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Mit etwas Glück über Minden-Lübbecke zu sehen: „Engel der Lüfte“ steuert Fliegerhorst Diepholz an – Auffällige Sonderlackierung

Goodbye Transall: Abschiedsflug über die Region

Diepholz/Stemwede

Wer am Fronleichnam, 3. Juni, in Minden-Lübbecke eine Bundeswehr-Transportmaschine sieht, die ungewöhnlich bunt ist, sollte sich nicht wundern.

Von Dieter Wehbrink

Wer diese Transall heute, 3. Juni, in der Luft sehen möchte, kann zum Fliegerhorst Diepholz fahren. Dort wird sie um 10 Uhr (ohne Gewähr) zu einem Überflug erwartet. Sie landet dort nicht. Foto: Bundeswehr

Mit einer Nordtour verabschiedet sich das Transportflugzeug Transall C-160 kurz vor seiner Ausmusterung von seinen Fans in Norddeutschland.

Und weil die dicke Propellermaschine ganz gezielt auch den Fliegerhorst Diepholz überfliegt, um dort Tschüss zu sagen, und dann den Flughafen Münster/Osnabrück ansteuert, kann es sein, dass dieses markante, tief fliegende Flugzeug auch über Minden-Lübbecke zu sehen ist.

Die wohl auffällig lackierteste Transall aller Zeiten. Foto: Bundeswehr

Die Transall hat am Fronleichnam ein straffes Abschiedsprogramm zu bewältigen. Sie wird um 10 Uhr über Diepholz erwartet, nachdem sie zuvor über den Fliegerhorsten Nordholz und Wittmund gesehen wurde. Nach Diepholz stehen per Überflug der Flughafen Münster/Osnabrück sowie die Fliegerhorste beziehungsweise Flughäfen Bückeburg, Wunstorf Faßberg (Landung), Neubrandenburg-Trollenhagen, Anklam, Stralsund-Barth, Rostock-Laage, Kiel und Jagel auf dem Programm. Um 15.50 Uhr erfolgt die Landung auf dem Heimat-Fliegerhorst Hohn. Alle Zeitangaben sind ohne Gewähr.

Die seit 53 Jahren in der Luftwaffe fliegenden Transall-Maschinen werden Ende 2021 ausgemustert. Ihre Aufgaben werden vom A400 M und künftig von der C-130J Hercules übernommen. Der letzte verbliebene Transall-Verband, das Lufttransportgeschwader 63 in Hohn bei Rendsburg, wird aufgelöst.

Obwohl es sich um ein Militärflugzeug handelt, wird die Transall auch als „Engel der Lüfte“ bezeichnet. Zahlreiche Soldaten wurden in die Einsätze geflogen und gesund zurückgeholt. Tonnen von Hilfsgütern flog die Transall, um Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen. Sogar als fliegendes Lazarett war sie unterwegs. „Ohne die Transall C-160 und das Geschwader hätte die Luftwaffe über viele Jahre ihren Auftrag nicht erfüllen können“, schreibt die Bundeswehr auf ihrer Internetseite.

Die Maschine, die heute noch einmal in die Luft geht, erhielt eigens zu diesem Zweck eine Sonderlackierung, was ihr den Spitznamen „Retrobrummel“ einbrachte. So gibt die Luftwaffe zahlreichen Anhängern der Transall die Gelegenheit, sich von dem Flugzeug zu verabschieden.

Die Sonderlackierung besteht aus verschiedenen Farben und Motiven, die das Flugzeug im Dienst der Luftwaffe bereits getragen hat. Angefangen beim silbernen Prototypen bis hin zur weißen United Nations-Lackierung. Die rechte Seite der Maschine stellt in Symbolen die geflogenen Einsätze dar. Die linke trägt die Hummel des Lutfttransportgeschwaders 63 „Hohn“.

Wirft man einen Blick auf die Oberseite der Flügel, erkennt man die deutsche Flagge und die von Schleswig-Holstein mit der Aufschrift „Last Call“. Ein letzter Aufruf für das deutsch-französische Rüstungsprojekt.

„Eine Lackierung, die Emotionen bei vielen der langjährigen Gefährten des Flugzeugs auslösen wird“, ist die Luftwaffe überzeugt. Weitere Informationen zur sonderlackierten Maschine gibt es hier.

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