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Kreisheimatpfleger protestiert gegen Pläne des Gewerbevereins an Festhalle Levern

Klanke warnt vor Fällen der fünf Bäume

Stemwede (WB). Sollen die fünf Bäume auf dem Festhallen-Gelände weichen, damit der Gewerbeverein Stemwede ein zusätzliches Ausstellungszelt für den Leverner Markt aufstellen kann?

Dieter Wehbrink

Um diese fünf Bäume entlang des Festhallen-Parkplatzes geht es. Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke warnt davor, sie vorschnell zu fällen, um Platz für ein zusätzliches Gewerbezelt zu schaffen. Foto:

Und gibt sich die Gemeinde Stemwede damit zufrieden, wenn der Verein im Gegenzug 90 junge Bäumchen für die Leverner Schulwaldaktion spendet? Die Diskussion darüber hat in Stemwede begonnen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Bürgermeister Kai Abruszat sagte in der vergangenen Woche während der Haupt- und Finanzausschusssitzung, dass zunächst der gemeindeeigene Gärtnermeister die Bäume und deren Zustand begutachten solle.

Schon Diskussionen bei der Anpflanzung

Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke, der als Leverner Bürger von dem Baumfäll-Antrag des Gewerbevereins erst aus dieser Zeitung erfuhr, hat sofort danach einen Brief an Kai Abruszat geschrieben. Darin warnt er deutlich vor dem Abholzen der fünf Bäume.

»Ich möchte in Erinnerung rufen, dass deren Anpflanzung vor der Festhalle bereits in den 198oer Jahren intensive Diskussionen vorausgingen«, schreibt der Leverner. »Unter anderem waren Anregungen der Kommission des Dörferwettbewerbs der Anlass. Ich war damals als Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft und des Arbeitskreises Ortsbildpflege damit befasst. Schon seinerzeit wurde von Kritikern der Anpflanzung vorgebracht, dass man mit einer Begrünung des Platzes Parkmöglichkeiten einschränke, zudem weniger Parkplätze zur Verfügung habe und eventuell für den Aufbau von Zelten und Fahrgeschäften Einschränkungen schaffe.«

Redeckers Vorschlag stieß auf Zustimmung

Dem gegenüber hätten aber Auffassungen gestanden, dass es unter anderem wegen des großen Gebäudekörpers der Festhalle und der Weite des Parkplatzes richtig sei, nicht nur eine Randbegrünung zu schaffen, betont Klanke.

»Nach intensiver Diskussion stieß nach meiner Erinnerung ein vom damaligen Gemeindedirektor Heinz Redecker eingebrachter Vorschlag auf breite Zustimmung«, fährt Klanke fort. »So wurden schließlich keine einzelnen ›Grüninseln‹ gepflanzt, sondern es erfolgte ›nur‹ eine einzelne Reihenpflanzung von Bäumen – parallel zur Seitenfront der Festhalle.«

Er unterstütze zwar alle Bemühungen, den traditionsreichen Leverner Markt attraktiv zu gestalten, schreibt Klanke. »Ob dafür aber ein Ausstellungszelt zusätzlich dort aufgebaut werden muss, wo sich jetzt noch die Bäume befinden, sollte sehr sorgfältig überlegt werden.«

Der Kreisheimatpfleger weist außerdem darauf hin, »dass schon heute beim Aufbau von Ständen zwingend die seitlichen Fluchtwege der Festhalle sowohl in als auch vor dem Gebäude freizuhalten sind.« Er gehe davon aus, dass dieser Aspekt geprüft worden sei: »Es wäre fatal, wenn die Bäume gefällt würden, um anschließend festzustellen, dass das gewünschte Zelt gar nicht so aufgebaut werden darf.«

»Gewerbeverein setzt falsches Signal«

Klankes Brief schließt mit dem warnenden Satz: »Die Entfernung der Bäume hätte nicht nur optisch eine negative Wirkung . . .«

Äußerst kritisch bewertete der Kreisheimatpfleger im Gespräch mit dieser Zeitung die Ankündigung des Gewerbevereins Stemwede, neue Bäume für die jährliche Schulwald-Pflanzaktion der Leverner Viertklässler zu spenden. »90 junge Bäumchen gegen fünf vorhandene, die man fällen will? Das setzt ein falsches Zeichen, das nicht nur den Kindern nicht zu vermitteln ist.«

Außerdem könnten ja andere Grundstücksbesitzer aus Gründen der Gleichbehandlung auf die Idee kommen, junge Bäume zu spenden, wenn sie im Gegenzug »lästige« oder im Weg stehende große Bäume einfach fällen dürften, warnt Friedrich Klanke.

Auch der grüne Ratsherr Hermann Gesenhues hatte in der vergangenen Woche während der Sitzung des Stemweder Haupt- und Finanzausschusses gefordert, die Begrünung des Festhallen-Areals nicht noch weiter zu reduzieren. Gesenhues lehnt das Fällen der Bäume ebenfalls ab (wir berichteten). Hermann Gesenhues regt sogar Maßnahmen an, um die fünf Bäume in ihrem Wuchs zu stärken – etwa durch das Entfernen des Pflasters im Wurzelbereich, damit mehr Wasser in die Erde sickern kann.

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