1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Stemwede
  6. >
  7. Investor möchte in Stemwede acht Riesen-Windräder errichten

  8. >

Bürgermeister informiert Ausschuss: „Projektierungs GmbH“ aus Kirchdorf hat Antrag beim Kreis gestellt

Investor möchte in Stemwede acht Riesen-Windräder errichten

Stemwede

Die Gemeinde Stemwede hat die Information eines Investors bekommen, dass dieser auf dem Gemeindegebiet, im Oppendorfer Fledder, Windkraftanlagen errichten möchte.

Dieter Wehbrink

Windräder sind in Stemwede seit Jahrzehnten ein Streitthema. Jetzt liegt beim Kreis Minden-Lübbecke ein Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung von acht Turbinen im Oppendorfer Fledder vor. Foto: Jan Woitas

Das teilte Bürgermeister Kai Abruszat am Mittwochabend, 17. Februar, den Mitgliedern des Stemweder Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt mit. Vorhabenträger ist die Westwind Projektierungs GmbH mit Sitz in Kirchdorf, Landkreis Diepholz. Der Investor hat laut Abruszat bereits Antragsunterlagen bei der Kreisverwaltung in Minden eingereicht und konkret einen Antrag auf Erteilung eines Vorbescheides gestellt. Rechtsgrundlage dafür sei das Bundesimmissionsschutzgesetz, sagte der Bürgermeister. „Der Vorbescheid bezieht sich auf insgesamt acht Anlagen. Sie haben eine Nabenhöhe von etwa 166 Metern. Der Rotordurchmesser beträgt 175 Meter. Die Nennleistung pro Anlage beträgt 6,5 Megawatt.“

Der Oppendorfer Fledder ist laut Untersuchungen von Experten ein wichtiger Vogelzug- und Rastplatz, etwa für Kraniche. Foto: Dieter Tornow

Der Investor habe sich offensichtlich entsprechende Flächen im Bereich des Oppendorfer Fledders gesichert, sagte Abruszat. Er geht fest davon aus, dass die Gemeinde Stemwede im Wege des üblichen Verfahrens beteiligt wird. Allerdings betonte er auch: „Die vom Investor vorgesehene Gebietskulisse ist aus meiner Sicht eine große Herausforderung im Hinblick auf Arten-, Natur- und Vogelschutz. Dieses ist jedenfalls unsere Erfahrung und Einschätzung aus der Zeit der Erarbeitung unseres eigenen Flächennutzungsplans.“

Bei den Voruntersuchungen zur Ausweisung von Stemweder Windkraft-Vorranggebieten wurde empfohlen, das Gebiet Fledder für Windkraftnutzung auszuschließen. Hier gebe es ein Schwerpunktvorkommen von Rast- und Zugvogelarten, etwa für den Kranich. Die damalige Untersuchung macht es mit Blick auf die Chancen für die Kirchdorfer Windkraftpläne spannend. Allerdings stehen unmittelbar hinter der Landesgrenze auf niedersächsischer Seite bereits Windräder. Zudem soll es für den Bereich Brockum offenbar Pläne für weitere Turbinen geben.

Abzuwarten für den Kirchdorfer Investor bleibt auch, wie der künftige Flächennutzungsplan der Gemeinde Stemwede in Sachen Windkraft aussieht. Bekanntlich hat sich Stemwede zu einer Neuaufstellung entschieden, nachdem der bisherige Flächennutzungsplan nach einer Klage des Windkraft-Projektieres Enertrag vom Oberverwaltungsgericht Münster in Teilen für ungültig erklärt wurde. Die Gemeinde hatte die Gebiete Tiefenriede in Drohne/Haldem (dort darf bebaut werden) und Bockhorns Horst in Oppendorf/Oppenwehe ausgewiesen. Um den neuen Plan aufstellen zu können, wartet die Gemeinde auf ein NRW-Gesetz, dass Aussagen zu Mindestabständen von Windrädern zur Wohnbebauung machen soll.

Der Kirchdorfer sei selbst auf die Gemeinde zugekommen und habe in dieser Woche die Verwaltung wegen des Antrags auf Vorbescheid kontaktiert, sagte Abruszat.

Startseite