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Twiehausen lässt Burg erwachen – Frustrierter Dracula muss Chips essen – »Weltstars«

Schaurig-schöner Spaß

Stemwede (WB). Stars aus den Musicals »Phantom der Oper«, »Sister Act« oder »Cats« haben sich beim Burgfestival in Twiehausen die Ehre gegeben, aber auch die »Village People« oder »Baby und Johnny« aus dem Kultfilm »Dirty Dancing«.

Heidrun Mühlke

Nur der Indianer (Rüdiger Hemann) suchte das Rampenlicht für das Comeback der »Village People« in Twiehausen. Foto: Heidrun Mühlke

Die Dorfgemeinschaft hatte zum knackig-bunten Gruselspaß ins Zelt an der alten Schule eingeladen. Das Zelt verwandelte sich für Freitag- und am Samstagabend in eine Burg, die es vor Hunderten Jahren in Hollwede, einem Teil von Twiehausen, gegeben hatte. Heute ist nur noch der Burggraben zu sehen und genau an dieser Stelle begann die schauerlich-schöne Party.

Merkwürdige Party-Besucher

Die Burgherrin, die grüne Hexe von Hollwede (in die Rolle war Angelika Piel geschlüpft), begrüßte die Zuschauer im rappelvollen Zelt und erklärte, dass die Burg »für Menschen nur alle 200 Jahre zu sehen ist« – und das auch nur bei Vollmond. Da in der Gegend sonst nicht viel los sei, habe sie beschlossen, zu einem Burgfestival einzuladen. Und zu dieser Monster-Party kamen denn auch allerlei merkwürdige Gestalten, schließlich galt es, Versäumtes von 200 Jahren nachzuholen.

So wurde gleich der erste Gast in einem Sarg per Nachtexpress vom transsilvanischen Paketdienst geliefert. Mit Hilfe von Frankenstein (Axel Dubbert) konnte das Paket geöffnet werden und heraus stieg ein mordshungriger Dracula (Waltraud Lange). Seinen Hunger musste er noch ein wenig unterdrücken, da bereits die ersten Gäste, Kinder aus ganz Twiehausen als Katzen verkleidet, auf die Bühne schlichen und zur Musik aus dem Musical »Cats« tanzten.

Die Schöne verschwindet wieder

Mit großem Appetit sah Dracula den nächsten Gästen entgegen. Sonnengereifte Menschen aus der Twiehausener Region. Trotz gesetztem Alters zeigten die Senioren fit und gelenkig flotten Rock ’n’ Roll mit dem Rollator. Von Dracula allerdings wurden sie verschmäht, aus Angst, sich an ihnen die Zähne auszubeißen. Aber in Christina Daaé (Ela Lange), die extra aus den Katakomben der Pariser Oper mit dem Phantom (Frank Lange) angereist war, hatte Dracula das geeignete Opfer entdeckt. Doch das Phantom machte ihm einen Strich durch die Rechnung und verschwand mit der Schönen wieder in der Unterwelt.

Trotz Twiehauser Appetithäppchen, Kakerlakenkindern, selbst gebastelten Nonnen und anderen Kaloriensünden sowie Überredungskünsten von Engel und Teufel musste Dracula hungrig bleiben. Am Ende hatte er es satt und machte sich gemeinsam mit der grünen Hexe über eine Tüte Chips her, bis auch die lang ersehnten Gäste eintrafen. Extra aus Amerika waren die »Village People« für ein Comeback gekommen. Leider hatte aber nur Winnetou (Reinhard Hemann) Lust aufs Rampenlicht, der dann die Puppen tanzen ließ.

Schon bei den Proben hatten alle viel Spaß

Zur jüngsten Auflage der Themen-Dorfabende hatten die Twiehauser einmal mehr alle Register gezogen. »Jung und Alt werden gleichermaßen eingebunden – und Spaß hatten sie schon während der Proben allemal«, erklärte Ortsheimatpflegerin Doris Blömker. Federführend in der Organisation war erneut Angelika Piel, die Unterstützung von Waltraud Lange hatte.

Sowieso gab es Unterstützung von allen Seiten, sei es beim Zeltaufbau, bei der Maske, der Ton- und Lichttechnik oder beim Schneidern und Basteln von Requisiten und Kostümen. »Eine schöne Gemeinschaftsleistung einer intakten Dorfgemeinschaft«, lobte Blömker, bevor sich die Akteure »Baby und Johnny«, alias Holger Tschense und Frank Lange von den begeisterten und tosend applaudierenden Zuschauern mit der Hebefigur von aus dem Film »Dirty Dancing« verabschiedeten.

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