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Weihnachtslieder-CD „Lass es schnei‘n“ soll Ältere und Pflegebedürftige in Lübbecke und Stemwede erfreuen

Die singenden Bürgermeister

Lübbecke/Stemwede...

Die Bürgermeister der Gemeinde Stemwede und der Stadt Lübbecke waren zusammen kreativ und haben eine CD aufgenommen.

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Die Bürgermeister von Stemwede und Lübbecke haben eine Weihnachtslieder-CD aufgenommen. Auf der Vorderseite der CD kommt eine Ansicht der verschneiten Lübbecker Innenstadt zur Geltung. Auf der Rückseite ist ein Blick auf Wehdem zu sehen. Foto: Stadt Lübbecke

Unter dem Titel „Lass es schnei’n“ ist eine CD entstanden, auf der Kai Abruszat und Frank Haberbosch Lieder und Gedanken zur Weihnachtszeit verewigt haben. Und das nicht nur über Orts-, sondern auch Parteigrenzen hinweg, denn Frank Haberbosch aus Lübbecke ist wiedergewählter SPD-Bürgermeister, Kai Abruszat ebenfalls bestätigter FDP-Verwaltungschef.

Die Scheibe, die in diesen Tagen in Kleinauflage erscheint, ist als Aufmerksamkeit für die Bewohnerinnen und Bewohner der Alten- und Pflegeeinrichtungen in Stemwede und Lübbecke gedacht und soll den Menschen dort zum Weihnachtsfest in schwieriger Zeit eine kleine Freude bereiten. Es ist kein kommerzielles Interesse damit verbunden. Zu hören sind zehn alte und neue Weihnachtsklassiker wie „Stille Nacht“, „Leise rieselt der Schnee“ oder „In der Weihnachtsbäckerei“ und Texte wie „Gedanken zur Weihnachtszeit“.

Kai Abruszat hat sein musikalisches Talent schon häufiger unter Beweis gestellt. „Lass es schnei’n“ ist auch nicht der erste Tonträger, auf dem der ehemalige Landtagsabgeordnete zu hören ist. In Stemwede hatte es vor zwei Jahren schon einmal ein weihnachtliches CD-Projektgegeben, an dem Abruszat mit seiner sicheren Tenorstimme beteiligt war.

Anders verhält es sich bei Frank Haberbosch, der bislang noch nicht als Sänger in Erscheinung getreten ist. Er sagt sogar von sich selbst, seine Singstimme sei „eher geeignet, eine Büffelherde in die Flucht zu schlagen“.

Die Arbeitsteilung auf der CD folgt dieser nicht ganz ernst gemeinten Einsicht: Abruszat besorgt den Gesang, Haberbosch steuert das gesprochene Wort bei, darunter das Gedicht „Wünsche an den Weihnachtsmann“ von Heinz Schenk.

Für die musikalische und tontechnische Umsetzung sorgte Uli Werner aus Lübbecke. Singende und reimende Verwaltungschefs sind eher nicht das Tagesgeschäft des erfahrenen Musikers, Produzenten und Radiomachers. Statt dessen hat Werner schon jede Menge illustre Kundschaft vor seinem Mikrofon gehabt. Zu seinem Bekanntenkreis zählten und zählen Schlagergrößen wie Bata Illic („Michaela“), Peter Kent („It’s a Real Good Feeling“) sowie der erst im Juni verstorbene Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals („Polonäse Blankenese“).

Auch Haberbosch und Abruszat sind für Werner alte Bekannte, der eine schon als unmittelbarer Nachbar am Gartenzaun, der andere als Gast in seinem Kellerstudio. Kai Abruszat hatte hier auch schon einmal eine CD als Geburtstagsgeschenk für seine Mutter eingesungen, und die Stemweder „Weihnachtszauber“-CD von 2018 hatte Uli Werner ebenfalls produziert.

An der Idee, gemeinsam eine „interkommunale“ CD aufzunehmen, habe man schon länger gesponnen, berichtet Abruszat: „Ursprünglich hatte ich dabei an ein größeres Wohltätigkeitsprojekt gedacht, unter Beteiligung von Chören und Orchestern in Stemwede und Lübbecke.“ Dann kam Corona, und alles musste mehrere Nummern kleiner ausfallen. Am Ende schrumpfte die Besetzung auf vier Beteiligte. Neben den Bürgermeistern und Uli Werner ist bei „Leise rieselt der Schnee“ Abruszats Büromitarbeiterin Janine Andes zu hören, die als Sängerin des Stemweder Chores „Echolot“ kein Neuland betreten musste.

Als gesichert darf gelten, dass die Bürgermeister ihren Spaß hatten. Den haben sie durchaus öfter. Seit ihrem zeitgleichen Amtsantritt vor fünf Jahren hat sich über das Dienstliche hinaus und über Parteigrenzen hinweg eine Freundschaft entwickelt, die die beiden pflegen – und aus der heraus sie regelmäßig Überraschendes aus dem Hut zaubern. So tauschten Abruszat und Haberbosch vor zwei Jahren für einen Tag die Rathäuser, um sich in der jeweils anderen Kommune umzusehen und sich mit frischen Ideen für die eigene Verwaltung zu versorgen.

Und was ist, wenn irgendwer „Lass es schnei’n“ eher zum Lachen finden sollte? „Dann haben wir alles richtig gemacht“, sagt Haberbosch, und Abruszat fügt hinzu: „Mit oder über uns – Lachen ist gesund, und Gesundheit ist das, was wir uns in diesen Tagen am meisten für die Menschen wünschen.“

Zu der Weihnachts-CD gibt es auch einen kleinen Video-Trailer:

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