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Antrag der Sozialdemokraten zur Förderung des Klimaschutzes in Preußisch Oldendorf

SPD möchte einen Bürgerwald einrichten

Preußisch Oldendorf

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Preußisch Oldendorf beantragt, dass die Stadt einen Bürgerwald einrichten soll.

Die SPD möchte, dass die Stadt einen Bürgerwald anlegt. Ein bereits bestehendes Beispiel ist dieser Wald der Stadt Löhne. Foto: WB

Darüber wird heute in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Wirtschaft und Tourismus beraten.

Die SPD möchte, dass die Verwaltung beauftragt wird, im Preußisch Oldendorfer Stadtgebiet eine geeignete Fläche für einen Bürgerwald zu suchen und diese dem Ausschuss für Umwelt, Wirtschaft und Tourismus zur endgültigen Beschlussfassung vorzulegen.

Ersatz für abgestorbene Fichten

Die Sozialdemokraten argumentieren, dass in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Kommunen themenbezogene Wälder entstanden seien. Eines hätten diese Wälder immer gemeinsam, nämlich das Ziel, Bürgerinnen und Bürgern, die nicht über die entsprechenden Flächen verfügen, die Chance zu geben, einen Baum zu pflanzen. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Marvin Schrodke erklärt dazu: „Die Bedeutung von Bäumen für unser Klima und die Natur sollte mittlerweile jedem klar sein. Wir benötigen zudem dringend Ersatz für die vielen Fichten, die durch die Trockenheit und den Borkenkäfer geschädigt sind und gefällt werden müssen.“

Auf dieser Fläche könnten alle Bürger der Stadt Preußisch Oldendorf sowie alle Vereine, Schulen und sonstige Einrichtungen oder auch Firmen zu besonderen Anlässen (Geburt, Hochzeit, Jubiläum, als besonderes Geschenk oder einfach nur, um der Natur etwas Gutes zu tun) einen oder mehrere Bäume pflanzen. Die SPD sieht vor, dass die Baumarten von der Stadt festgelegt werden und auch die Beschaffung des Materials über die Stadt erfolgen solle. Die Spender dürften sich „ihren“ Baum jedoch aussuchen. Die Sozialdemokraten schlagen folgende Baumarten vor: Apfel, Holzapfel, Pflaume, Kirsche, Birne, Walnuss, Rosskastanie, Esskastanie, Baumhasel, und Spitz-Ahorn.

Ökologisch wertvoll

Als Verwendungszweck für das dort wachsende Obst schlägt Schrodke vor, dass es von den Schulen oder Kindergärten im Stadtgebiet gepflückt werden könnte. Oder es könne sich daraus eine „ökologisch wertvolle Fallobstwiese“ entwickeln. Die SPD schlägt einen oder (bei Bedarf auch mehrere) gemeinsame Pflanztermine während der Pflanzsaison vor. Die „Baumspender“ sollen Materialkosten (Baum und Anbindmaterial) übernehmen. Dafür sollen ihre Namen auf einer zentralen Tafel zum Bürgerwald verewigt werden, die auch Informationen rund um den „Klimafaktor“ Wald transportieren soll.

Wie Schrodke berichtet, werde überdies in vielen Orten jährlich der „Baum des Jahres“ gepflanzt, um auf seltene oder besondere Arten aufmerksam zu machen. Das, wünscht sich die SPD, soll auch in Preußisch Oldendorf beim Pflanztermin gemeinsam von Rat und Bürgermeister geschehen, entweder an exponierter Stelle im Bürgerwald oder an anderer Stelle – zum Beispiel im Kurpark Bad Holzhausen. „Beginnen sollten wir mit dem Baum des Jahres 2021, der Europäische Stechpalme“, schreibt Schrodke. Alternativ empfiehlt er den „Baum des Jahres 2019“ die Flatterulme. Diese werde in Fachkreisen als zukünftiger Stadtbaum gesehen. Sie wachse zwar ursprünglich in feuchten Auenwäldern, sei aber auch trockenresistent, wenig bruchanfällig und sehr windresistent. Des weiteren führt die SPD die Robinie an – den Baum des Jahres 2020. Sie sei vor 300 Jahren aus Nordamerika nach Europa importiert worden und gelte noch als „Neubürger“. Auch sie komme sehr gut mit kargen und trockenen Böden zurecht.

Bürger können mitmachen

Der SPD-Ortsverein Preußisch Oldendorf verspricht sich von dem Projekt, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Rahmen ihrer Mittel „aktiv und nachhaltig für den Klimaschutz beteiligen können“. „Wir sind überzeugt, dass dieses uns als Stadt nicht nur gut zu Gesicht steht, sondern die Akzeptanz für Natur und Klimaschutz in der Bürgerschaft stärkt“, schreibt Marvin Schrodke. Der Ortsverein gehe gerne voran und spende den ersten Baum. Er bietet auch seine Unterstützung bei den Arbeiten an.

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