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Sekundarschule: Hauptausschuss beschließt Mehrkosten von knapp 300.000 Euro

Zentrale Lüftung wird gebaut

Rahden

Noch bevor der Anbau der Sekundarschule Rahden in die konkretere Planung geht, kommen die ersten Mehrkosten auf die Stadt zu.

Michael Nichau

So in etwa könnte eine Filteranlage für die Sekundarschule aussehen. Das Bild zeigt eine Anlage im Rathaus Verl, die den Dimensionen der für die Sekundarschule vorgesehenen Lüftung entspricht Foto:

Überlegt wurde, eine zentrale Lüftungsanlage in den Neubau zu integrieren. Die Entscheidung dafür musste jetzt schon vom Haupt- und Finanzausschuss der Stadt, stellvertretend für den Rat, getroffen werden.

Und diese Entscheidung fiel nach kurzer Diskussion einstimmig aus: Die Lüftungsanlage soll beim Neubau mit geplant werden. Die Mehrkosten: etwa 270.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Dazu kommen jährlich etwa 1500 Euro (ebenfalls ohne Steuern) für die Wartung der Anlage.

Noch liegt den Ratsmitgliedern keine exakte Kostenschätzung für den Neubau des Schultraktes als Anbau an die ehemalige Hauptschule vor. Doch brauchte der Architekt, der bis zum Sommer konkretere Planungen und damit auch Kostenberechnungen vorlegen will, eine vorgezogene Entscheidung: Lüftung ja oder nein.

Die Verwaltung legte – nach Beratung durch einen Gutachter – einen Beschlussvorschlag vor: Es solle sich um eine zentrale Lüftungsanlage mit Filterung handeln. Das Gerät soll ins Gebäude integriert werden, befindet sich also nicht auf dem Dach. Und – was die meisten Politiker überzeugte – es verspricht eine bis zu 80-prozentige Wärmerückgewinnung aus der Abluft, somit Energieeinsparungen beim weiteren Betrieb der Schule.

50.000 Kubikmeter Luft solle die Anlage künftig umwälzen, Zu- und Abluft sind getrennt und werden gefiltert. „Das soll auch Viren jeglicher Art reduzieren“, erläuterte die Verwaltung. Und auch dies schien in Pandemiezeiten ein guter Beweggrund zu sein, dem Vorschlag der Verwaltung zuzustimmen.

Udo Högemeier (Energieexperte der SPD) war einer der ersten, der dem Einbau der Anlage zustimmte. „Der Vorschlag geht in die richtige Richtung, da mit der Anlage eine Wärmerückgewinnung möglich ist“, meinte er. Es sei sinnvoll, einen Neubau mit moderner Technik auszustatten.

Guido Peitsmeier (CDU) sieht die Rahdener Politik im „klassischen Dilemma“: „Einerseits wollen wir angesichts der angespannten Haushaltslage sparen, wo es geht, andererseits ist so eine Lüftungsanlage heute für Neubauten Standard und angesichts der Diskussion um Lüften während der Pandemie ein wesentliches Thema“, meinte er. So habe sich die CDU-Fraktion mehrheitlich entschlossen, dem Verwaltungsvorschlag zu folgen.

Martin Wlecke (FDP) machte deutlich: „Wenn wir heizen und mit offenen Fenstern lüften, blasen wir die Energie nur so raus. Schon in der Kosten-/Nutzenabwägung bietet sich eine solche Anlage beim Neubau an“, sprach er sich deutlich für den Verwaltungsvorschlag aus.

Auch Winrich Dodenhöft (Bündnis 90/Grüne) signalisierte angesichts der Energieeinsparung ein klares „Ja“ seiner Fraktion.

Sven Jark (AfD) fragte nach einem konkreten Einsparungsbetrag in Euro. Er musste sich aber mit dem Wert von 80 Prozent Wärmerückgewinnung zufriedengeben, da das Bauwerk noch nicht existiert und damit auch keine Werte für zukünftige Heizkosten vorliegen.

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