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Bei Familie Grummert in Niedermehnen steht ein selbstgebautes Iglu auf dem Hof

Fast so wie bei den Eskimos

Niedermehnen

Die enormen Schneemassen der zurückliegenden Woche haben Familie Grummert aus Niedermehnen zu einer ungewöhnlichen Idee inspiriert.

Heidrun Mühlke

„Hereinspaziert!“ Besser gesagt: hineingekrabbelt. Der Eingang ins Iglu ist nur gut 50 Zentimeter hoch. Foto: Heidrun Mühlke

Auf dem weitläufigen Hofgelände haben sie ein Iglu gebaut.

An drei Nachmittagen investierten Gerhard Grummert und dessen Sohn Thomas sowie die Nachbarin Diana Steinmeier mit ihren beiden Kindern Mira und Moritz jeweils rund 20 Stunden Arbeitszeit, um die Idee in die Tat umzusetzen. „Da war ganz schön Muskelkraft gefragt, kalt ist uns bei der Arbeit nicht geworden“, sagt Hobby-Schnee-Architekt Gerhard Grummert.

Während der Schnee überall für Probleme sorgte, nutzte man ihn hier in Niedermehnen für eine schöne Sache. Zunächst einmal hatte man den Schnee vom Hof mit einem Radlader zusammengeschoben und es war ein mehrere Meter hoher Schneehaufen entstanden. Dann wurde das Innere des Haufens herausgeschaufelt und von außen wieder auf den Schneehaufen hinaufgeschaufelt. „Eine Familie hatte im Inneren ihr Tun, die andere Familie war für die Arbeit draußen eingeteilt“, erklärt Grummert.

Schnee, der aus dem Iglu geschaufelt wurde, wird draußen wieder drauf gehäufelt. Spaß bei der Arbeit haben Mira, Moritz, Thomas sowie Gerhard Grummert und Diana Stammeier (v.li.). Foto: Heidrun Mühlke

Entstanden ist ein riesiges Schneehaus. „Es haben wohl 20 Leute stehend darin Platz. Wir haben aber an den inneren Seiten ringsum Schneebänke gebaut und kleine Einbuchtungen, um Windlichter mit Kerzen hinein zu stellen“, sagt der Hofbesitzer. Dann wird es in dem Schneehaus richtig heimelig und gemütlich. Coronabedingt könne das Bauwerk leider nicht von vielen Menschen genutzt werden. „Aber es kommen immer mal wieder Familien zum Gucken vorbei“, sagt Grummert. Die dürften bei Interesse natürlich auch durch den gut einen halben Meter hohen Eingang hineinkrabbeln.

Im Inneren ist es relativ warm und auf Styroporplatten und drüber gelegten Lammfellen kann man es drinnen durchaus eine Weile aushalten. So kennt man es auch von den Eskimos. „Man hört auch kaum etwas von der Außenwelt hier drinnen“, sagt Manuela Grummert. Die dicken Wände des Iglus – alle zwischen 30 Zentimeter und einem Meter dick – wirken schallisolierend.

Im Inneren hat Gerhard Grummert die Wände des Iglus mit der Schaufel geglättet. Foto: Heidrun Mühlke

In zurückliegenden schneereichen Jahren hätten sie schon mal Iglus gebaut. Da sei natürlich mehr los gewesen und viele Interessierte hätten geschaut und im Inneren Kaffee oder andere Heißgetränke getrunken. „Diesmal haben wir uns genau an die bestehenden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften der Corona-Pandemie gehalten. Schließlich wollen auch wir gesund bleiben“, sagt Gerhard Grummert.

Stehen bleiben wird das eisige Haus trotz einsetzenden Tauwetters noch eine ganze Weile. „Die Wände sind inzwischen richtig festgefroren, richtige Eisblöcke“, sagt Grummert. Er glaubt, dass die Reste des Iglus sicher erst im März verschwunden sein werden.

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