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Dr. Oliver Vogt zum Medizinkonzept der Mühlenkreiskliniken

Standorte fit für die Zukunft machen

Rahden (WB). Wegen eines Beitrags auf Facebook ist Dr. Oliver Vogt in die Schusslinie von Kritikern des Medizinkonzeptes des MKK-Vorstandes geraten. Das CDU-Kreistagsmitglied aus Espelkamp kann die Angriffe auf seine Person nicht nachvollziehen.

Elke Bösch

Dr. Oliver Vogt will nicht am Standort Rahden rütteln. Das CDU-Kreistagsmitglied will das Haus für die medizinische Grundversorgung mit Notfallaufnahme erhalten. Foto: Michael Nichau

»Ich habe mich in dem Beitrag lediglich dafür ausgesprochen, dass die Mühlenkreiskliniken über Strukturänderungen diskutieren müssen , um für die Zukunft aufgestellt zu sein. Deutlich habe ich ausdrücklich geschrieben, dass notwendige Umstrukturierungen aber nicht dazu führen dürfen, dass einzelne Standorte eine medizinische Grund- und Notfallversorgung künftig nicht mehr anbieten«, betont Vogt.

»Ziel des anstehenden öffentlichen Diskussions- und Entscheidungsprozesses muss aus meiner Sicht sein, die Mühlenkreiskliniken für die Zukunft gut aufzustellen und gleichzeitig die medizinische Notfall- und Grundversorgung an allen Krankenhäusern des MKK-Verbundes und damit in der gesamten Fläche des Mühlenkreises zu erhalten. Ich finde, das ist ein klares Bekenntnis auch zum Standort Rahden. Dort brauchen wir unbedingt die medizinische Grundversorgung und die Notfallaufnahme. Das gilt übrigens auch für den Erhalt der Gynäkologie und Geburtshilfe in Lübbecke. Dafür habe ich mich immer eingesetzt«, erklärt der CDU-Politiker.

»MKK-Zahlen sind falsch«

Deshalb verstehe er die Kritik nicht. Es gehe nicht an, dass bei einer akuten Schwangerschaft eine Frau aus Börninghausen oder Dielingen nach Minden fahren müsse. Zudem habe seiner Meinung nach der MKK-Vorstand für die Berechnung der Fahrtzeiten, soweit ihm bekannt sei, Google-Maps zugrunde gelegt. »Meines Erachtens sind die vom MKK-Vorstand genannten Zeiten falsch. Ich gehe von längeren Fahrtzeiten aus.«

Sein Ziel sei, dass sachlich diskutiert werde, um alle Krankenhausstandorte fit für die Zukunft zu machen. »Es gibt nun einmal Veränderungen in der Medizinlandschaft. Es gibt den Fachkräftemangel, die Kliniken stehen vor großen Herausforderungen und da dürfen wir nicht den Kopf in den Sand stecken und alles so lassen, wie es ist.«

»Medizinkonzept nicht umsetzbar«

Dann befürchte er, dass die MKK vor die Wand fahren und es könnte ein Millionendefizit drohen. »Da der Kreis alleiniger Träger der MKK ist, also für 100 Prozent Verantwortung trägt – auch für die Finanzen, muss der Kreis eventuelle Verluste ausgleichen. Da der Kreis aber über keine eigenen Finanzmittel verfügt, sich vielmehr über seine Städte und Gemeinden finanziert, werden die zur Kasse gebeten und wie reagieren diese Kommunen?« Sie müssten die Steuern erhöhen und damit die Bürger belasten. Ich möchte nicht wissen, wie die Bevölkerung auf ein solches Szenario reagiert.

»Und um es noch einmal deutlich zu sagen: Aus meiner Sicht ist das Medizinkonzept in seiner aktuellen Fassung nicht umsetzbar. Deshalb war ich erfreut, dass der MKK-Vorstand nochmals am Montag betonte, es handele sich lediglich um einen Diskussionsentwurf. Es sind also alternative Entwürfe notwendig«, berichtet CDU-Kreistagsmitglied Dr. Oliver Vogt.

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