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Interview mit Ortsvorsteherin Anette Streich

»Uns fehlen in Varl Bauplätze«

Rahden (WB). Ganz eigene Themen und Probleme haben die Ortschaften in Rahden. Wie man diese angehen kann, zeigt ein Gespräch, das Redakteur Michael Nichau mit der Varler Ortsvorsteherin Anette Streich geführt hat.

Anette Streich wünscht sich Bauplätze in ihrer Ortschaft.

Was ist das Hauptproblem in der Ortschaft Varl?

Anette Streich: Es fehlen uns definitiv Bauplätze für junge Familien und auch Wohnungen für junge Menschen, die zu Hause ausziehen möchten und auf eigenen Beinen stehen wollen. An diesem Problem müssen wir dringend arbeiten.

Was hat das für Auswirkungen?

Streich: Junge Leute sollten in Varl bleiben, aber viele im Alter zwischen 20 und 30 Jahren ziehen nach Rahden, weil sie in Varl nichts finden und dann kommen sie größtenteils nicht wieder. Wir müssen einfach den Ort gemeinsam mit den Vereinen attraktiver für die Jugend machen. Bei den Bauplätzen ist aber die Verwaltung gefragt.

Wer will das in Varl verwirklichen?

Streich: Es kommen aus der Dorf- und Vereinsgemeinschaft gute Ideen. Außerdem sind wir dabei, »Varl-Varlheide kreativ« wiederzubeleben. Ich bin da nicht Ideengeberin, sondern Koordinatorin.

Welche Projekte stehen in Varl an?

Streich: Allein innerhalb des IKEK-Projektes gibt es vier Maßnahmen in Varl. Wir sind uns da sehr einig, weil alle Vereine, die Kirchengemeinden und die örtliche Politik gemeinsam mit im Boot sind und wir verkünden, was uns fehlt. So soll jetzt ein Spielplatz inklusive Kleinspielfeld zwischen dem Sportgelände der SpVgg Union Varl und der Freien evangelischen Gemeinde geschaffen werden. Das wertet mit Sicherheit den Dorfkern auf. Das alte Feuerwehrgerätehaus soll abgerissen werden. Da entsteht dann ein Bauplatz. Für den weiteren Bereich im Ortskern gibt es zwar Pläne, aber die sind momentan nicht spruchreif.

Macht da ein Stall-Projekt Schwierigkeiten?

Streich: Das ist noch nicht abschließend geklärt. Es geht hier vorrangig um die zwei zwölf Meter hohen Futtersilos. Die Baugenehmigung des Kreises Minden-Lübbecke liegt vor und wir hoffen, dass diese niedriger oder an anderer Stelle errichtet werden. Hierzu haben die Varler Anlieger solidarisch Unterschriften gesammelt, die dem Kreisbauamt übergeben worden sind. Alle müssen nun mit der Situation leben und hoffen, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden wird, mit der alle zufrieden sind.

Was brennt in Varl noch unter den Nägeln?

Streich: Die Schießhalle ist alt und absolut renovierungsbedürftig. Sie wird von mehreren Vereinen genutzt und müsste dringend auf einen zeitgemäßen Stand gebracht werden. Das ist zurzeit ein wichtiger Punkt, bei dem Handlungsbedarf besteht. Es bleibt aber dabei, dass zum Beispiel der Heimatverein Varl-Varlheide mit der Gruppe »Puppen up Platt« kein eigenes Domizil hat. Die Verwirklichung des Traumes von einem Dorfgemeinschaftshaus würde hier erheblich helfen. Auch viele weitere Vereine hätten hiervon einen erheblichen Nutzen.

Was könnte denn tatsächlich noch realisiert werden?

Streich: Wunsch wäre es, eine Laufstrecke in Varl zu schaffen. Ziel ist es, Sport in der schönen Landschaft außerhalb des Sportplatzes, etwa an der Großen Aue, möglich zu machen. Auch ein Baumlehrpfad an der »Wallage« ist in Vorbereitung. Wir haben so tolle Möglichkeiten hier auf dem Land, aber wir müssen sie auch nutzen.

In Varl klappt vieles durch die Zusammenarbeit?

Streich: Wir arbeiten hier sehr gut zusammen. Alle versuchen, das Dorf am Leben zu erhalten. Aber ich sehe auch eines: Man kann nur redenden Menschen helfen, nicht den Meckerern.

Da gibt es noch außer der evangelischen noch weitere Kirchengemeinden im Ort. Wie ist das Verhältnis?

Streich: Neben der evangelischen Kirchengemeinde haben wir hier die freie evangelische Gemeinde in Varl und die Christusgemeinde in Varlheide. Alle fügen sich ganz hervorragend ins Dorf ein. Und die Menschen sind bereit, hier mitzuarbeiten und etwas zu bewegen.

Es gibt auch noch die Idee eines Lebensmittelladens?

Streich: Wir warten noch auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, aber ich denke, einen Dorfladen anzusiedeln, wird schwierig. Ideen für Alternativen werden natürlich auch in Varl gesucht. Dann müssten aber auch die Bewohner mitziehen und die vielleicht doch leicht höheren Preise zahlen.

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