Seit Ende März nistet ein Storchenpaar auf dem Horst an der Bockwindmühle

„Wehe ist wieder ein Storchendorf“

Rahden

Die Weher Mühle klappert auch in diesem Frühling nicht: Die beliebten Mahl- und Backtage mussten bis auf weiteres abgesagt werden. Auch an Himmelfahrt und Pfingsten 2021 wird kein fröhliches Miteinander unter den Mühlenflügeln und im Müllerhaus möglich sein.

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Das Storchenpaar auf dem Horst an der Bockwindmühle bei der Balz. Die Naturfreunde aus Wehe freuen sich riesig darüber und hoffen auf Nachwuchs. Foto: Winfried Hedrich

„Schade, denn die Gäste des Heimatvereins hätten sich auch am Klappern der neuen Dauergäste auf der schon vor einigen Jahren errichteten Nisthilfe erfreuen und vielleicht auch schon die Aufzucht von Jungstörchen beobachten können“, meint Friedrich Schepsmeier, Vorsitzender des Heimatvereins Wehe.

Als sich bis Mitte März schon mehr 80 Storchenpaare im Kreis Minden-Lübbecke angesiedelt hatten und damit fast die Rekordzahlen des Vorjahres erreicht waren, vermuteten die Weher Heimatfreunde: Wohl erneut wieder nur Kurzbesucher, aber keine Mieter für die vorsorglich bereitgestellte Storchenwohnung.

Doch Dr. Dr. Alfons Bense vom Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche“ riet zur Geduld: „Auf diese „Westzieher-Störche“, die früher über Gibraltar flogen, aber in den vergangenen Jahren meistens in Spanien überwintern, folgen deutlich später die „Ostzieher“. Deren Weg aus Ostafrika über Palästina und den Bosporus ist deutlich weiter. Vielleicht habt ihr ja Glück.“

Und tatsächlich ließ sich Ende März ein solches Paar auf dem Weher Horst nieder. Dr. Bense kam mit einem Steiger und verstärkte den Nestaufbau gemeinsam mit einigen Wehern, berichtet Schepsmeier.

Bald konnten die Störche auch bei aktiver Familienplanung beobachtet werden, und seit dem 13. April brüten diese offenbar. Mit Nachwuchs darf deshalb etwa Mitte Mai gerechnet werden.

„Für das alte Storchendorf Wehe zeichnet sich damit ein tolles Comeback ab. Bis etwa 1951 brüteten Störche auf dem Hof ‚Dögens‘, heute Im Strang 1. Und bis 1888 nistete auf dem Anwesen Langenhorst 14 (Kemner) ein weiteres Paar. Das alles ist lange her“, erläutert der Vorsitzende.

Neben den schon länger an der Mühle aufgestellten Honigbienen und jetzt den Störchen bereichert neuerdings eine weitere seltene Art das Mühlengelände: In der Bockwindmühle selbst hat sich ein Paar Turmfalken angesiedelt. „Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens im Sommer auch Gäste diese Einblicke in die Natur genießen können“, meint Schepsmeier.

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