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Event- und Messedienstleister LSM GmbH in Stemwede nutzt den coronabedingten Stillstand für Weiterbildungen

Branche sieht Hoffnungsschimmer

Stemwede (SaR/WB).

Der Corona-Lockdown hat vor allem den Kultur- und Unterhaltungssektor hart getroffen.

wn

Die LSM-Mitarbeiter Sebastian Brockmeier, Viviane Reimer und Mike Möller (von links) haben sich fortgebildet. „Durch Know-how können wir uns von unseren Mitbewerbern abgrenzen“, sagt die Geschäftsführung des Stemweder Event- und Messedienstleisters. Foto:

„Die Eventbranche war bekanntlich eine der ersten, die ihre Arbeit einstellen musste“, sagt das Team des in Stemwede-Twiehausen ansässigen Event- und Messedienstleisters LSM GmbH.

Bereits sehr früh habe festgestanden, dass sie voraussichtlich auch das letzte Gewerbe sein würde, das irgendwann wieder einen annähernd normalen Berufsalltag ausüben könne, sagen die beiden LSM-Geschäftsführer Mike Möller und Guido Niestrath. Auch die Arbeit der Twiehauser Firma befindet sich seit einem Jahr weitestgehend im Stillstand – mit Ausnahme einer Konzertreihe in Stemwede, die mit großen Sicherheitsvorkehrungen veranstaltet wurde.

Bund und Länder haben im neuen stufenweisen Lockerungsplan der Veranstaltungsbranche eine erste Perspektive gegeben und ein wenig Hoffnung geweckt. Er stellt in Aussicht, dass – abhängig vom Inzidenzwert – ab dem 22. März Theater, Konzert- und Opernhäuser wieder geöffnet werden können. Dann soll über weitere Öffnungsschritte im Bereich Kultur und Veranstaltungen entschieden werden.

Guido Niestrath und Mike Möller sind zuversichtlich. Sie gehen davon aus, dass in absehbarer Zeit wieder Veranstaltungen in verantwortungsvollem Rahmen realisierbar sind.

Doch wenngleich es derzeit weder Festivals noch Messen und andere Großveranstaltungen geben kann, tut sich hinter den Türen des Stemweder Betriebs einiges: „Wir nutzen die Zwangspause, um Mitarbeiter konsequent weiter zu bilden“, erläutert Mike Möller das derzeitige Geschehen bei LSM.

Guido Niestrath

Neben ihm haben Viviane Reimer und Sebastian Brockmeier im vergangenen Jahr an einer Fortbildung teilgenommen und im Februar die Ausbildereignungsprüfung erfolgreich absolviert. „Viviane Reimer ist seit sechs Jahren bei uns als Eventmanagerin tätig und wird sich nun verstärkt in der Ausbildung der Veranstaltungskaufleute engagieren“, erläutert Guido Niestrath. „Sebastian Brockmeier ist bereits seit seiner Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik bei uns beschäftigt. Er freut sich nun, das in fast zehnjähriger Betriebszugehörigkeit erlangte Wissen an die nächsten Generationen weitergeben zu können.“

Dabei sei der sogenannte AdA-Schein (Ausbildung der Ausbilder) nur der erste Schritt. „Bereits seit Januar besucht Sebastian Brockmeier den Vorbereitungskurs zum Meister für Veranstaltungstechnik – Bachelor Professional der DEA plus (Deutsche Event Akademie) in Hannover“, teilt Niestrath mit. Mike Möller habe ebenfalls diesen Weg eingeschlagen. „Das wichtigste Gut unseres Unternehmens sind gut ausgebildete Mitarbeiter. Know-how ist gerade in unserer Branche das bewährte Mittel, sich von den Mitbewerbern abzusetzen und den Kunden bestmögliche Leistungen anzubieten“, erläutert der Geschäftsführer.

Der Betrieb hält auch angesichts aller Widrigkeiten am Nachwuchs fest: „Trotz Kurzarbeit und fast völligem Stillstand werden die Auszubildenden weiter hier betreut“, machen die Geschäftsführer deutlich. Das Unternehmen bildet in drei Berufen aus: Fachkraft für Lagerlogistik, Fachkraft für Veranstaltungstechnik und Veranstaltungskaufmann/-frau.

„Auf diesem Weg sichern wir uns Fachkräfte in Berufsbildern, die auf dem Land eher selten zu finden sind“, erklären Möller und Niestrath. „Gesundes Wachstum bietet im Anschluss an die Ausbildung sichere Arbeitsplätze in einem der interessantesten Umfelder, die man sich denken kann“, meinen die beiden.

Der Tätigkeitsbereich beschränke sich dabei keinesfalls nur auf das ländliche Stemwede: „Da wir europaweit tätig sind, können unsere Mitarbeiter auch von unserer beschaulichen Gemeinde aus die Welt sehen“, heißt es. „So kann es in der Hauptmessezeit schon passieren, dass man innerhalb einer Woche in München, Köln und Wien übernachtet hat.“ Das gesamte LSM-Team freut sich nun darauf, eventuell schon bald wieder durchstarten zu können: „Wir stehen bereit und sind Ansprechpartner für Firmen-, Privat- und öffentliche Veranstaltungen sowie Messen und Ausstellungen aller Art.“

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