1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Rahden
  6. >
  7. Wem kann Max noch trauen?

  8. >

Laienspielschar spielt noch dreimal »Akt mit Lilie«

Wem kann Max noch trauen?

Rahden-Preußisch Ströhen (WB). Wenn es darum geht, mit viel Kreativität, Ideenreichtum und Herzblut gute Laune auf die Bühnenbretter zu zaubern, sind die Akteure der Preußisch Ströher Laienspielschar Meister. Und auch darin, die einzelnen Charaktere auf den Punkt genau mit den passenden Darstellern zu besetzen.

Anja Schubert

Hildegard (Silke Langhorst (links) und Lissy (Saskia Langhorst) mit dem Bild, das Max (Dieter Göbel) geerbt hat. Foto: Anja Schubert

Dieses beweist die Theatergruppe einmal mehr mit ihrem neuesten Bühnenstück »Akt mit Lilie«, das vor den Augen der Mitglieder des örtlichen Sozialverbandes am Donnerstagabend im Gasthaus Buschendorf erfolgreich Vorpremiere feierte. Das sechsköpfige Ensemble um Regisseurin Marion Petersik sowie die Helfer hinter den Kulissen ernteten nicht erst am Schluss lang anhaltenden Beifall. Nach einem gemeinsamen Essen hatte das Publikum im voll besetzten Saal einige heitere Stunden mit Lachmuskeltraining verbracht und sparte auch nicht mit spontanem Szenenapplaus.

Mit dem Stück von Peter Wekwerth hat sich die Theatertruppe an eine Beinahe-Kriminal-Komödie gewagt, in der heftige Turbulenzen ihre Schatten voraus werfen. Denn die Erbschaft eines wertvollen Gemäldes hebt die heile Welt des einstigen Heiratsschwindlers Max Bünsing (Dieter Göbel) ganz schön aus den Angeln. Nicht nur, dass er sich plötzlich mit seiner vermeintlichen Tochter Lissy (Saskia Langhorst) konfrontiert sieht, stellt ihm zudem seine Lebensgefährtin Hildegard (Silke Langhorst) fast die Koffer vor die Tür.

Auch der Neffe der Erblasserin (Frank Sander) und dessen Gattin (Sarah Peper), strittige Familien- und Vermögensverhältnisse sowie Untermieter Clemens (Martin Feldmann) tragen nicht gerade dazu bei, dass sich das Chaos lichtet. Als Max hinter allem und jedem einen Gauner wittert, will er die Zusammenhänge aufklären und dem intriganten Spiel die Stirn bieten – nicht ohne dabei natürlich Federn lassen zu müssen. Für ihn, der jahrelang einsame Witwen und Polizei an der Nase herumgeführt hat, ist es undenkbar, dass er jetzt den Möchtegern-Kriminellen von heute aufsitzen soll.

Binnen drei Monaten haben die sechs Darsteller viel Text gelernt und sich überzeugend in ihre Rollen hineingelebt. Die Idee, im Zuschauerraum eine zweite Bühne als Notarbüro zu platzieren, wurde vom Publikum ebenso mit ­Applaus honoriert wie die mit Timo Buschendorf, Tina Möller, Mareike Bödeker und Christin Kammeier kurzzeitige Rekrutierung der Bühnenhelfer zur Testamentseröffnung. Christian Thielemann, Hermann Tinnemeier und Tabea Kattelmann haben zudem neben Regisseurin Petersik hinter den Kulissen ein waches Auge, damit alles seinen geplanten Gang geht.

Werden sich am Ende Irrungen und Wirrungen aufklären? Kann Max seine dubiose Vergangenheit gerade rücken? Was hat es mit einer Fälschung wirklich auf sich? Und darf sich zu guter letzt überhaupt jemand über einen unerwarteten Geldsegen freuen? - Viele Fragen, auf die es nach der gelungenen Generalprobe nur eine Antwort gibt: Sich eine Eintrittskarte sichern und von dem heiteren Spiel begeistern lassen.

Dreimal wird die Komödie in zu sehen sein: an diesem Sonntag ab 15 Uhr bei Kaffee und Kuchen sowie noch einmal am Dienstag, 26., und Donnerstag, 28. Februar, jeweils ab 19.30 Uhr. Karten sind im Gasthaus Buschendorf erhältlich.

Startseite
ANZEIGE