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Vor 25 Jahren übernahm Udo Schiwek die Fahrschule in Rahden-Preußisch Ströhen

Vom Bäckermeister zum Fahrlehrer

Preußisch Ströhen

Gründe zum Feiern und weniger erfreuliche Anlässe liegen oft dicht beieinander. Zu dieser Erkenntnis gelangen gerade Udo und Anette Schiwek und ihr qualifiziertes Fachteam im beschaulichen Rahden-Preußisch Ströhen.

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Vor 25 Jahren übernahmen Udo und Anette Schiwek, geborene Westerkamp (vorn), die 1967 von Heinz Westerkamp in Preußisch Ströhen gegründete Fahrschule. Neben dem Ehepaar Schiwek zählen (von links) die qualifizierten Fahrlehrer Frank Eikenhorst, Dörte Korte und Michael Terboven zum Team der Jubiläums-Fahrschule Foto: B

Sie blicken mit ihrer weithin bekannten Fahrschule in auf die 25. Wiederkehr der Übernahme des Betriebs vom damaligen Firmengründer Heinz Westerkamp zurück, der fast 30 Jahre zuvor in Preußisch Ströhen in den Räumen des Autohauses Dieker mit dem Fahrschulbetrieb begonnen hatte.

Anlässlich des besonderen Datums halten das Ehepaar Schiwek und sein Fahrlehrer-Trio zwar auf ein ausgesprochen erfolgreiches Vierteljahrhundert Rückschau, verzichten wegen des Corona-Lockdowns aber auf ursprünglich geplante Rabattaktionen und eine offizielle Jubiläumsfeier. Stattdessen verspricht Geschäftsführer Udo Schiwek ehemaligen und künftigen Fahrschülern, in der gewohnten Weise weiterzuarbeiten: „Wir bieten auch im Jubiläumsjahr und darüber hinaus eine bestmögliche Ausbildung nach den Vorgaben des geltenden Fahrlehrergesetzes und der Ausbildungsverordnung für Fahrschüler.“

Das gelte nicht nur für Schulungen in allen Führerscheinklassen, sondern auch für Aus- und Weiterbildungen mit dem Gabelstapler und für Berufskraftfahrer.

„Alles richtig gemacht,“, finden der 61-jährige Udo Schiwek und Ehefrau Anette, wenn sie die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren lassen – ihr Kennenlernen jenseits des großen Teiches in den Vereinigten Staaten, ihre Rückkehr nach Kalletal in der Nähe von Lemgo, den Umzug nach Tielge und die Übernahme der renommierten Fahrschule von Heinz Westerkamp, dem Vater der heute 55-jährigen Anette Schiwek.

Nach entsprechender Ausbildung ist Udo Schiwek seit Ende 1995 als selbstständiger Fahrlehrer tätig, während seine Frau für die administrativen Arbeiten verantwortlich ist. „Von den Anmeldungen bis zum Versenden der Rechnungen“, beschreibt sie ihren Part. Unterstützt werden beide aktuell von den Fahrlehrern Frank Eikenhorst, Dörte Korte und Michael Terboven. Vor der beruflichen Neuorientierung hatte Udo Schiwek in den USA als Meister eine deutsche Bäckerei geleitet, seine spätere Frau war zeitgleich für eine westfälische Firma fernab der Heimat tätig.

Nach der Übernahme der elterlichen Fahrschule führte das damals junge Paar den Betrieb im Sinne (und mit mehrjähriger aktiver Unterstützung) des Vaters weiter – immer mit den neusten Modellen bekannter Autohersteller, mit Schulungsfahrzeugen mit Schalt- oder Automatikgetriebe.

Wegen des ländlich strukturierten Umfelds gehört seit einigen Jahren auch ein Traktor mit Anhänger zum beweglichen Inventar. „Das bieten nur wenige Fahrschulen im Altkreis“, sagt Schiwek und weist darauf hin, dass auch für die Zweirad-Ausbildung in allen Klassen modern ausgestattete Krafträder für unterschiedliche Körpergrößen zur Verfügung stehen.

Als Ausbildungsfahrzeug allerneuster Generation sieht Udo Schiwek seinen mit der Fahrschule Radler in Rinteln angeschafften Lastkraftwagen, einen weißen Mercedes Benz Actros mit 360 PS unter der Haube und einem Cockpit, das einer modernen Monitorlandschaft gleicht. „Die Kabine muss der Fahrer selbst erklimmen“, beschreibt Schiwek die Ausstattung des neuen Lkw. „Danach hilft modernste Technik.“

Große Außenspiegel gibt es nicht, stattdessen Anfahrspiegel, die auf einem Monitor Kamerablicke nach hinten aufzeigen. „Navi und GPS bremsen den Lkw automatisch vor Kurven oder Kreiseln ab“, nennt Schiwek weitere Besonderheiten. „Mittels einer entsprechenden Technik ist energiesparendes Fahren möglich.“

Auf beeindruckende Zahlen weist der 61-Jährige auch hin: „Unsere Schulungsfahrzeuge haben im Laufe der Jahre mehr als fünf Millionen Kilometer zurückgelegt. Und das Ganze ohne spektakuläre Unfälle, höchstens mal mit einem kleinen Auffahr-Crash.“ Hauptsächlicher Schulungs- und Prüfort sei Lübbecke, ergänzt er. Zudem werde natürlich auch auf Landstraßen und Autobahnabschnitten außerhalb des Kreises geschult.

Die wöchentlichen Theoriestunden laufen normalerweise in Schulungsräumen an fünf verschiedenen Standorten: montags ab 19 Uhr in Oppenwehe, dienstags ab 19 Uhr in Preußisch Ströhen, montags ab 17.15 und mittwochs ab 19 Uhr in der Filiale im Zentrum der Stadt Rahden, mittwochs ab 19 Uhr in Levern und donnerstags ab 19 Uhr in Kleinendorf.

Anmeldungen sind jeweils eine halbe Stunde vor Unterrichtsbeginn möglich. In Kleinendorf findet wegen der Raumgröße aktuell kein Unterricht statt, dafür zusätzlich donnerstags um 19 Uhr in der Filiale Rahden-Zentrum.

Der Schulungsbetrieb blieb auch von der Coronakrise nicht verschont. „Mitte März mussten wir den Betrieb für mehr als fünf Wochen ganz einstellen“, blickt Anette Schiwek zurück. „Danach waren Schulungsfahrten krisenbedingt nur mit einem Fahrschüler möglich.“ Jetzt muss der Schulungsbetrieb vorerst bis zum 9. Januar wieder eingestellt werden und nur berufsbezogene Ausbildungen und Prüfungen sind erlaubt. Anmeldungen sind aberwährend des Lockdowns jederzeit telefonisch und per E-Mail möglich.

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