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Umbau für Pflegedienst, Tagespflege und barrierefreies Wohnen

Ulmenhof wird zur Senioreneinrichtung

Rahden (WB). »Der Ulmenhof steht künftig nicht leer oder verfällt. Wir haben eine ganz gute Variante gefunden«, sagt Jennifer Engels, geborene Hartmann, zur Umgestaltung der Gaststätte »Ulmenhof«.

Michael Nichau

Der Schriftzug bleibt: Die Einrichtung wird auch künftig Ulmenhof heißen. Hans Eckhard und Annette Meyer, Jennifer Engels, Friedrich Wilhelm Hartmann und Architekt Mario Holset haben am Montag die Pläne für den Umbau der Gaststätte erläutert. Foto: Michael Nichau

Die Inhaberfamilie mit Wirt Friedrich Wilhelm Hartmann (64) hat sich aus persönlichen Gründen entschlossen, das Traditionsgasthaus, das seit mehr als 175 Jahren den Mittelpunkt des Ortsteils bildet, zum Jahresende nicht mehr weiterzubetreiben. »Wir haben nach gastronomischer Nachfolge gesucht, aber niemanden gefunden«, sagt Hartmann. Für die Familie sei dieser Entschluss ein schwerer Schritt gewesen.

Nachfolgenutzung

Dennoch bemühte sich Hartmann um eine Nachfolgenutzung. Mit Architekt Mario Holste aus Preußisch Ströhen fand er einen Planer und Investor, der sich nach drei Jahren Vorbereitung dazu entschloss, das Gesamtobjekt zu kaufen, zu renovieren und im Erdgeschoss an die Dr. Bock Gruppe (Schloss Rahden) zu verpachten.

»Ziel war die oberste Maxime, ›erhalten und bewahren und Neues entwickeln‹«, sagt Hans-Eckhard Meyer, Geschäftsführer von Schloss Rahden. »Das Erscheinungsbild des Hauses bleibt weiterhin erhalten«, sichert er zu. »Das ist ein zukunftsfähiges Projekt«, meint er.

Tagespflege und Pflegestützpunkt

Im Haus sollen bis Herbst 2020 drei Kernelemente entwickelt werden: Zum einen wird in den Bereich des Saales eine Tagespflege für Senioren einziehen. »Unsere ›Arche‹ wird jetzt zehn Jahre alt und die Kapazitäten reichen nicht aus«, sagte Meyer. Zum anderen erhoffe man sich, Senioren aus dem niedersächsischen Raum zu erreichen.

Weiterhin soll der Pflegedienst der Dr. Bock-Gruppe, »Pro Senior« aus Bocks Allee, in den Ulmenhof umziehen. »Uns fehlen dort einfach die Räumlichkeiten für so viele Mitarbeiter und auch die Parkplätze«, erläutert Geschäftsführerin Annette Meyer. Im ehemaligen Restaurantbereich sollen diese ein neues Zuhause finden.

Kegelbahn wird zu Apartments

Für die Kegelbahn hat Architekt Mario Holste die Idee, dort eine alternative Wohnform zu schaffen. »Der Bereich wird in sechs Apartments aufgeteilt.«

»Und damit schließt sich der Kreis zur vorgesehenen Quartierbildung, ähnlich wie in der Katzengasse und Winkelstraße«, betont Hans Eckhard Meyer. Es sei langfristig von Mario Holste vorgesehen, im Gebäudekomplex (Obergeschoss) sieben barrierefreie Wohnungen (50 bis 85 Quadratmeter) zu etablieren. »Diese sind noch nicht im ersten Bauantrag enthalten«, sagt Holste. Dafür und für die weitere Entwicklung müsse der städtische Bebauungsplan geändert werden.

Zukunftsperpektive

Diese Entwicklung sehe vor, im rückwärtigen Bereich noch mehrere barrierefreie Bungalows zu errichten. »Damit wird der Ulmenhof für die nächsten 25 Jahre zu einer attraktiven Wohneinrichtung«, sagt Meyer.

Zum Quartiergedanken gehöre auch, dass sich die Einrichtung für die Nachbarschaft öffnen wolle: »So kann etwa der Sozialverband seine Versammlungen in der Tagespflege abhalten und wir wollen das Haus auch für Feste der Dorfgemeinschaft öffnen«, meint der Geschäftsführer.

Drei Jahre wird es noch dauern

Durch die zeitliche Perspektive (Holste rechnet mit drei Jahren bis zur Änderung des Bebauungsplanes) sei es möglich, dass der Schützenverein auch die nächsten Feste im Zelt am Ulmenhof feiern könne. Zudem bleibe ja der Schießstand erhalten und stehe für den Verein zur Verfügung. »Es soll Leben in dieses Haus«, meint Annette Meyer. Auch der Innenhof eigne sich letztlich für Nachbarschaftsfeste. »Wir wollen unbedingt die Verbindung zu den Vereinen bestehen lassen«, verspricht Hans Eckhard Meyer.

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