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Familie Eckardt hat ein Herz für Tiere mit Behinderungen – Tierschutzorganisation holt Kater Salem aus Kroatien nach Heithöfen

Blindes Katzenkind findet tolles Zuhause

Heithöfen

Tiere hören unser Herz, wenn es flüstert, manche Menschen nicht mal, wenn es schreit“, lautet ein Sprichwort, das Aleksandra Eckardt und Tochter Sophia aus Heithöfen gern bestätigen.

Gertrud Premke

Aleksandra Eckhardt und der blinde Kater Salem sind ein Herz und eine Seele. Der Stubentiger, dessen Mutter schwer an Katzenschnupfen erkrankte war, wurde in Kroatien blind geboren. Tierschützern ist es es zu verdanken, dass er dort in Obhut geboren wurde und schließlich zur Heithöfener Familie nach Deutschland kam. Foto: Gertrud Premke

„Sie wissen, dass zum Beispiel Katzen äußert feinfühlig und feinsinnig sind – erst recht, weil ihr eigener Stubentigers nicht sehen kann.

Die Eckardts sind nicht nur tierlieb – sie hielten im Internet ganz bewusst Ausschau nach einem behinderten Haustier. „Sophia wünschte sich neben Luna, unserer gesunden Katze, und Bella, unserer gehörlosen Hündin, noch einen Stubentiger. Unser neuer Mitbewohner sollte ganz bewusst eine Behinderung haben – eine Katze, die absolut sonst niemand haben wollte, also ein Tier mit den schlechtesten Vermittlungsbedingungen“, erzählt Aleksandra Eckhardt.

Bei der Organisation „Fellkinder in Not e.V. wurden die Eckhardts fündig. Sie entdeckten einen lieben kleinen Kater namens Leo, erst im Juli geborenen, aber total erblindet. Die Organisation berichtete, dass Leos Mutter tragend auf der Straße in Kroatien mit einem starken Katzenschnupfen aufgelesen und in ein Tierheim gebracht wurde. Dort gebar sie fünf Kätzchen, allesamt aufgrund der Erkrankung der Mutter, der Katzengrippe, erblindet.

Die Familie Eckhardt nahm Kontakt zu der Tierhilfe auf, die wiederum eine Mitarbeiterin nach Heithöfen entsandte, um vorsorglich das häusliche Umfeld „abzuklopfen“. Danach stand einer Adoption nichts mehr im Wege. Damals noch Leo genannt, sollte der kleine Kater auf den Weg nach Deutschland gehen, doch die Tierhilfe hatte vergessen, ihn auf den vorgesehenen Transport mitzunehmen.

Eine Mitarbeiterin der „Fellkinder“ aus Dortmund holte ihn schließlich aus Kroatien ab, und von Dortmund ging es für den kleinen Kater mit Hilfe tierlieber Menschen nach Heithöfen. Seit Oktober ist Leo, der nunmehr auf Salem umgetauft wurde, in seinem neuen gemütlichen – und derzeit weihnachtlich geschmückten – Zuhause. „Er kam kastriert, geimpft und gechippt über eine Kette von guten Menschen zu uns“, freut sich die äußert tierliebe Aleksandra Eckhardt.

Und dann passierte etwas Unglaubliches, das so ziemlich bestätigt, dass sich Seelen – schicksalsbedingt durch Behinderung – einander besonders näherkommen. Der kleine Salem, der vier Monate alte Kater, suchte die Zitzen der gehörlosen Hündin Bella. Er machte dabei mit seinen Pfötchen die typischen Welpentritt-Bewegungen auf das Gesäuge der Hündin – so als wäre Bella eine Katzenmutter. „Er sucht nach Geborgenheit und Bella ist die beste Ersatzmama. Die Beiden kuscheln und schlafen im selben Körbchen,“ sagt das begeisterte Frauchen.

Das Zusammenleben mit einer blinden Katze ist allerdings eine kleine Herausforderung für den Besitzer. Wenngleich sich Salem im Alltag auch ohne Sehsinn schon gut im Haus zurechtfinden kann, erleichtert die tägliche Routine immer mehr sein Leben. Samtpfoten ohne gesunde Augen orientieren sich zu einem großen Teil über ihren Tastsinn (auch durch die empfindlichen Barthaare), ihr Gehör und ihren Geruchssinn, der bei blinden Katzen besonders geschärft ist.

Dennoch kann einem blinden Stubentiger das tägliche Leben zusätzlich erleichtert werden, und zwar durch Hilfestellung in der Orientierung. Stehen beispielsweise die Möbel plötzlich anders als gewohnt, kann das Salem verunsichern. Und ein Freigang nach draußen sollte bei so einem Handicap natürlich mehr als überlegt sein. „Salem kann sich gut in der Wohnung orientierten. Wenn er allerdings das Futter riecht und großen Hunger verspürt, dann läuft er in seiner Eile auch mal gegen die Wand,“ hat Aleksandra Eckardt beobachten müssen.

Salem ist noch sehr verspielt und verschmust. Die ältere Katze Luna weiß damit nicht so richtig umzugehen. Sie steht dem neuen Hausgenossen noch reserviert gegenüber.

Aber Salem hat ja seine Bella und die überaus tierliebe Familie Eckardt, die dem Katzenkind ein äußerst liebevolles Zuhause gibt. Hier sind Mensch und Tier zu einer echten Symbiose verschmolzen und zu Weihnachten gibt es ein besonderes Leckerli für die lieben unterschiedlichen Vierbeiner.

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