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Varler Reservistenclub feiert 50. Jubiläum

Wenn aus jungen Hüppernalte Hasen werden

Rahden-Varl (WB). Seit ihrer Gründung nennen sie sich »Alte Hasen«. Inzwischen ist der Name durchaus Programm: Der Varler Reservistenclub hat am Wochenende mit zahlreichen Mitgliedern, Freunden und Gastvereinen 50. Geburtstag gefeiert.

Charlotte Peitsmeier

Karl-Heinz Körber (von links), Ingo Schwettmann und Herbert Kummer haben im Gespräch mit diesre Zeitung einige Anekdoten aus 50 Jahren »Alte Hasen« geschildert. Foto: Peitsmeier

»50 Jahre ist es her, dass wir das erste Bier zusammen getrunken haben« – Als Karl-Heinz Körber, Ingo Schwettmann und Herbert Kummer am Freitagabend während der Jubiläumsfeier des Varler Reservistenclubs im »Goldenen Hecht« zusammen sitzen, werden sie an vielen Stellen an den 14. März 1969 zurückversetzt, jenen Abend, an dem die Freunde mit drei weiteren ehemaligen Bundeswehrkameraden die »Alten Hasen« gründeten. Im Gespräch mit dieser Zeitung lassen die drei Männer 50 Jahre »Alte Hasen« Revue passieren – und klären dabei auch darüber auf, wie der Verein eigentlich zu seinem plakativen Namen gekommen ist. Alles begann als lose Verbindung unter den Reservisten, die 1967 aus Minden entlassen wurden. »Damals wurden die neuen Soldaten, die zur Bundeswehr kamen, ›junge Hüpper‹ genannt – als ›junger Hüpper‹ hatte man noch nicht viel zu sagen«, erinnerte sich Herbert Kummer lachend. »Mit der Entlassung wurde man dann zum ›alten Hasen‹. Ein passender Name also für einen Reservistenclub, wie wir fanden.« Im Vordergrund standen für die Männer bei der Gründung die Kameradschaft und das Miteinander. »Durch die gemeinsame Zeit bei der Bundeswehr ist schon eine besondere Verbundenheit entstanden. Wir hatten 90 Mark im Monat. Da war man aufeinander angewiesen«, erklärte Karl-Heinz Körber. Gegründet wurden die Alten Hasen in der Gaststätte Hodde in Varl. Hier wurde auch das erste Fest gefeiert, unter dem Kennwort »Blauer Wachholder«, wie sich Ingo Schwettmann schmunzelnd erinnerte. Der Schlachtruf des Vereins »Hoppel hoppel – bum bum«, der die Attribute Hasen und Bundeswehr miteinander verbinden sollte, war fortan auf so mancher ausgelassener Feier zu hören. Schnell haben sich die »Alten Hasen« in Varl und Umgebung einen Namen gemacht, wussten sie schließlich bei sämtlichen Dorffesten, Pokalschießen und Fußballturnieren mit lustigen Aktionen zu begeistern. »Anfangs waren wir eine Gruppe Junggesellen. Später kamen dann bei gemeinsamen Aktionen, wie unserer jährlichen Fahrradtour, auch die Familien dazu«, sagte Schwettmann. An eine Fahrrallye erinnert er sich besonders: »Da mussten sich alle als Indianer verkleiden und ein jeder noch einen Gefangenen mitbringen.« Schon eine gewöhnliche Jahreshauptversammlung wurde zum Erlebnis, wenn etwa nebenan die Geflügelzüchter tagten und man sich spontan dazu entschloss, eine Gesangsdarbietung zu »Der Hahn ist tot« zu präsentieren. »Ich glaube der Geflügelzuchtverein will seither nicht mehr zeitgleich mit uns Jahreshauptversammlung haben«, scherzte Karl-Heinz Körber.

Eine für den Reservistenclub wesentliche Änderung lag in der Abschaffung der Wehrpflicht im Jahr 2011. Während zuvor gewährleistet war, dass immer neue Mitglieder dazu kamen, ist dies heute nicht mehr der Fall. Dennoch zählen die »Alten Hasen« stolze 80 Mitglieder, darunter auch einige »Junghasen« – Eine Tatsache, über die sich auch der heutige Vorsitzender des Vereins, Martin Rohlfing, freut.

Er begrüßte im Zuge der Jubiläumsfeier neben den Mitgliedern und Ortsvorsteherin Anette Streich als Vertreterin der Stadt auch die Varler und Varlheider Vereine und Freunde des Reservistenclubs und betonte: »Die große Zahl der Gäste heute zeigt, dass die ›Alten Hasen‹ allgemein bekannt und beliebt sind.« In diesem Zusammenhang dankte er allen aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des Vereins, für ihr Engagement.

»Die Mitglieder im Reservistenclub sind belebende Elemente und Aktivposten innerhalb unseres Vereinswesens, denn aktive Tätige gehen vom Reden zum Handeln über und betrachten ihre freiwillig übernommene Aufgabe als Ehrensache.« Insbesondere richtete Martin Rohlfing das Wort an Karl-Heinz Körber und Ingo Schwettmann, jene Gründungsmitglieder, die bis heute aktiv am Vereinsgeschehen teilnehmen. Unter großem Applaus wurden Körber und Schwettmann für ihre 50-jährige Mitgliedschaft mit Präsenten geehrt. Die anschließende Feierlichkeit mit Musik und Tanz stand ganz im Zeichen von 50 Jahren alte Hasen. Als Martin Rohlfing dazu einlud, das Glas auf das »Geburtstagskind« zu erheben, stimmten alle mit ein: »Prosit! Und ein dreifach kräftiges Hoppel hoppel - bumm bumm«.

Die Jubiläumsfeier machte deutlich: Die Alten Hasen haben in ihrer 50-jährigen Bestehenszeit ihre Fröhlichkeit und den Schalk im Nacken nie verloren. In dieser Hinsicht sind sie vielleicht immer »Junge Hüpper« geblieben.

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