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Ernst-Wilhelm Rahe und SPD Stemwede besuchen Betrieb in Niedermehnen

Glückliche Schweine bei Lahrmanns

Stemwede (WB). Keine Massentierhaltung sei der Familienbetrieb von Hendrik und Nicole Lahrmann in Niedermehnen, darin war sich die SPD Delegation aus Stemwede einig. Hendrik Lahrmann hatte die Politiker nach einem Grillabend beim Ratskandidaten Thorsten Möller spontan zum Besuch auf seinem Hof eingeladen.

Nur mit Schutz- und Arbeitskleidung geht es in den Stall: Thorsten Möller, SPD Ratskandidat in Niedermehnen, Jonas Schmidt, SPD Vorsitzender Stemwede, Jürgen Gläscher, SPD Kreistagskandidat, Nicole und Hendrik Lahrmann und Ernst-Wilhelm Rahe, MdL.

„Uns ärgert maßlos, wenn durch die Berichte über Tönnies und andere Großbetriebe unser ganzer Berufsstand in Misskredit gebracht wird. Meine Frau und ich arbeiten gerne als Landwirte und wollen Tierwohl und Wirtschaftlichkeit in unserem Betrieb in Einklang bringen.“ Lahrmann hält 150 Sauen zur Ferkelaufzucht und abhängig von der aktuellen Preisentwicklung auch noch eigene Mast der Schweine.

„Wir zeigen gern unseren Betrieb und beteiligen uns auch an dem Projekt ‚Lernort Bauernhof‘ für Schulen und Kindergärten. Doch während Kindergärten das Angebot zum Besuch gerne wahrnehmen, gibt es von den Schulen kaum Nachfrage. Das bedauern wir sehr. Die Kinder sollen doch sehen, wie die Tiere leben.“

Das Ehepaar Lahrmann sieht sich gut aufgestellt auf dem Markt – trotz stark schwankender Preise und Nachfrage. Nicole Lahrmann unterstützt ihren Mann als gelernte Tierpflegerin bei der Aufzucht: „Ich kenne jede Sau im Stall und die Gesundheit der Tiere liegt mir sehr am Herzen“.

Darum werde möglichst auf Medikamentenabgabe verzichtet. „Ich beobachte die Tiere ganz genau und sehe sehr schnell, wenn eines Probleme hat. Dann versuche ich sofort zu helfen, der Tierarzt ist immer der letzte Weg.“

Um von Marktschwankungen unabhängiger zu werden, wird das Futter in Kooperation mit benachbarten Landwirten selber hergestellt. Mit einer Photovoltaikanlage wird ein Teil des Energiebedarfes für Lüftung und Heizung im Stall erzeugt. Und Mutter Luise betreibt noch ein eigenes Fitnessstudio auf dem Hof.

„Wir müssen mit den Erträgen, die wir auf unserer Hofstätte mit den vorhandenen Flächen und Gebäuden erwirtschaften können, leben. Wenn der Flächenbedarf für die Sauen jetzt vergrößert wird, können wir das in unseren Ställen nicht mehr umsetzen. Für einen Neubau von Ställen haben wir aber nicht die Fläche und der Ertrag mit der bisherigen Tieranzahl gibt das auch nicht her. Dann müssen wir die Tieranzahl noch weiter reduzieren und das wird dann wohl nicht mehr wirtschaftlich sein,“ sieht Hendrik Lahrmann keine gute Zukunft für seinen und andere heimische Familienbetriebe.

Für den Landtagsabgeordneten Ernst-Wilhelm Rahe hatte der Besuch auch grundlegende Bedeutung. Als Mitglied der Enquetekommission „Zukunft der Landwirtschaft“ des Landtages erarbeitet er einen Bericht für die Landesregierung mit Forderungen an zukünftige Gesetzgebungen: „Unsere Landwirtschaft hat ganz viele verschiedene Gesichter und Probleme. Da gibt es keine pauschalen Lösungsansätze. Deshalb ist es für mich wichtig, in ganz viele unterschiedliche Bereiche hineinzuhören. Der Hof Lahrmann war ein wichtiger Baustein dabei!“

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