1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Stemwede
  6. >
  7. Levern hofft auf Mühlensaison

  8. >

Planungen bleiben wegen Corona unsicher – Heuerlingshaus ist eine weitere Attraktion auf dem Stemweder Gelände

Levern hofft auf Mühlensaison

Levern

Da war die Welt noch in Ordnung: Die Mühlensaison 2019 ist in Levern noch überaus erfolgreich verlaufen.

wn

Wilfried Göker (links) und Fritz Thoms-Meyer brachten die Fördertafel der NRW-Stiftung am Seiteneingang des Heuerlingshauses an – zugleich Eingang für die im Dachgeschoss ausgebaute Wohnung.

4000 Besucher waren allein zum Altmaschinentreffen im September gekommen – eine Rekordbeteiligung. Umso mehr bedauert es der Mühlenverein, dass im vergangenen Jahr kein einziger Mahl- und Backtag veranstaltet werden konnte.

„Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Auflagen für große Veranstaltungen mussten auch das Rockkonzert und der Weinabend im September abgesagt werden“, sagt Mühlenvereinsvorsitzender Friedrich Klanke.

Ein Blick auf die Südgiebelfront des Hauses mit dem Bauerngarten im Vordergrund. Die Dacheindeckung erfolgte wie bei allen anderen Gebäuden auf dem Mühlengelände mit alten Hohlziegeln. Diese wurden vor rund 120 Jahren in einer Ziegelei im benachbarten Niedermehnen gebrannt. Foto: Friedrich Klanke

Der Verein habe für dieses Jahr zwar den traditionellen Saisonstart bereits vom ersten Sonntag im April auf den 2. Mai verschoben, sich aber ansonsten wie alle anderen Mühlengruppen an der Programmaufstellung des Kreismühlenvereins für das laufende Jahr beteiligt.

„Ob dieses Programm aber verwirklicht werden kann und ab wann an den Mühlen im Kreisgebiet wieder Veranstaltungen möglich sind, ist nach wie vor mit vielen Fragezeichen versehen“, räumt Klanke ein. „Derzeit ist auch noch keine Entscheidung gefallen, ob der Deutsche Mühlentag am Pfingsttagmontag, 24. Mai, überhaupt stattfinden kann.“

Gerne möchten die Leverner auch das sanierte Heuerlingshaus auf dem Mühlengelände mit einer Feier einweihen. „Dafür wäre der Saisonstart Anfang Mai ein sehr geeigneter Termin. Wir werden aber die weitere Entwicklung der Corona-Situation wohl oder übel abwarten müssen und sollten keine gesundheitlichen Risiken eingehen“, sagt Klanke.

Dabei spiele natürlich die Größe der Veranstaltung eine entscheidende Rolle: Bei einer standesamtlichen Trauung mit wenigen Personen ließen sich die Abstandsregeln recht gut realisieren, meint der Vorsitzende. „Bei einem Mahl- und Backtag mit Ausgabe von Kaffee und Kuchen, einem musikalischen Rahmenprogramm und vielen Besuchern ist das deutlich schwieriger zu bewerkstelligen.“

Dieses Schild wurde am Heuerlingshaus angebracht. Foto:

Das Interesse am Angebot standesamtlicher Trauungen an der Mühle habe noch weiter zugenommen, teilt Klanke mit. „Grund dafür ist sicher auch, dass neben der Bokemühle das Heuerlingshaus als weiteres attraktives Angebot zur Verfügung steht.“ Am Heuerlingshaus brachten vor wenigen Tagen Fritz Thoms-Meyer – der als Planungs- und Bauleiter mit Abstand den größten Anteil an den insgesamt rund 3000 ehrenamtlich geleisteten Stunden Arbeit auf dem Mühlengelände aufzuweisen hat – sowie Vorstands- und Beiratsmitglied Wilfried Göker die Förderplakette der NRW-Stiftung an.

„Deren Förderzusage in Höhe von 90.000 Euro im Jahr 2018 war für uns zugleich das Startzeichen für die Umsetzung einer sorgfältigen eigenen Planung“, berichtet Friedrich Klanke. Der Mühlenverein habe bei der Umsetzung aller Bauabschnitte besonders darauf geachtet, dass sich das Gebäude weiterhin als „gewachsene Einheit“ in das vorhandene Gebäudeensemble einfügt.

„Leitlinie war dabei die Beachtung von Grundsätzen einer dorfbild- und regionaltypischen Bauweise sowie Grundsätze des Denkmalschutzes, obwohl für das 1865 von Familie Klostermann erbaute Heuerlingshaus keine Denkmalschutzauflagen zu beachten waren“, sagt der Vorsitzende.

Startseite
ANZEIGE