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Fördermittel der NRW-Stiftung ermöglichen die Sanierung des Heuerlingshauses

Mühlenverein erhält 90.000 Euro

Stemwede-Levern (WB). Einen Förderungsbescheid über 90.000 Euro hat der Mühlenverein Levern am Dienstag erhalten. »Wir fördern hier keine leere Hülle«, freute sich Ute Röder, Vorstandsmitglied der NRW-Stiftung. Sie verschaffte sich gestern ein Bild vom Leverner Gelände.

Michael Nichau

Freuen sich über die zugesagten 90 000 Euro (von links): Fritz Thomsmeyer, Marco Rinne, Uwe Stothfang, Karl-Heinz Haseloh (NRW-Stiftung), Friedrich Rohlfing, Friedrich Klanke, Friedrich Lohrie und Ute Röder vom Stiftungsvorstand. Foto: Michael Nichau

Das Geld ist für die Sanierung des Heuerlingshauses auf dem Mühlengelände vorgesehen. Der Förderantrag wurde vom Kreismühlenverein Minden-Lübbecke gestellt. Dieser war beim Ortstermin in Levern durch Marco Rinne (stellvertretender Vorsitzender) und Geschäftsführer Friedrich Rohlfing vertreten.

Kreisheimatpfleger Friedrich Klanke, gleichzeitig Mitglied des erweiterten Vorstands des Kreismühlenvereins, empfing die Gäste auf dem Mühlengelände. Dort erfolgte ein Rundgang, bei dem Klanke deutlich machte, an welchen Stellen das Geld für die Sanierung eingesetzt werden soll. Er gab einen kurzen Überblick über die Entwicklung des Mühlengeländes seit 1977.

Planung über die gesamte Zeit seit 1977

»Hervorzuheben ist in Levern besonders die Kontinuität mit einer langfristigen Planung für das gesamte Gelände«, sagte Klanke. Die Ziele seien bis heute unverändert geblieben. »Wir haben seit etwa zwei Jahren vor, das Heuerlingshaus zu sanieren und es für die Nutzung durch besuchergruppen zugänglich zu machen«, sagte er.

Mit dem Ausbau für Vereinszwecke werde sich unter anderem auch eine Erweiterung und Optimierung der »Mühlenbesucherbetreuung« und der Öffnungszeiten auch außerhalb der regulären Mahl- und Backtage ergeben, kündigte Klanke an. Vorgesehen sei außerdem, eine Wohnung für einen Hausmeister einzurichten. Diese wird allerdings nicht von der Stiftung gefördert.

Besucher kommen teils von weit her

»Tausende von Besuchern können heute nicht nur die historische Mühlentechnik besichtigen. Mit dem bäuerlichen Museum kann der Weg vom Korn zum Brot, sogar in den verschiedenen Mechanisierungsstufen an Originalobjekten gezeigt werden«, erläuterte Klanke. Fachkundige Hobbymüller stünden regelmäßig für die Erklärungen an den Mahl- und Backtagen und für Führungen bereit.

Diese Schilderungen trafen genau den Nerv von Ute Röder, denn die Richtlinien der Stiftung, die sich durch Lotterie- und Zinseinnahmen finanziert, sehen vorrangig die Förderung des Ehrenamts vor. Dass die Ehrenamtlichen vor Ort sich mächtig ins Zeug legen, wirke sich natürlich aus, deutete sie an.

»Angesichts des sanierungsbedürftigen Gebäudezustandes des früheren Heuerlingshauses Klostermann haben wir schon seit längerer Zeit intensive Überlegungen angestellt und konkretisiert, wie diese erforderliche Sanierungsmaßnahme angepackt werden kann und wie dies finanzierbar ist«, schilderte Klanke die Entwicklung.

Entscheidung schon vor zwei Jahren

2015 empfahl die Mitgliederversammlung des Vereins die Sanierung des Heuerlingshauses und beauftragte den Vorstand für die Realisierung die notwendigen weiteren Schritte vorzunehmen.

»Es wurden von uns diverse Alternativplanungen entwickelt und die Kostenberechnungen nach Sparmöglichkeiten durchforstet. An dieser Stelle muss ich hier die immense Arbeit unseres ehrenamtlichen Bauleiters Fritz Thoms-meyer hervorheben, der die Pläne zeichnete und die Berechnungen aufstellte. Im Laufe dieser Überlegungen fertigte er sogar ein Modell an, um die optischen Wirkungen noch besser abschätzen zu können«, würdigte Klanke stellvertretend die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter von Mühlenverein und Altmaschinenfreunden.

»Es hätte mehr sein können«, bemerkte Fritz Thomsmeyer zu den »nur« 90.000 Euro, woraufhin ihm auch Ute Röder zustimmte. Sie musste allerdings einschränken und betonen, dass die Stiftung sich auch aus Zinserträgen finanziere. »Und die sind derzeit kaum vorhanden.«

Baubeginn soll schnell erfolgen

»Es hat die richtige Mühlengruppe getroffen«, fasste Marco Rinne, stellvertretender Vorsitzender des Kreis-Mühlenvereins zusammen. Er vertrat den »Chef«, Landrat Ralf Niermann, der am Dienstag verhindert war.

Friedrich Klanke erläuterte beim Rundgang, dass die Baumaßnahmen möglichst zeitig nach der Mühlensaison beginnen sollten. Planungsrechtlich sehe man keine Hindernisse, zumal es mit dem Kreis als Baubehörde bereits Vorabsprachen gegeben hatte. »Jetzt müssen wir das nur noch schaffen«, meinte Klanke angesichts der riesigen Aufgabe, eine Fachwerkwand neu einzuziehen und eine andere zu versetzen sowie das Innere des Gebäudes zu modernisieren.

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