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Nach coronabedingter Schließung: Lemförder Orchideenzucht darf wieder Kunden empfangen – Auf 3600 Quadratmeter Artenreichtum

Geheimnisvolle exotische Blütenpracht

Lemförde

Einzigartig in der Region ist die Lemförder Orchideenzucht, direkt am Stemweder Berg gelegen.

Heidrun Mühlke

„Die Cattleya-Orchidee ist ein Hingucker auf jeder Fensterbank“, sagt Kristiane Bücken. Foto: Heidrun Mühlke

Auf rund 3600 Quadratmetern wachsen die „Königinnen der Zimmerpflanzen“ dort in unvergleichlichem Artenreichtum. Mehr als 100.000 Pflanzen gedeihen in den klimatisierten Gewächshäusern unter besten Bedingungen.

Die exotisch-bunte Vielfalt der Orchideen in der Lemförder Orchideenzucht ist Anziehungspunkt für viele Touristen weiß Katharina Wilden. Foto: Heidrun Mühlke

Was aber geschieht mit den prachtvollen Pflanzen während der Corona-Pandemie? Diese Zeitung hat im Familienbetrieb am Rauhen Berge 8 nachgefragt, der mittlerweile wieder Kunden empfangen darf.

Der hauseigene Verkaufsraum war lange Zeit geschlossen, genau wie alle anderen Blumengeschäfte in Niedersachsen. Im benachbarten Nordrhein-Westfalen durften die Floristen ihre Läden nur mit Sortimentseinschränkungen öffnen. Die Lemförder Orchideenzucht beliefert neben Privatkunden auch Großhändler, Gärtner und Blumenhändler.

Auf Kundenwunsch werden die Orchideen aufwendig dekoriert. „Bestellungen sind möglich“, sagt Kristiane Bücken. Foto: Heidrun Mühlke

„Wir haben in dieser Zeit natürlich Bestellungen entgegen genommen, die dann kontaktlos abgeholt werden konnten“, erzählt Geschäftsführerin Katharina Wilden. Dennoch bedeute die Corona-Krise einen noch nicht abzusehenden geschäftlichen Verlust. Schließlich sei der außergewöhnliche Betrieb auch ein touristischer Anziehungspunkt. Viele Busgruppen würden in normalen Jahren das exotische Blütenmeer in den Gewächshäusern bestaunen. „Das ist 2020 und zu Beginn dieses Jahres alles weggebrochen“, sagt Wilden.

Doch auch ohne Besucherandrang müssen die Pflanzen versorgt werden. „Wir sind ein gutes Team“, sagt die Geschäftsführerin. Gearbeitet wird unter den bestehenden coronabedingten Hygienevorschriften.

Kristiane Bücken

Nur durch stetige Pflege können die Pflanzen ihre ganze Schönheit entfalten. Zuständig für die Arbeit im Gewächshaus ist Kristiane Bücken. Die Gartenbauingenieurin ist seit annähernd 17 Jahren in der Lemförder Orchideenzucht beschäftigt und weiß um die individuellen Bedürfnisse der verschiedenen Sorten bestens Bescheid.

„Orchideen sind sehr vielfältig“, sagt Bücken. Gerade das sei das Faszinierende. „Die Orchidee ist der Klassiker auf der Fensterbank. Sie hat in vielen deutschen Häusern und Wohnungen einen Stammplatz gefunden und verbreitet dort einen Hauch von Exotik“, weiß die Fachfrau. Es gibt übrigens prächtige, aber auch unscheinbare heimische Orchideen. Viele von ihnen sind in ihren Lebensräumen bedroht.

Auch wenn derzeit der Handel mit den Orchideen noch immer sehr eingeschränkt sei, würde keine der Pflanzen weggeworfen, erklärt Kristiane Bücken. „Sie werden zurückgeschnitten und blühen dann in der nächsten Periode erneut. Sowieso dauert es mehrere Jahre, um eine Pflanze großzuziehen. Manche brauchen drei Jahre, es gibt aber auch Sorten, die zehn Jahre benötigen“, erläutert sie.

Kein Wunder also, dass es neben dem verbreiteten eher preiswerten Klassiker „Phalaenopsis“ auch wertvolle, sehr seltene Arten gibt – wie beispielsweise die Rarität Rothschildianum-Kreuzung, eine Frauenschuhgattung, bei der die Preise erst bei knapp 100 Euro beginnen.

Die teilweise geheimnisvoll anmutenden Orchideen gehören für viele Liebhaber zu begehrten Pflanzen. Manche von ihnen sind besonders farbenprächtig und bezaubern mit fremdartigen, kunstvollen Blütenformen.

Die besonderen Gewächse haben im Jahr 1963 auch Erika Reuter fasziniert. Mit ihrer Begeisterung für Orchideen legte sie damals den Grundstein für das, was heute die Lemförder Orchideenzucht ist. Das Familienunternehmen wird mittlerweile in der zweiten Generation von Peter Reuter und Katharina Wilden geführt. Noch – denn in naher Zukunft wird Kristiane Bücken die Geschicke im Zuchtbetrieb lenken.

„Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung“, sagt die 55-Jährige. Weiterhin wolle sie den Schwerpunkt auf die Züchtung von hochwertigen Pflanzen legen, die aber trotzdem eher pflegeleicht seien. „So wird der Betrieb auch künftig weniger als klassische Gärtnerei zu sehen sein, sondern vielmehr als traditionsbewusste Manufaktur für Orchideen von höchster Qualität“, betont sie.

Seit dem 13. Februar dürfen die Kunden wieder in die Lemförder Gewächshäuser kommen und sich an der Fülle der bunt-leuchtenden Blumenpracht erfreuen. „Die Menschen wollen einfach das Schöne wieder sehen“, hat Katharina Wilden festgestellt, die selbst begeistert ist von dem großen Zuspruch der Kundschaft.

Geöffnet ist die Lemförder Orchideenzucht montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr.

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