, mal einmal am Wochenende von Minden nach Rahden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu kommen. Dann verstehen die das vielleicht«, schreibt Wlecke.

Wer schreibt die roten Zahlen?

»Noch entscheidender ist unserer Meinung nach die Frage: Auf welchen Zahlen basiert dieses Konzept? Schreiben Rahden und Lübbecke rote Zahlen? Das glauben wir nicht. Und da die MKK diesbezüglich auch keine Zahlen zur Verfügung stellt, fragt man sich schon, wo exakt das Jahres-Rekordergebnis in 2016 erwirtschaftet wurde – nur in Minden? Sehr unwahrscheinlich!«, heißt es in der Stellungnahme.

»Landrat Ralf Niermann legt offensichtlich keinen besonderen Wert auf Unterschriftenlisten. Aber eines sollte der Landrat dabei nicht vergessen: Das sind die Unterschriften von Patienten und Wählern. Und diese Menschen sind die Einwohner des Kreises Minden-Lübbecke und damit indirekt auch Inhaber der MKK-Kliniken, die ja als AöR dem Kreis Minden-Lübbecke gehören«, führt Wlecke aus.

»Lassen Sie uns gemeinsam dem Vorstand der MKK-Kliniken mit einer überwältigenden Anzahl von Unterschriften zeigen, was die ›Eigentümer‹ wollen. Wichtig dabei ist: Unterschreiben Sie nur einmal und nicht auf mehreren unterschiedlichen Listen. Damit würden die Ergebnisse verfälscht«, wendet sich Wlecke an die Bevölkerung.

Mahnwachen und Protestmärsche

»Und wenn die Unterschriftenlisten nicht reichen, dann sollten wir über Mahnwachen und Protestmärsche und vielleicht über das Thema Kreis Lübbecke nachzudenken«, regt Wlecke an.

»Allein der Gedanke, dass die kreiseigene MKB aus Minden den Schülertransport in Rahden übernimmt, und damit einem alt eingesessenen Rahdener Unternehmen die wirtschaftliche Basis entzieht, ist schon sehr abwegig. Rahden verliert damit Gewerbesteuern, Arbeitsplätze, anteilige Einkommenssteuern und ein Traditionsunternehmen. Und eventuelle Überschüsse der MKB kassiert dann der Kreis. Was wollen wir uns noch alles bieten lassen? Und eine Frage stellt sich auch noch: Kann der Kreistag einen gewählten Landrat und Aufsichtsratsvorsitzenden der MKK abberufen? Wenn ja, sollten alle Kreistagsabgeordneten mal darüber nachdenken was die Wähler wollen, denn denen sind sie verpflichtet. Alles zum Wohle der Bürger – und sonst nichts.«

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