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Frau aus Bad Oeynhausen und Mann aus Löhne beim Baden verschwunden - Einsatz von Tauchern und Unterwassersonde

Suche nach Vermissten in Baggersee in Porta Westfalica erfolglos

Porta Westfalica

Die Suche nach den beiden vermissten jungen Leuten an einem Baggersee in Porta Westfalica blieb am auch am dritten Tag nach dem tragischen Badeunfall ohne Erfolg. Die Polizei hat am Mittwoch gegen 15.30 Uhr die Suche abgebrochen.

Von dpa und WB

Ein Polizeiboot fährt vor einem Kiesbagger auf einem Kiesteich, an dem am Sonntag aus ungeklärten Gründen beim Baden zwei Personen nicht mehr aufgetaucht sind. Foto: dpa

Zuvor hatte die Polizei am Mittwoch die Suche mit Tauchern, einem Spezialboot und Sonargeräten  fortgesetzt. Eine 26 Jahre alte Frau aus Bad Oeynhausen und ein 27 Jahre alter Mann aus Löhne waren am Sonntag beim Baden in dem Baggersee verschwunden.

Man wolle nun in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Bielefeld beraten, wie es weitergeht, sagte ein Sprecher der Polizei im Kreis Minden-Lübbecke. Er fügte hinzu, dass man davon ausgehen müsse, dass die beiden Personen – ein 27-jähriger Mann mit Migrationshintergrund aus Löhne und eine 26-jährige Frau aus Bad Oeynhausen – in dem noch bewirtschafteten Baggersee offenbar ohne fremdes Verschulden ertrunken sind. Die hohen Temperaturunterschiede, so hatte es kürzlich der Betriebsleiter des Kieswerkes dieser Zeitung gesagt, seien tückisch und sehr gefährlich, weil sich die Muskulatur verkrampfe und man dann einfach untergehe.

Mit einem Spezialboot und Sonargeräten hatte die Polizei am Mittwoch zunächst die Suche nach den beiden Vermissten fortgesetzt. Dafür war ein zehnköpfiges Team aus Bochum angefordert worden. Systematisch fuhren sie das Gewässer ab. Zwei Stellen waren offenbar auffällig. Hier wurden Markierungsbojen platziert. Dann kamen zwei Taucher der Polizei zum Einsatz. Was sie am Ende dort auf dem Grund der Kiesgrube vorhanden, war jedoch ernüchternd: eine Metallstange und eine Erdverwerfung. Keine Spur von den Toten.

Die Bedingungen waren schwierig, erklärte einer der Taucher den Journalisten. Zum einen war die Sicht schlecht – eine so genannte Nullsicht. Zum anderen war es nicht leicht, auf bis zu 30 Metern Tiefe zu tauchen. Zudem war eine Drohne im Einsatz, die das Areal aus der Luft aufnahm. „Wir haben alles menschlich und technisch Mögliche getan“, sagte Polizeisprecher Thomas Bensch.

Unterdessen spielten sich am gegenüberliegenden Ufer herzzerreißende Szenen ab. Hier hatten sich zwischenzeitlich 60 bis 70 Angehörige der beiden Vermissten versammelt, um die Suche zu verfolgen. Sie brachten Zelte sowie Tische und Stühle mit zur mutmaßlichen Unglücksstelle. Einige stimmten ein Klagelied an. Die Polizei war mit zwei Trauerbegleiterinnen vor Ort, die das Gespräch mit den Angehörigen suchten.

Eine großangelegte Suche mit zahlreichen Rettungskräften von Feuerwehr, DLRG und Polizei sowie Drohnen und Suchhunden auf dem für die Öffentlichkeit eigentlich gesperrten Betriebsgelände war direkt nach dem Verschwinden am Sonntag in Gang gesetzt worden - bisher aber ohne Erfolg.

Bis zu 30 Meter tiefer See

Zwei Polizisten steuern eine Polizeidrohne. Foto: dpa

Wie Thomas Bensch weiter erklärte, hätten Mitglieder der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Montagnachmittag nach den vorherigen Suchaktivitäten mit einer Drohne noch einmal die Uferbereiche des Gewässers nahe des Verkehrslandesplatzes in Porta Westfalica-Vennebeck abgeflogen. Dies sei von etwa 50 Angehörigen der Vermissten vor Ort verfolgt worden. Auch dieser Suchansatz sei letztlich aber ergebnislos geblieben.

Spezialgerät kommt zum Einsatz

Der Kiessee soll an manchen Stellen bis zu 30 Meter tief sein.

60 bis 70 Angehörige der beiden Vermissten verfolgten am Mittwoch laut Zeugenberichten vom Ufer aus die Suche. Sie brachten Zelte sowie Tische und Stühle mit zur mutmaßlichen Unglücksstelle.

Laut Zeugen waren die Frau und der Mann am Sonntag auf Luftmatratzen auf dem Wasser gesehen worden. Aus noch unbekannten Gründen schienen sie in Not geraten und untergegangen zu sein, hatte die Polizei mitgeteilt. Auch von Hilferufen wurde berichtet. Ihre Kleidung war am Ufer gefunden worden.

Diesen Sachstand bestätigte Thomas Bensch, Sprecher der Kreispolizeibehörde Minden, am Dienstag auf Anfrage.

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