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Dietmar Meier bittet Minister Laumann, sich gegen die MKK-Pläne auszusprechen

»Sie sind ein Mann der klaren Worte«

Rahden/Stemwede (WB/bös). Mehr Post aus Rahden als gewöhnlich erhält zurzeit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Jetzt hat auch das Stemweder CDU-Ratsmitglied Dietmar Meier einen offenen Brief nach Düsseldorf geschickt. Meier schildert dem Minister die aktuelle Situation im Altkreis Lübbecke.

Das sind noch Zeiten gewesen: Damals war Rahden nach einem langen Kampf wieder beruhigt. Als Portalklinik sollte das Krankenhaus weitergeführt werden. Und der Umbau wurde gefördert. Heute erscheint dieses Plakat wie der blanke Hohn. Foto: Michael Nichau

Meier führt Laumann vor Augen, welche einschneidenden Auswirkungen die Medizinstrategie des MKK-Vorstandes hat und geht besonders auf die Konsequenzen für den Altkreis Lübbecke ein. So solle die medizinische Notfall- und Grundversorgung am Standort Rahden, den Fachbereichen für psychosomatische Erkrankungen und Suchtmedizin weichen.

Das Krankenhaus Lübbecke verliere die Gynäkologie mit Geburtshilfe sowie Urologie an das Klinikum Minden.

Flächenbrand ausgelöst

»Das hat bei den Menschen im Altkreis Lübbecke eine Art ›Flächenbrand‹ ausgelöst , der hoffentlich nicht außer Kontrolle gerät. Die medizinische Grundversorgung in Rahden und die Gynäkologie mit Geburtshilfe in Lübbecke werden als Grundpfeiler des medizinischen Versorgung im ländlich strukturierten Altkreis Lübbecke angesehen. Die vehement vorgetragene, parteiübergreifende Kritik zum MKK-Konzept ist Ihrem gut geführten Haus sicherlich nicht entgangen«, schreibt Meier dem Minister.

Meier teilt Laumann mit, dass nach seiner Meinung, die Politik, dieses Problem lösen müsse. »Das beinhaltet aber auch, dass sich die Politik klar und verständlich äußert, wohin die Reise geht. Die Politik im Altkreis Lübbecke hat sich parteiübergreifend gegen das vorgestellte MKK-Konzept positioniert«, heißt es in dem Brief weiter.

Kritik an CDU-Kreispartei

Meier verschweigt nicht, dass sich seine CDU-Kreispartei unter der Vorsitzenden Kirstin Korte sehr zurückhaltend verhält. »Sie hat mir mitgeteilt, dass sie nicht alle Tatsachen kenne und daher nicht klar Stellung beziehen könne. Das ist für die hiesige Bevölkerung enttäuschend. Hier nimmt die CDU Schaden, das wird negative Auswirkungen haben«, kritisiert Meier.

Am vergangenen Freitag hat es eine Info-Veranstaltung gegeben , bei der die MKK ihr Konzept noch einmal vorgestellt hat. »Weiterhin war zu hören, dass es bei diesem MKK-Konzept bleibt, außer das Fachministerium des Landes erklärt ausdrücklich, dass es an der jetzigen Konzeption, insbesondere der Portalklinik Rahden, festhält«, schreibt Meier. Gerade diese habe ihn veranlasst, diese Zeilen an den Minister zu schreiben, sagte Meier auch dieser Zeitung.

»Landrat Dr. Ralf Niermann, als Vorsitzender des Verwaltungsrates der MKK (AöR) kommt nach meiner persönlichen Auffassung seinen Dienstpflichten nicht so nach, wie man es erwarten könnte. Er soll ja für alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Minden-Lübbecke Verantwortung zeigen. Sein bisheriges Verhalten weist aber in Richtung MKK-Konzept«, teilt Meier dem Minister mit.

Sägen an Portalklinik

Und in dem Schreiben heißt es weiter: »Ich habe Sie (Laumann) als Mann der klaren Worte kennen und schätzen gelernt und bitte Sie um Unterstützung, um ein klares Signal für die heimische Region. Das ist, was die Bevölkerung von der Politik erwartet und einfordert. Sie gehören einem ländlich strukturierten CDU-Kreisverband an. Sie können daher gut einschätzen, was die Bevölkerung dort braucht, insbesondere im Blick auf die medizinische Grundversorgung im ländlichen Bereich.«

Die Portalklinik sei vor etwa zweieinhalb Jahren in Rahden mit Unterstützung des Landes NRW an den Start gegangen. Dietmar Meier empfände es jetzt als sehr befremdlich, wenn man zu diesem Zeitpunkt schon an der Pfeilern der Portalklinik gesägt hätte.

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