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Diagnose Blutkrebs: Torsten Fischers Stammzellenspende rettete 2010 einem erkrankten Australier das Leben

„Bitte lasst euch typisieren“

Stemwede

Vor zehn Jahren spendete Torsten Fischer aus Haldem Stammzellen und rettete damit einem Menschen das Leben. Aus aktuellem Anlass hat der 48-Jährige jetzt noch einmal zur Typisierung aufgerufen.

Dieter Wehbrink

Torsten Fischer hat mit einer Stammzellenspende das Leben eines an Blutkrebs erkrankten Australiers gerettet. Fischers Appell: Jeder Bürger sollte sich typisieren lassen. Er selbst hatte sich Anfang der 2000er Jahre bei einer Typisierungs-Aktion der Feuerwehr Stemwede beteiligt.Torsten Fischer hat mit einer Stammzellenspende das Leben eines an Blutkrebs erkrankten Australiers gerettet. Fischers Appell: Jeder Bürger sollte sich typisieren lassen. Er selbst hatte sich Anfang der 2000er Jahre bei einer Typisierungs-Aktion der Feuerwehr Stemwede beteiligt. Foto: privat

Am Weltblutkrebstag (World Blood Cancer Day am 28. Mai 2021) und anlässlich des 30. Geburtstags der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) motiviert der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung Stemwede nun erneut dazu, sich typisieren zu lassen.

Zusammen mit seinen Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Stemwede hatte sich Fischer Anfang der 2000er Jahre dem Test unterzogen. 2005 gab es dann das erste Mal die Nachricht, dass er als Stammzellenspender für eine Person in Frage kommen würde. „Die genaue ärztliche Untersuchung hat dann aber ergeben, dass ich doch keine identische DNA hatte“, sagt Torsten Fischer.

Fünf Jahre später wurde der Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung von der Organisation dann allerdings ein zweites Mal angeschrieben. Wieder folgte eine genaue ärztliche Untersuchung. Diesmal mit dem Ergebnis: „Sie sind der genetische Zwilling eines Blutkrebspatienten und können mit Ihren Stammzellen Leben retten.“

Für Feuerwehrmann war Zusage eine Selbstverständlichkeit

Für den Stemweder Feuerwehrmann war die Zusage eine Selbstverständlichkeit. „Bevor ich angefangen habe, bei der Gemeinde Stemwede zu arbeiten, war ich zehn Jahre Rettungssanitäter. Ich wurde ausgebildet, anderen Menschen zu helfen, und daher war es für mich direkt klar, dass ich zur Spende bereit bin.“

Die Entnahme der Stammzellen wurde an der Medizinischen Hochschule in Hannover vorgenommen. „Ein paar Tage vor der Entnahme bekam ich Wachstumshormone gespritzt. Der Überschuss an Stammzellen aus dem Knochenmark wurde dann über das Blut entnommen. Das lief in etwa wie bei einer Dialyse und dauerte ungefähr sechs Stunden“, erinnert sich der heute 48-Jährige.

Wohin seine Spende ging, wusste Fischer damals noch nicht. „Nach zwei Jahren kann man nachfragen. Und da habe ich dann erfahren, dass ich einem damals 63-jährigen Mann in Australien helfen konnte. Ich habe jetzt aktuell auch noch einmal nachgefragt, um mehr über den Mann zu erfahren. Leider ohne Erfolg“, sagt Fischer, der natürlich gerne gewusst hätte, wie es dem Mann nach der Stammzellen-Transplantation ergangen ist.

Total einfach: Typisierung mit Wattestäbchen und ohne Blutabnahme

„Ich weiß zumindest, dass er die Spende gut vertragen hat und das gibt auch ein gutes Gefühl. Ich würde jederzeit wieder spenden.“ Torsten Fischer appelliert daher an alle Bürger, sich typisieren zu lassen. „Uns wurde bei der Typisierung damals noch ein bisschen Blut abgenommen, inzwischen reicht ein Wattestäbchen im Mund. Es ist wirklich ganz einfach und tut nicht weh.“

Wer mehr darüber erfahren möchte, wie man sich typisieren lassen kann, findet wichtige Infos auf www.dkms.de (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei). Blutkrebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems, bei denen Blutzellen entarten und sich unkontrolliert vermehren. Diese entarteten, bösartigen Zellen verdrängen die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Ohne eine Stammzellenspende verläuft die Erkrankung tödlich.

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