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Stemweder Unternehmer Helmut Richter verwirklicht Visionen und schafft viel besuchte Areale am Rila-Standort

Ein Wassergarten ist die nächste Attraktion

Stemwede (WB)

Das südliche Flair verschiedener Themengärten können Besucher bereits seit zwölf Jahren in den Anlagen von „Rila erleben“ genießen.

Heidrun Mühlke

Mit Stolz erwartet Unternehmer Helmut Richter die Fertigstellung des neu angelegten Wassergartens. Foto: Heidrun Mühlke

Jetzt steht das neueste Projekt, ein Wassergarten mit einer Wasserfläche von rund 1000 Quadratmetern, kurz vor der Fertigstellung.

Das Gelände sei zuvor ein Acker gewesen, auf dem man seltene Bäume angepflanzt habe, erklärt Helmut Richter, Leverner Unternehmer und Gründer von Rila Feinkost-Importe sowie „Rila erleben“. Um den Baumbestand herum habe man nun die Wasserflächen angelegt. Darüber führt eine Brücke und auf den Inseln fühlen sich schon einige Enten wohl.

In die Gestaltung der „Gärten der Sinne“ bindet Helmut Richter (Foto) immer wieder Künstler ein, Piet Meulenkamp aus Destel beispielsweise hat die antike Vase nachempfunden. Foto: Heidrun Mühlke

„Wir haben einen Pavillon für die Gäste gebaut, damit sie die herrliche Wasserlandschaft in vollen Zügen genießen können“, erläutert Helmut Richter. „Bei Dunkelheit wird der Garten illuminiert. Aus der Teichanlage des griechischen Gartens werden derzeit einige Fische wie Störe und Koi umgebettet, die dann im Wassergarten die Besucher erfreuen sollen.“

Mit seinen „Gärten der Sinne“ hat der Unternehmer auf einer Gesamtfläche von gut zwei Hektar ein touristisches Gesamtkonzept geschaffen, das kaum Wünsche offen lässt. Er hat ein Stück Griechenland, Italien, Afrika, Chile und Spanien in den Stiftsort geholt. Die erste Anlage sei vor zwölf Jahren entstanden, blickt Helmut Richter zurück.

„Der asiatische Garten mit der Steinbrücke, verschlungenen Bachläufen und einem Teehäuschen im Eingangsbereich des Restaurants Rotondo war der erste, es folgten der italienische und der griechische Garten“, erklärt Richter. „Die Gestaltung liegt allein in meiner Hand. Da lasse ich mir auch von keinem reinreden“, macht der 80-Jährige deutlich. Um die gesamte Fläche habe er einen Wall errichten lassen, damit die Besucher ganz und gar in die Atmosphäre eintauchen können.

Die Gartenanlagen sind die große Leidenschaft von Helmut Richter. Mehr als 500 verschiedenen Pflanzenarten sind dort zu finden. Im italienischen Teil bestimmt original Tuffstein das Ambiente. Der griechische Garten beeindruckt mit großer Teichlandschaft und der Taverne „Asteraki Moy“ („Mein Sternchen“) mit 50 Sitzplätzen. Vom dort gelangt man auf den Abenteuerspielplatz „Nicks Kinderpark“ und weiter in den afrikanischen Teil mit namibischen Himba-Hütten und lebensgroße Giraffen-Skulpturen.

Im zurückliegenden Jahr hat Helmut Richter den spanisch-maurischen Garten „Patio al-Andalus“ geschaffen – als Ergänzung zu den Anlagen, die die Kulturen anderer Länder und Kontinente widerspiegeln.

Gleich nebenan im „Hochzeitsgarten“ steht ein weißer rosenumrankter Pavillon am Rande einer herzförmig angelegten Fläche mit Rosenstöcken, Buchsbaum und Lavendel. Mit einer romantischen Bank ist er wie geschaffen für ein Liebespaar und unvergessliche (Hochzeits-) Fotos.

Auch die Gestaltung der Gartenanlage vor dem neuen Verwaltungsgebäude lag in den Händen Helmut Richters. Foto: Heidrun Mühlke

Abschließend betritt der Besucher das Herzstück der Gartenanlage: einen minimalistischen Garten, der peruanischen Hochebene Altiplano nachempfunden. Hier steht eine originalgetreue Nachbildung von Teilen der Kirche von Parinacota, ein Bauwerk der frühchristlichen Indio-Kultur aus dem Jahr 1789.

In Zeiten von coronabedingten Reiseeinschränkungen rücken in Levern die fernen Länder ein Stück näher. Da der Besuch kostenlos ist, bitte die Familie Richter ihre Gäste allerdings im Anschluss an den Rundgang um eine Spende für Menschen in Not.

„Bei der Planung von ‚Rila erleben‘, und den dazugehörigen Gärten mit gewaltigen Investitionskosten hat mich meine Familie für verrückt erklärt. Auch in den Folgejahren zweifelten sie an meinem Verstand“, erzählt Richter.

„Mein Sohn Bernd, Geschäftsführer bei Rila, fragt vor meinen neuen Gartenideen stets ‚Vater, was wird das kosten‘. Darauf antworte ich dann nur: ‚Junge, das willst du gar nicht wissen!‘“, plaudert Richter aus dem Nähkästchen. Aktuell wird aber auch in das Unternehmen Rila fleißig weiter investiert, unter anderem mit einem neuen Bürogebäude.

Um seine Visionen zu verwirklichen, verpflichte er immer wieder heimische Künstler wie etwa den Fassadenmaler Piet Meulenkamp aus Destel, Steinbildhauerin Claudia Tonscheck aus Twiehausen oder den Schmied Dirk Höller aus Bad Essen. Helmut Richter hat über seine Gärten ein Buch geschrieben: „Gärten der Rila“ soll im kommenden Monat erscheinen.

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