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MAGS-Pressestelle antwortet auf Anfrage dieser Zeitung

»Stationäre Versorgung muss gut erreichbar sein«

Rahden (WB/bös). Nach Informationen dieser Zeitung soll während der Informationsveranstaltung der Mühlenkreiskliniken (MKK) am vergangenen Freitag NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zitiert worden sein und zwar mit einer Aussage gegenüber der Rheinischen Post. Demnach habe Laumann gesagt, dass alle kleinen Krankenhäuser in NRW vom Netz gehen sollen. Darüber wunderte man sich in Rahden, denn den Menschen im Nordkreis waren ganz andere Ausführungen des NRW-Ministers über die Portalklinik in Erinnerung geblieben.

Karl -Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Foto:

Die Rahdener Ratsfrau Gundel Schmidt-Tschech und das Stemweder Ratsmitglied Dietmar Meier schrieben »Offene Briefe« an den Minister. Sie wollten wissen, »wie steht Minister Laumann zum Vorgehen des MKK-Vorstandes, schließlich hat er die Portalklinik unter anderem als Leuchtturmprojekt bezeichnet und als zwingend erforderlich für die medizinische Grundversorgung in Rahden und Umgebung. Das Land hat zudem 2,5 Millionen Euro investiert. Diese Zeitung harkte nach und richtete eine Anfrage an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales und erhielt eine Antwort. Darin heißt es unter anderem:

Abstimmung zwischen Krankenhäusern

»Die angesprochene Berichterstattung der Rheinischen Post (RP) gibt die von Ihnen kolportierte Bewertung nicht wieder. Der RP hatte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) zudem mitgeteilt: »Neben der qualitativ hochwertigen und ortsnahen stationären Versorgung soll die Bildung von Leistungsschwerpunkten (zum Beispiel Zentren für seltene Erkrankungen) vorangetrieben und die Abstimmung von Kompetenzen der Krankenhäuser untereinander gefördert werden«, teilte Pressereferent Heiko Haffmans mit.

Generell hätten die Versorgung der Patientinnen und Patienten, sowohl im ländlichen Raum als auch in Ballungsgebieten mit den jeweils unterschiedlichen Bedürfnissen und Bedingungen, oberste Priorität. »Deshalb müssen die Rahmenbedingungen für die stationäre Versorgung so gestaltet werden, dass auch in Zukunft eine gut erreichbare und insbesondere qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung sichergestellt werden kann. Dabei orientiert sich das Ministerium nicht wie kolportiert an der Größe der Häuser, sondern am regionalen Bedarf«, heißt es in der Erklärung weiter.

Veränderungsprozesse anstoßen

Um hier eine zukunftsfähige Grundlage zu schaffen, müssten dringend Veränderungsprozesse angestoßen werden. Es komme auf eine gerechte Verteilung des Leistungsangebots an. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) beabsichtigte – nach einem vorhergehenden Gutachten – die Aufstellung eines neuen Krankenhausplans.

Zum konkreten Fall: »Grundsätzlich hat der Träger zu jeder Zeit die Möglichkeit, ein regionales Planungsverfahren einzuleiten und dadurch strukturelle Veränderungen herbeizuführen. Eine Entscheidung des Landes über die geplante Umstrukturierung kann erst nach Durchführung des im Krankenhausgestaltungsgesetz vorgegebenen Verfahrens zur Fortschreibung des Krankenhausplans erfolgen«, betonte Haffmans. Sollte ein entsprechendes Verfahren tatsächlich eingeleitet werden, würden auch eventuelle förderrechtliche Auswirkungen betrachtet.

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