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Joachim Lübke berichtet im Stemweder Ausschuss – Virus bremst Aktivitäten aus – 692 Mitglieder insgesamt

Feuerwehr-Chef blickt auf Einsatzjahr zurück

Stemwede

„Die Einsatzbereitschaft der Stemweder Feuerwehr war auch im Corona-Jahr 2020 zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Kein Bürger musste oder muss Angst haben, dass wir nicht ausrücken und ihm nicht helfen können“.

Dieter Wehbrink

Gemeindebrandmeister Joachim Lübke hat dem Ausschuss umfassend über die Arbeit der Feuerwehr berichtet. Foto: Feuerwehr

Diese Bilanz zog Gemeindebrandmeister Joachim Lübke während der Stemweder Haupt- und Finanzausschusssitzung. Eigentlich sollte bereits ein Wechsel im Amt des Feuerwehr-Chefs erfolgen, denn Joachim Lübke, seit 2003 (!) in diesem verantwortungsvollen Amt, möchte den Stab an den dafür qualifizierten Andreas Rümke aus Destel übergeben (wir berichteten).

Weil aber die dafür unbedingt notwendige Anhörung sämtlicher Stemweder Feuerwehr-Angehörigen in Pandemiezeiten nicht möglich ist, wird Lübke vorübergehend weiter im Amt bleiben. Der Twiehausener trug dem Fachausschuss die Bilanz von 2020 vor. Als größten Einsatz nannte Lübke den Brand am Lerchenweg in Westrup, wo eine Familie komplett ihr Haus verloren hat.

Im Lerchenweg in Westrup eine Familie durch Brand ihr Haus verloren. Foto: Andreas Kolemoor

Trotz der Trockenheit in 2020 sei die Zahl der Flächenbrände (2) gering gewesen – ganz anders als im ebenfalls heißen Sommer 2019, als die Kameraden wegen der extrem vielen Einsätze an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gestoßen seien, sagte Lübke. Zwei Stürme – „Sabine“ im Februar und „Kirsten“ im August – hätten die Wehren herausgefordert, vor allem „Sabine“ mit 16 Einsätzen. Hier sei sogar eine feste örtliche Einsatzleitung in Twiehausen gebildet worden. „Es war eine verdammt lange Nacht“, erinnerte sich Lübke.

Ärgerlich sei im August eine Serie von Brandstiftungen entlang der Wanderwege in Haldem gewesen: „Das war knapp. Gut, dass wir von Spaziergängern informiert wurden und so ein großer Waldbrand verhindert werden konnte.“

Hier die wichtigsten Punkte aus dem Vortrag des Gemeindebrandmeisters:

Schwund in Jugendfeuerwehr

Die Stemweder Feuerwehr hat aktuell 440 aktive Mitglieder sowie 167 Mitglieder der Ehrenabteilung, sechs Betreuer der 33 Jungen und Mädchen zählenden Kinderfeuerwehr und 46 Mitglieder der Jugendfeuerwehr. „Bei letzterer entstand leider ein Minus von 16“, sagte Lübke. „Teilweise wegen der Corona-Auswirkungen, aber auch wegen des Beginns der Berufsausbildung. Diese 18-Jährigen sind nicht mehr in die Einsatzabteilung der Feuerwehr gewechselt.“ Allerdings gebe es auch 16 Neuaufnahmen in der Einsatzabteilung, die nicht aus der Jugendfeuerwehr heraus kämen, betonte Lübke. Zudem seien vier Mitglieder der erst vor einem Jahr gegründeten Kinderfeuerwehr in die Jugendfeuerwehr übergewechselt. „So konnten wir die ersten Früchte aus der Idee der Kinderfeuerwehr ernten“, freute sich Lübke. Insgesamt gehören der Stemweder Feuerwehr 692 Mitglieder an: „Das ist schon eine beeindruckende Menge“, sagte der Gemeindebrandmeister.

Die Stemweder Feuerwehr hatte 2020 insgesamt 115 Einsätze zu verzeichnen – 22 mehr als in 2019. Auch die Rettungsschere war mehrfach im Einsatz. Nach einem der Verkehrsunfälle starb später eine Frau im Krankenhaus.

In Zeiten der Pandemie sei nach außen nicht viel bei der Feuerwehr gelaufen, intern aber etliches über Videokonferenzen. „Problematisch war, dass wir anhand der Inzidenzzahlen und Prognosen Planungen konkretisiert haben, diese aber kurzfristig über den Haufen geworden werden mussten, weil die Corona-Zahlen wieder nach oben schossen“, sagte Lübke.

Übungen und Dienste habe es vorsorglich nicht gegeben. „Keine einzige Löschgruppe musste im Kreis wegen Corona die Einsatzbereitschaft vorübergehend einstellen. Es gab lediglich einzelne Coronafälle in den Löschgruppen“, resümierte Lübke.

Neue Fahrzeuge

2020 wurden auch Fahrzeuge angeschafft. Für die Kinderfeuerwehr-Abteilung gab es – mit Hilfe eines Landeszuschusses – einen Mercedes-Sprinter. Ein Gerätewagen „Logistik“ wurde in diesen Tagen von der Feuerwehr Haldem aus Görlitz abgeholt. „Ein Packesel, der vor allem für den Transport von Feuerwehr-Materialien ungemein nützlich ist“, beschrieb Lübke das Fahrzeug. Die Jugendfeuerwehr Drohne-Dielingen habe einen gebrauchten Sprinter erhalten. Und: Drei Löschfahrzeuge, so genannte „LF 10“, seien für die Löschgruppen Destel, Dielingen-Drohne und Wehdem-Westrup angeschafft worden.

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