1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Stemwede
  6. >
  7. Brockumer Viehmarkt: Pferd zog panisch an Anbindestrick

  8. >

Tier stirbt: Ursache noch nicht geklärt

Brockumer Viehmarkt: Pferd zog panisch an Anbindestrick

Brockum (WB). Was genau geschehen ist, können selbst Augenzeugen bislang nur vermuten: Beim  Viehmarkt in Brockum ist am Dienstag – dem besucherstärksten Markttag seit Jahrzehnten –  ein Pferd zu Tode gekommen.

Dieter Wehbrink und Heidrun Mühlke

Symbolbild. Foto: dpa

Besucher berichteten, der Rappe der Rasse »Friesen« sei zunächst ganz normal von seinem Besitzer zu den Reihen der Verkaufspferde geführt und angebunden worden. »Wahrscheinlich ist das Tier dort durch das Aufspannen eines Regenschirms erschreckt worden«, hatte Thorsten Abeling, stellvertretender Fachdienstleiter des Veterinäramtes Diepholz, erfahren. »Dadurch zog das Pferd in Panik am Strick. Wir vermuten, dass es dadurch zum Genickbruch gekommen ist.«

Der Rappe brach – zum Entsetzen vieler Marktbesucher – sofort zusammen. Die genaue Todesursache lässt das Veterinäramt des Landkreises Diepholz noch klären. Brockums Bürgermeister Marco Lampe: »Darauf kann man sich nicht vorbereiten. Auf unserem Viehmarkt – dem größten weit und breit – ist noch nie ein Tier gestorben.«

Sofort Handys gezückt

Sofort hätten Hunderte von Besuchern ihre Handys gezückt, um Video- und Foto-Aufnahmen zu machen. »Der Sicherheitsdienst schritt ein und drängte die Menschen zurück – sehr zu deren Missgefallen«, sagte Lampe. »Das schwere tote Pferd aus dem Markttrubel und dem dichten Gedränge zu schaffen, war unmöglich.«

Marktleitung, Feuerwehr, Gemeindearbeiter und der Vertreter der Kreisveterinärbehörde mussten schnell über eine andere Lösung nachdenken. »Wir deckten den Kadaver ab und umgaben ihn mit einem Bauzaun, der ebenfalls mit Sichtschutz versehen wurde«, sagte der Bürgermeister. »Danach normalisierte sich die Lage schnell. Der Viehmarkt lief weiter, und neue Besucher ahnten nicht, was da hinter dem Bauzaun lag.«

Tierärzte begutachten Pferd

Erst am Tag nach dem Volksfest ließ das Veterinäramt das tote Pferd abtransportieren. »Wir haben es zur Tierkörperbeseitigungsanstalt nach Belm-Icker gebracht. Dort begutachten es Tierärzte«, sagte Thorsten Abeling.

Trotz des Vorfalls zieht Marco Lampe eine positive Bilanz des Viehmarktes. »Wohl selten hatten wir wegen des Feiertags einen solchen Andrang. Auch der Montag war vom Besuch her rekordverdächtig.« Lediglich das Wochenende habe wegen des schlechten Wetters nicht ganz so gute Besucherzahlen gebracht, hieß es seitens der Marktleitung.

Startseite
ANZEIGE