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Förderung möglich: Gemeindeverwaltung bringt Antrag auf den Weg

Dorfgemeinschaft will das Gerätehaus

Stemwede-Niedermehnen (WB). Was tun mit einem Gerätehaus, das die Feuerwehr nach der Fertigstellung eines gemeinschaftlichen Neubaus an der L 770 nicht mehr benötigt? Die Dorfgemeinschaft Niedermehnen möchte das Gebäude, das im Jahr 2019 aufgegeben wird, für ihre Zwecke nutzen.

Michael Nichau

Das Feuerwehr-Gerätehaus in Niedermehnen. Dir Dorfgemeinschaft möchte es ab 2019 für ihre Zwecke nutzen. Foto: Wehbrink

Hintergrund ist der vom Rat beschlossene Brandschutzbedarfsplan, der vorsieht, dass die Löschgruppe Niedermehnen mit in den Neubau einzieht. »Das Gebäude wird dann für eine feuerwehrfachliche Nutzung nicht mehr gebraucht«, heißt es in der Vorlage für die Ratssitzung am Dienstag, 30. Mai. Dann haben die Ratsmitglieder darüber zu entscheiden, ob die Dorfgemeinschaft das Haus künftig nutzen darf.

Vorgesehen ist, einen Förderantrag bei der Bezirksregierung zu stellen, der das »Dorfzentrum mit Dorfplatz Niedermehnen« mit dem Gelände des Feuerwehrgerätehauses betrifft. Die Gemeinde Stemwede stellt für das Projekt dann einen Gesamtbetrag in Höhe von 100.000 Euro zur Verfügung, die für den Haushalt 2019 einzustellen sind. Voraussetzung für die Realisierung sei allerdings eine 45-prozentige Förderung des Projektes, so dass sich der Anteil der Gemeinde auf 55.000 Euro ermäßigt.

Gesamtkozept erarbeiten

Wie der Beschlussvorschlag der Verwaltung weiter vorschlägt, soll die Dorfgemeinschaft Niedermehnen im Dialog mit der Gemeindeverwaltung ein schlüssiges Gesamtkonzept erarbeiten, das Teil des Förderantrages wird.

Was aber hat die Dorfgemeinschaft mit dem Gerätehaus vor? Wofür könnte es genutzt werden?

Reinhard Hegerfeld, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, beschreibt einige Punkte, die dort verwirklicht werden könnten: »Wir haben in Niedermehnen kein Dorfgemeinschaftshaus«, sagt er auf Anfrage dieser Zeitung. Das Gerätehaus könne in dieser Hinsicht zu einem Treffpunkt für das Dorf werden.

Workshops und Fahrrad-Werkstatt

Denkbar seien dort – nach Angaben Hegerfelds – Workshops zu verschiedenen Themen. »Man könnte zum Beispiel zu Beginn der Fahrradsaison eine Instandsetzungsgruppe für Fahrräder etablieren«, meint der Chef der Dorfgemeinschaft. Auch eine Doppelkopfgruppe sei in diesem Domizil denkbar. »Wir haben zudem die Gelegenheit, die sanitären Anlagen für Volksradfahren oder ähnliche Veranstaltungen zu nutzen. Auch ist vorstellbar, eine ›Tankstelle‹ für Elektrofahrräder einzurichten«, sagt Hegerfeld.

Wichtig sei, dass die Anlage und vor allem das Umfeld in einen pflegeleichten Zustand versetzt würden. Nur so könnte die Dorfgemeinschaft die laufende Instandhaltung auch leisten. »Man muss sehen, was man hier noch anbieten und etablieren kann«, betont Hegerfeld.

Wichtig sei, die anderen Vereine des Dorfes, wie etwa Schützen, mit ins Boot zu holen und auch mit ihnen entsprechende Abkommen zu schließen. »Dann kann diese Idee für Niedermehnen praktisch verwirklicht werden.«

Antrag muss schnell gestellt werden

Bis dahin haben die Niedermehner noch etwas Zeit, doch das Konzept für den Förderantrag muss schon jetzt erarbeitet werden. Die Bezirksregierung Detmold hat gegenüber der Stemweder Gemeindeverwaltung »grundsätzlich in Aussicht gestellt, Maßnahmen zur dörflichen Entwicklung zu unterstützen«. Ein Fördersatz in Höhe von 45 Prozent der förderfähigen Kosten sei denkbar, heißt es.

Voraussetzung ist allerdings – wie bei der Neugestaltung des Umfeldes der Heilig-Kreuz-Kapelle in Haldem –, dass die Gemeinde Stemwede als Eigentümerin einen entsprechenden Förderantrag auf den Weg bringt. Die genaue Ausgestaltung des Projektes soll mit der Dorfgemeinschaft geklärt werden.

Spenden und Eigenleistungen der Dorfgemeinschaft könnten den Gesamtbetrag von 100.000 Euro noch erhöhen. Derzeit sei aber noch nicht absehbar, ob die in Aussicht gestellte Förderung auch nach der Landtagswahl bestehen bleiben werde. »Die Gemeindeverwaltung empfiehlt dem Rat, kurzfristig die Voraussetzungen für die Antragstellung zu ermöglichen«, heißt es in den Unterlagen für die Sitzung.

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