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Untersuchungen im „Vorhalteraum“ laufen auch im Kreis Minden-Lübbecke – Frank Schäffler (FDP) fordert Einbindung der Kommunen

Führt die Erdkabel-Trasse durch Stemwede?

Berlin/Stemwede (...

Norddeutsche Windenergie soll nach Nordrhein-Westfalen transportiert werden.

wn

So sieht es auf Baustellen aus, auf denen Erdkabel verlegt werden. Eine neue Trasse von Wilhelmshaven nach Hamm-Uentrop soll Windkraft-Strom aus dem Norden in Richtung Süden bringen. Sie könnte theoretisch auch durch Stemwede verlaufen. Bürgermeister Kai Abruszat will In der öffentlichen Stemweder Ratssitzung Ende April den dann aktuellen Sachstand bekanntgeben. Foto: Carsten Rehder

Hierzu planen die Übertragungsnetzbetreiber Tennet und Amprion bis 2030 ein neues sogenanntes Gleichstrom-Erdkabel-Projekt mit dem Arbeitstitel „B-Korridor“.

Der heimische Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler (FDP) informierte am Wochenende Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat über den aktuellen Stand des Verfahrens. Nach den Angaben von Tennet befinden sich auch Teile des Mühlenkreises und damit die Gemeinde Stemwede im sogenannten „Datenvorhalteraum“, der untersucht wird, um das Trassenkorridornetz zu entwickeln. Tennets Angaben zufolge befinden sich 30 Landkreise und mehrere 100 Gemeinden ganz oder teilweise in diesem Datenvorhalteraum.

Bundestagsabgeordneter Frank Schäffler Foto: studio kohlmeier

„Ob die Gemeinde Stemwede oder andere Kommunen des Kreises betroffen sind, steht zwar noch nicht fest. Es ist aber wichtig, die kommunalen Entscheidungsträger vor Ort unmittelbar und frühzeitig einzubinden“, bekräftigt Schäffler.

Die Stromtrasse von Wilhelmshaven nach Hamm solle für eine Kapazität von zwei Gigawatt ausgelegt werden. Gemeinsam mit einer weiteren Trasse von Heide in das nordrhein-westfälische Polsum sollen Trassenverläufe in einer Größenordnung von rund 700 Kilometern geplant werden. Das erst im Februar dieses Jahres verabschiedete Bundesbedarfsplangesetz sei die gesetzliche Grundlage für die Planung und Realisierung des Vorhabens, sagte Schäffler. Eine Inbetriebnahme sei laut Projektträger Tennet bis zum Jahr 2030 vorgesehen.

Erste Informationen über die geplante Stromtrasse hatten in Stemwede die Befürchtung genährt, es könne sich um eine überirdische Leitungsführung handeln – mit hohen Masten und Stromdrähten. Doch danach sieht es nicht mehr aus. „Der Erdkabelvorrang ist gesetzlich festgelegt. Auch Tennet rechnet auf der Trasse mit einer Planung von 100 Prozent Erdkabel“, sagte Schäffler weiter.

Die Bundesfachplanung beginne im Herbst 2022. Im Anschluss daran sei, so Schäffler ergänzend, ein Planfeststellungsverfahren vorgesehen. Als zuständige Genehmigungsbehörde fungiert die Bundesnetzagentur. „Diese trifft am Ende die Entscheidung über den konkreten Verlauf der Stromleitung.“

Auf Nachfrage dieser Zeitung äußerte Bürgermeister Kai Abruszat, dass man die weiteren Entwicklungen „präzise beobachten“ werde. Schließlich gehe es möglicherweise um Eigentumsrechte der Bürgerschaft oder der Gemeinde Stemwede selbst. „In der öffentlichen Ratssitzung der Gemeinde Ende April werde ich den dann aktuellen Sachstand in Sachen Leitung bekanntgeben“, sagte der Verwaltungschef.

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