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Verwaltung in alter Volksschule soll weichen – Anbau an Amtshaus wahrscheinlich

Rat beschließt Umbau zur Leverner Kita

Stemwede (WB). Kein „Nein“ bei der Abstimmung, dafür aber bis zu acht Enthaltungen: Nach längerer Diskussion und einer von der SPD beantragten Sitzungsunterbrechung zwecks interner Fraktionsberatung hat der Stemweder Gemeinderat wichtige Entscheidungen zum Kita-Umbau und Rathaus-Anbau in Levern getroffen.

Dieter Wehbrink

Künftig Kinderstimmen statt Verwaltungsgespräche: Die alte Volksschule, Sitz von Verwaltungsmitarbeitern.wird zur Drei-Gruppen-Kita umgebaut. Foto:

Die ehemalige Volksschule, in der jetzt noch Büros der Gemeindeverwaltung untergebracht sind, wird für 2,1 Millionen Euro (brutto) in eine dreigruppige Filiale des AWO-Kindergartens Levern umgebaut. Dort entstehen 50 Kita-Plätze, damit der große Bedarf in Levern gedeckt werden kann.

Begleitender Ausschuss

Grundsätzlich bekannte sich der Rat auch zur Notwendigkeit, dass im Gegenzug ein Anbau an das benachbarte Alte Amtshaus erfolgen muss, damit die aus der Schule weichenden Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung untergebracht werden können. Der erste Preisträger des eigens dafür ausgeschriebenen Architekten-Wettbewerbs – das Büro Schwakenberg/Bley aus Lemgo – soll mit der Planung beauftragt werden. Der Rat richtete aus seinen Reihen zudem einen begleitenden Ausschuss ein.

In dem künftigen Amtshaus-Anbau soll auch das Konzept für einen modernen Bürgerservice umgesetzt werden. Der Rat beauftragte Bürgermeister Kai Abruszat, dass er sich für den Bürgerservice um Fördergelder des Landes bemühen soll. Ein Amtshaus-Anbau wird nach Einschätzungen von Experten 1,9 Millionen kosten, erzielt aber im Vergleich zum jetzigen Rathaus-Trakt jährlich erhebliche Einsparungen bei den Nutzungskosten.

Mietvertrag mit der AWO

Die künftige Kita wird als Dependance zur bestehenden Einrichtung der AWO geführt. Der Rat beauftragte die Verwaltung, mit diesem bewährten Träger des Leverner Kindergartens einen Mietvertrag über die Nutzung der umgebauten Räume in der alten Volksschule abzuschließen.

Die AWO zeigt sich dazu bereit. Sie hatte im Vorfeld den deutlichen Wunsch nach einer drei­gruppigen statt einer zweigruppigen Einrichtung an der Buchhofstraße geäußert, um so mehr Platz in der jetzigen Einrichtung in der Straße Obere Horst zu ermöglichen. Dies sei dringend erforderlich, hatte die AWO mit Blick auf den hohen Belegungsdruck betont.

Zuschuss von 250.000 Euro

Kai Abruszat sieht in der Umbaulösung in der Volksschule entscheidende Vorteile gegenüber einem Neubau – etwa im künftigen Wohnquartier Historischer Stiftsort. Die von Leverner Eltern dringend eingeforderten neuen Kita-Plätze seien relativ schnell zu realisieren.

Die Gemeinde bekomme für den Umbau zur Kita einen Zuschuss von 250.000 Euro vom Land – aus Mitteln der Dorferneuerung. Außerdem rechnete die Gemeindeverwaltung vor, dass die jährlichen Mieteinnahmen von der AWO in Höhe von 46.613 Euro in etwa 20 Jahren den Aufwand aus der Abschreibung für das Gebäude übersteigen sollen.

Ganz aktuell wurden noch Bedürfnisse der Leverner Grundschule berücksichtigt, die dem Gebäudekomplex angegliedert ist. Sie erhält 150 Quadratmeter zusätzliche Fläche – und somit mehr Platz als im ursprünglichen Entwurf des Architekten vorgesehen.

Sitzungsunterbrechung

Vor der Abstimmung kündigte Hermann Gesenhues an, dass sich die Grünen bei den Abstimmungen zum Kita-Umbau und Rathaus-Anbau enthalten wollten. Seine Begründung (siehe Bericht unten) löste im Rat eine längere Diskussion aus. Zudem beantragte die SPD eine Sitzungsunterbrechung. Danach erklärte Fraktionsvorsitzender Wilhelm Riesmeier, man stelle den SPD-Ratsmitgliedern frei, wie sie sich bei der Abstimmung verhalten würden, weil es in der Fraktion unterschiedliche Meinungen gebe. „Bei uns gibt es keinen Fraktionszwang“, sagte Riesmeier, erntete dafür aber leises Gelächter aus den Reihen der CDU.

Tatsächlich stimmten die Sozialdemokraten nach ihrer Beratung unterschiedlich. Gegen die Projekte votierte zwar kein SPD-Fraktionsmitglied, allerdings enthielten sich mehrere Sozialdemokraten der Stimme.

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