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Flugtag in Bohmte zieht 10 000 Besucher an – Tolle Flugschau geboten

Gelegenheit zum Rundflug

Bohmte/Stemwede (WB). »Mama, was ist Deutschland groß«, hat ein ganz junger Passagier in Begleitung seiner Mutter während eines Rundfluges mit der Antonow AN 2 über Bad Essen gestaunt. Die Antonow hatte, wie auch viele weitere Kleinflugzeuge, regen Flugbetrieb während des Flugtages in Bohmte.

Gertrud Premke

Ein Blick in das Cockpit der Antonow. Steven Semisch ( Pilot ) und Willi Horka ( Co-Pilot) vor den zahlreichen Armaturen, Hebeln und Knöpfen. Foto: Premke

Trotz des diesigen Wetters war die Weitsicht beim Überfliegen des Wittlager Landes am Sonntag recht gut. Zwölf Passagiere konnten pro Start teilnehmen und für 20 Minuten

ein Flugerlebnis ganz besonderer Art erleben. Als der schwere legendäre Doppeldecker mit seinem 1000 PS Sternmotor – am Steuer Pilot Steven Semisch und Co-Pilot Willi Horka – vom Flugfeld abhob und sich dröhnend und ächzend gen Himmel erhob, stieg der Adrenalinspiegel an.

Den Bohmter Flugplatz, Häuser, Straßen und den Mittellandkanal in Miniaturform zu erleben, das ist nicht alltäglich. Der erste Gong ertönte, eine gewisse Flughöhe war erreicht und die Passagiere durften sich abschnallen, Plätze wechseln und Blicke durch die Fenster schweifen lassen. Und so hörte man staunende Stimmen inmitten des derben Motorengeräuschs. »Was ist das denn dort unten? Ist das Ippenburg?«, fragte ein Fluggast. Schnell war die Lokalität ausfindig zu machen. Lintorf, Rabber, das Wiehengebirge und ein ausgiebiger Flug über Bad Essen, und als dann wieder die gelben Rapsfelder rund um das Flugfeld in Bohmte in Sichtweite kamen, ertönte zum zweiten Mal der Gong, ein Zeichen sich wieder anschnallen und die Landung setzte ein.

Rundflüge möglich

Rechtzeitig um 11 Uhr starteten die Rundflüge. Für den Nachmittag war Wetterwechsel mit Regen angesagt. Aber das Wetter meinte es mit den Bohmter Luftsportlern gut. Es blieb trocken. Gut auch für die Besucher, die nicht nur mit Autos vielfach auch aus dem Altkreis Lübbecke angereist waren. Auch Rad- und Bollerwagen-Touristen, die statt der üblichen Mai-Tour ins Grüne, versorgt mit Proviant das Bohmter Flugspektakel erleben wollten.

»Das Wetter ist eigentlich zum Fliegen ganz gut«, meinte Friedrich Lüke, Ausbildungsleiter für Ultraleichtflugzeuge des Luftsportvereins Wittlage (LSV) und Moderator der Veranstaltung. »Wir haben in diesem Jahr wiederum einen neuen Besucherrekord. Es werden wohl über 10 000 Menschen sein«, sagte Lüke.

Hubschrauber ist mit dabei

Neben den angebotenen Rundflügen mit den »fliegenden Oldtimern« Antonow und der »De Havilland Dove« stand noch ein Hubschrauber zur Verfügung. Die »Extra 200« war wegen Regens aus Dinslaken nicht angereist. Für die ganz Mutigen jedoch gab es die Möglichkeit pure Flug-Akrobatik in einer YAK 52, einem gelben Trainingsflugzeug für Kunstflug, mitzuerleben. Einzige Bedingungen: Mut, Abenteuerlust und so fest angeschnallt zu sein, damit zwischen Sitz und Flugpassagier kein Zentimeter Platz bleibt .

Weitere Zuschauermagneten waren der alte »Flughase« Walter Eichhorn, Lufthansa-Kapitän im Ruhestand, mit seiner North American T6 und sein Sohn Toni mit dem Nachfolgermodell » T 28 Trojan« mit 1500 PS. Beide hielten die Zuschauer mit ihren Loopings unter den Wolken in Atem.

Beifall für die Fallschirmspringer

Beifall erhielten auch die 13 Fallschirmspringer vom Flugsport Damme für ihre zwei Absprünge. Informationsstände der Bundespolizei und der Bundeswehr gaben Auskunft über die dort mögliche Berufslaufbahn. Und auf dem kleinen Flugfeld nebenan surrten die Modellflieger mit ihren fein herausgeputzten Maschinen durch die Lüfte.

Kinderkarussell und Hüpfburgen, Verzehrstände, Gewerbeschau und eine große Tombola rundeten das Programm ab. An eine Kinderbetreuung, angeboten vom Bohmter Verein für Fitness und Gesundheit (falls Mama und Papa dann doch zu zweit in die Lüfte gehen wollten) war ebenfalls gedacht.

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