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UfR-Vorsitzende stellt MKK-Vorstand unbequeme Fragen

»Warum werden keinerleiZahlen genannt?«

Rahden (WB). Mit einem offenen Brief wendet sich Gundel Schmidt-Tschech, Fraktionsvorsitzende der UfR (Unabhängig für Rahden), an den Vorstand der Mühlenkreiskliniken (MKK), Dr. Olaf Bornemeier und Dr. Kristin Drechsler, sowie an den Landrat Ralf Niermann. Schmidt-Tschech schreibt:

Bei der Informationsveranstaltung der MKK in Minden sind keine Zahlen genannt worden. Die Pressevertreter und damit die Öffentlichkeit wurde davon ausgeschlossen. Foto: Hemann

»Der Vorstand der MKK hatte zugesagt, uns die Unterlagen seines Vortrages zur Verfügung zu stellen. Das ist bis heute nicht geschehen. So viel zum Thema Transparenz. Man sagte weiter zu, unsere Fragen schriftlich zu beantworten.

Hier unsere Fragen: Ist der Vorstand befugt, ohne Zustimmung des Verwaltungsrates eine so wichtige Neuorientierung der MKK mit so gravierenden Kosten, unseren Steuern, in Gang zu setzen und eine externe Beraterfirma zu

beauftragen? Wie hoch sind die Kosten für diese Firma? Wie war die im Vorfeld bereits tätige interne Kommission besetzt? Wie lauten die Ergebnisse dieser internen Kommission? Ist der hoch bezahlte Vorstand (Jahreseinkommen pro Mitglied sechsstellig, kommen noch Bonizahlungen hinzu?) nicht in der Lage, zusammen mit den Chefärzten und der Personalvertretung ein schlüssiges Konzept zu erarbeiten und den Politikern in verständlicher Form als Entwurf und Entscheidungshilfe vorzulegen? Wie kann es angehen, dass der Vorstand in einer solch wichtigen Angelegenheit mit einer kaum zu übersehenden Tragweite für die gesamte Bevölkerung des Kreises keine konkreten Betriebszahlen zur Untermauerung seines Konzeptes zur Verfügung gestellt hat? Gibt es diese nicht? Wie kann es angehen, dass der Vorstand nicht in der Lage ist, die Betriebsergebnisse der einzelnen Häuser vorzulegen? Und dann ein solches Konzept vorzuschlagen mit der Schließung der Portalklinik und Verlagerung anderer erfolgreich arbeitender Abteilungen?

Kein Plan B?

Mit Verlaub, hält der Vorstand uns für so dumm, dass wir das akzeptieren? Kann sich der Vorstand erlauben, keine Alternativen vorzuschlagen, keinen Plan B vorzuhalten? Was hat der Vorstand bisher unternommen, dass die jungen aufgeklärten Bürger, die angeblich nicht in die Portalklinik gehen (wo sind die Belege für diese Behauptung?) diese Portalklinik doch aufsuchen? Was hat der Vorstand unternommen, um die in der Portalklinik für viel Geld angeschafften modernsten technischen Geräte auch ambulant und nicht nur für stationär untergebrachte Patienten nutzen zu können?

Auch ein Abrechnungsproblem ist nicht in Stein gemeißelt und verhandelbar. Sind solche Verhandlungen erfolgt? Wie kann es angehen, dass der Vorstand in der Veranstaltung vom 15. Juni die Teilnehmer mit einem Zitat des Ministers Karl-Josef Laumann – »die kleinen Krankenhäuser vom Netz zu nehmen« – konfrontiert, das der Minister laut Auskunft des Ministeriums nicht gemacht hat?

Langfristig vorbereitet

Wie kann es angehen, dass der Vorstand der MKK, der nach eigenen Angaben seit der Einstellung von Kristin Drechsler, also seit 2015, an dem Konzept arbeitet, es nicht für nötig gehalten hat, die Stadt Rahden, die mit der Planung und auch Fertigstellung des Gesundheitszentrums an der Portalklinik befasst war, darüber zu informieren? Geht man so mit Vertragspartnern, den Bürgern, aber auch den Ärzten und Apothekern, die im Gesundheitszentrum ihren Lebensunterhalt verdienen, um?

Wie stehen die Chefärzte und das Pflegepersonal zu diesem Konzept? Dazu haben wir bisher überhaupt nichts gehört. Es entsteht der Eindruck, dass das Krankenhaus schon seit Jahren systematisch schlecht geredet wird, um die Basis zu schaffen, die Portalklinik Zeit schließen zu können. Wie zynisch ist die Behauptung des Vorstandes, der Nordkreis sei, was die Notfallversorgung angehe, durch die Krankenhäuser in Niedersachsen ausreichend versorgt.

Geld der Bürger

Hier wird vergessen, dass mit unserem Geld aus dem Nordkreis die MKK gegründet wurden, um genau diese Notfallversorgung auch im Nordkreis zu garantieren. Wie kann es angehen, dass der Landrat es zulässt, dass Dr. Drechsler im Fernsehen am 12. Juni bisher unwidersprochen, erklärt, der aufgeklärte junge Patient gehe nicht in die Portalklinik Rahden? Das ist nicht nur eine durch nichts belegte Behauptung. Das ist in höchstem Maße eine Herabsetzung und Geschäftsschädigung der gesamten MKK, denn auch die Portalklinik ist Teil des Verbundes.

Wir brauchen uns in Rahden keine Gedanken zu machen zur Wirtschaftsförderung, wenn derartige Behauptungen unwidersprochen bestehen bleiben. Der Landrat müsste als Dienstherr tätig werden und arbeitsrechtliche Schritte gegen den Vorstand der MKK einleiten. Hier ist aber auch der gesamte Verwaltungsrat gefragt, der den Landrat schon längst dazu hätte auffordern müssen, wenn dieser nicht von allein tätig wurde.

Positionen richtig besetzt?

Nach allem fragt es sich, ob man sich nicht einmal grundsätzlich Gedanken machen müsste über die richtige Besetzung von Positionen (Landrat und Vorstand der MKK), etwa die Bestimmungen zur Abwahl zu prüfen. Abschließend möchten wir festhalten, dass die schwarzen Zahlen, die die MKK seit Jahren schreiben, so der Vorstand, vorwiegend auf die hervorragende Arbeit der Ärzte und des Pflegepersonals beziehungsweise des gesamten Personals zurückzuführen ist.

Ach übrigens, waren Sie, Frau Dr. Drechsler und Sie, Herr Dr. Bornemeier, schon einmal in unserer Portalklinik?

Wir haben nicht den Eindruck und laden Sie herzlich ein, diese einmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu besuchen.«

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