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Feuerwehr atmet auf: Umbau des Gerätehauses Twiehausen kann endlich beginnen

Der holprige Vorlauf ist beendet

Stemwede (WB). „Wir wurden im Vorfeld unserer heutigen Sitzung gefragt, warum der Betriebsausschuss heute überhaupt noch über das Projekt Feuerwehrgerätehaus/Schule Twiehausen beraten müsse“, sagte Ausschussvorsitzender Andreas Weingärtner (CDU) zu Sitzungsbeginn.

Dieter Wehbrink

Hier soll ab März endlich umgebaut werden. Das Feuerwehrgerätehaus an der Schule Twiehausen wird saniert. Foto: Dieter Wehbrink

Er stellte klar: „Wir beraten heute nicht mehr über das Projekt. Wir lassen uns nur den aktuellen Sachstand schildern. Der Beschluss zur Umsetzung ist gefasst. Die Gemeinde Stemwede gibt für den Umbau des Gerätehauses 120.000 Euro in diesem Jahr aus. Zudem werden die 100.000 Euro, die bereits für 2019 eingeplant werden, in diesem Jahr übertragen. Wir reden also über 220.000 Euro, die wir für das Feuerwehrgerätehaus Twiehausen ausgeben werden.“

In dieser Sitzung wolle man lediglich hören, wie der finale Stand sei „und wann wir zum Richtfest kommen dürfen“, sagte Weingärtner. Zuvor hatte der Ausschussvorsitzende allerdings ganz bewusst eine lange Liste von wiederkehrenden Beratungen, Hindernissen und Veränderungen aufgezählt, die das Projekt – durchaus zum Ärger der örtlichen Feuerwehr und der Lokalpolitiker – ständig verzögerten.

Ständig steigende Kosten

Bürgermeister Kai Abruszat musste im vergangenen Jahr sogar durchgreifen und eine Verwaltungsangestellte – sie arbeitet heute nicht mehr bei der Gemeinde Stemwede – von den Planungen abziehen. Er betraute einen anderen Mitarbeiter der Verwaltung damit. Anlass für diesen Schritt war eine Ausschusssitzung gewesen, auf der die Kommunalpolitiker und vor allem viele Feuerwehrkameraden unter den Zuschauern darauf gehofft hatten, endlich etwas über die Planung zu erfahren. Vergebens – die Gemeindeverwaltung konnte an jenem Tag nicht liefern Die Feuerwehrleute mussten enttäuscht abziehen.

Probleme bereiteten auch die ständig steigenden Kosten des Projekts. Bei der ersten Planung aus dem Jahr 2017 waren nur 30.000 Euro geschätzt worden. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass eine notwendige oder wünschenswerte Gestaltung viel mehr kosten würde.

Jetzt gibt es Hoffnung, dass der Umbau bald beginnt. Der Bauantrag sei gestellt, sagte der zuständige Planer Florian Reich von der Firma Depenbrock Systembau. Im vergangenen Jahr habe man sich auf die Endvariante geeinigt. Er präsentierte die Pläne, die unter anderem einen separaten Bereich für weibliche Feuerwehrleute vorsehen. Die Frauen sollen ein neues WC benutzen, dass zudem behindertengerecht ausgestattet wird

Baugenehmigung wohl noch im Februar

„Das Behinderten-WC und die Frauentoilette haben wir zusammengelegt, weil uns die Gemeindeverwaltung mitteilte, dass der Frauenanteil in der Löschgruppe Twiehausen im Augenblick noch sehr überschaubar sei“, sagte Reich. „Zudem gaben auch die räumlichen Voraussetzungen diesen Schritt vor. Ansonsten hätte man viel mehr abreißen müssen und die Kosten wären gestiegen.“

Reich rechnet für Mitte Februar mit der Baugenehmigung. Es fehle noch die Stellungnahme der Brandschutzdienststelle und der Umweltabteilung des Kreises, sagte der Planer. Jetzt, in der Auftragsphase zu den Hauptbaugewerken, lägen die Angebote für die Arbeiten vor. Allerdings sei es angesichts der enorm starken Baukonjunktur schwierig, für Rohbau-Arbeiten Handwerker für eine kleinere Maßnahmen wie in Twiehausen zu bekommen, gab Reich zu bedenken. „Ich rechne aber damit, dass wir Mitte März mit den Arbeiten beginnen können.“

Derzeit noch 12.000 Euro über Budget

Nach den jetzt vorliegenden Angeboten liege das Gesamtprojekt etwa 12.000 Euro über dem Budget, antwortete Reich auf Nachfrage von Andreas Weingärtner. „Ich habe aber die Hoffnung, dass wir diesen Mehrbetrag noch eingedämmt kriegen, zumal der Anteil des Rückbaus bei 25.000 Euro liegt. Hier ist durch Arbeitskräfte, die einen etwas geringeren Lohn bekommen, noch Luft nach unten“, meinte Reich.

In der Umbauzeit könne das Feuerwehrfahrzeug in der Halle stehen bleiben, aber die Umkleiden seien natürlich nicht zu benutzen. Die Feuerwehrleute hätten aber signalisiert, hierfür Lösungen zu finden, hieß es im Ausschuss.

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