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Super Azubi-Abschluss als Polster- und Dekorationsnäherin von Sinn Living in Haldem

Malin Niemann ist Bundessiegerin

Stemwede/Berlin (WB). Malin Niemann hat es geschafft: Am Dienstag wurde die Mindener Polster- und Dekorationsnäherin des Haldemer Unternehmens Sinn Living von der Bundesministerin Anja Karliczek (CDU) und Eric Schweitzer, dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), in Berlin zur Besten ihres Fachs in Deutschland gekürt.

Sinn-Geschäftsführer Sebastian Sinn mit Malin Niemann mit Prüfungsstücken. Malin ist Bundessiegerin geworden. Foto: Antje Egbert

Die Firma im Ortsteil Ilwede stellt bereits zum zweiten Mal eine Bundessiegerin: 2016 gelang Kira Fiestelmann dieser Erfolg.

Schweitzer sprach den Super-Azubis seine Anerkennung aus. Diese hatten in ihren Abschlussprüfungen bei den Industrie- und Handelskammern die höchsten Punktzahlen in ihren Berufen erreicht – und das bei knapp 300.000 Prüfungsteilnehmern. Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, betonte in ihrer Festrede: „Die heute hier ausgezeichneten Auszubildenden sind der beste Beweis für die Stärke unseres Berufsbildungssystems.“

„Ich freue mich riesig über die Auszeichnung und hätte nie gedacht, dass ich soweit komme“, sagt die 23-jährige Mindenerin. Die Siegerin überzeugte vor allem durch „die kreative Weiterentwicklung bei gleichzeitiger exzellenter Ausführung“.

„Erst durch tiefes Tal gehen“

Für die vier Prüfungsstücke Husse, Hocker, Sitzbankkissen und rundes Kissen erzielte die Handwerkerin im praktischen Teil 100 und im theoretischen Teil 97 von 100 Punkten. Auch der Ausbilder bei Sinn Living ist begeistert: „Malin hat ein tolles Feeling für die Materialien. Sie ist sehr geschickt und umsichtig in der Umsetzung“, sagt Meister Lothar Saß. Ob Kappnaht, Doppelsteppnaht oder Kellernaht, ob an Leder, Samt oder Seide: Malin Niemann führt diese Arbeit heute mit sicherer Fingerfertigkeit und Perfektion aus: „Am Anfang meiner Ausbildung kam ich oft an meine Grenzen“, berichtet die Mindenerin. „Etwas so Anspruchsvolles wie das Mobiliar von Sinn Living zu kreieren, bedeutet, erst mal durch ein tiefes Tal zu gehen“, erzählt sie lachend. Am Ende freut man sich dann natürlich umso mehr über das hochwertige Ergebnis.“

Rochenleder und feinste Seide

Die Mühe hat sich gelohnt: Bereits am 8. Oktober wurde die junge Frau von den Juroren des Prüfungsausschusses zur Besten ihres Berufs in OWL gekürt. „Wir sind wahnsinnig stolz auf Malin“, fügt Geschäftsführer Sebastian Sinn hinzu. Höchste Präzision hat bei uns Vorrang. Unsere Manufaktur produziert anspruchsvolles Interieur für Jachten, Flugzeuge, Hotels und Restaurants in aller Welt. Wir verarbeiten kostbarste Materialien wie Rochenleder und feinste Seide. Verschnitte oder Fehler beim Nähen sind mit einem hohen Wertverlust verbunden.“

Etwa 45 Lehrlinge bildete das Stemweder Unternehmen seit 1988 aus: „Der Großteil schloss mit Bestnoten ab“, erklärt Sinn stolz. „Deshalb übernehmen wir unsere Lehrlinge gerne und suchen derzeit wieder neue.“

Malin gefiel vor allem das gute Arbeitsklima. Als Lehrling sei sie zwar gefordert, aber dafür auch überdurchschnittlich unterstützt und inspiriert worden. Und warum eine handwerkliche Ausbildung statt eines Studiums? „Ich mochte es schon immer, zu nähen“, sagt die junge Mindenerin. Sie sei nach ihrem Abitur auf den Zeitungsartikel über Kira Fiestelmann gestoßen, die 2016 als bundesweit beste Auszubildende bei Sinn Living abschloss: “Ich hab mich dann einfach beworben“, berichtet die frisch gebackene Berufsanfängerin.

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