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Yvonne Gebauer lässt sich Stemwedes Bildungslandschaft erklären

Schüler interviewen Schulministerin

Stemwede (WB). »Ich stehe für ein vielfältiges Schulangebot und dies gilt es zu erhalten.« Klare Aussage von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bei ihrem Besuch in Stemwede. Zwar gab es keine Garantie für den Erhalt der weiterführenden Schule im Ort, doch berief sich die Ministerin auf den Koalitionsvertrag.

Michael Nichau

Neue Medien an den Schulen: NRW Schulministerin Yvonne Gebauer (links) hat sich von den Schülerinnen der Jahrgangsstufe acht, Melissa Braun, Aischa Schander und Anastasia Groß (rechts), befragen lassen. Lehrer Michael Niehaus hat das Projekt der Stemwe der-Berg-Schule erläutert. Schüler sollen Öffentlichkeitsarbeit machen, vielleicht auch für die Gemeindeverwaltung. Foto: Michael Nichau

Und der sichert den Sekundarschulen die Weiterführung zu, auch wenn sie im Lauf ihres weiteren Lebens einmal zweizügig werden sollten. »Wir müssen die kleinen Grundschulen erhalten und auch die weiterführenden Schule im Blick behalten«, sagte Gebauer vor Vertretern des Gemeinderates und vor den Schulleitern der Grundschulen und der Stemweder-Berg-Schule. »Wir brauchen Planungssicherheit für unsere Schulen«, betonte Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat gegenüber seiner Parteifreundin, die er noch aus seiner Zeit im Landtag kennt. Dementsprechend machte Abruszat Mut, die »demografische Delle« nicht ganz so ernst zu nehmen.

»Schweres Erbe«

Gebauer gab zu bedenken, dass sie »ein schweres Erbe« von der früheren SPD-Landesregierung übernommen habe. Seit acht Wochen sei sie im Amt und es würde deutlich, dass die Themen Inklusion und Integration sowie die Digitalisierung und der Umstieg vom G8- auf das G9-Abitur Vorrang genießen würden. »Bei der Inklusion wollen wir diesen Weg weitergehen, aber wir müssen in Teilen umsteuern«, sagte Gebauer. Auch die Integration von Flüchtlingskindern an den Schulen (in den Vorjahren waren es etwa 40 000) stelle die Bildungseinrichtungen und auch die Kommunen vor enorme Herausforderungen, meinte sie.

Bei der Wieder-Umstellung auf das Abitur nach Klasse 12 (G9) dränge angesichts der bürokratischen Hürden die Zeit. Man wolle bis 2019/20 das Ziel erreichen, hieß es.

Neue Grundsätze

»Qualität vor Tempo« laute der Grundsatz bei allen Aufgaben, denn sonst »können die Lehrer ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden«. Auch müsse der Bund Mittel bereitstellen: »Allein aus Landesmitteln ist eine solche Bildungsoffensive nicht zu bewerkstelligen. Bildung darf auch nicht vom Standort abhängig sein«, sagte die Ministerin.

Und so kam das ländliche Stemwede ins Gespräch: Die Schulleiter lobten ausdrücklich das Engagement des Schulträgers bei der Ausstattung mit digitalen Medien, speziell den Tablet-PCs mit denen bereits gearbeitet wird. »Das Lob erfreut mich. Der Gemeinderat ist von großer Kollegialität geprägt, speziell, wenn es um die Ausstattung der Schulen geht. Das ist nie ein Streitpunkt, sondern immer ein gemeinsames Ziel«, erklärte Kai Abruszat.

Gemeinde ist Vorreiter

Doch auch in anderer Hinsicht zeige sich die Gemeinde als Vorreiter: Sie ist eine von elf Modellkommunen für das so genannte »Modern Government«. Dabei soll Verwaltung über neue Medien mit der Bevölkerung vernetzt werden. Zu denken ist etwa an An- und Abmeldungen und ähnliches. »Elternbeiträge online« gebe es bereits und bald würde »Open Data« folgen, betonte Schulamtsleiter Jörg Bartel. Dabei würden Daten über das Kommunale Rechenzentrum für die Bürger zugänglich gemacht werden. »Bis Ende des Jahres wollen wir online gehen und diesen Service weiter ausbauen.«

Ein weiterer Schwerpunkt sei mögliche neue Öffentlichkeitsarbeit. Dabei erläuterte Michael Niehaus, Lehrer an der Sekundarschule, ein Social-Media-Projekt, an dem die Schüler mitwirken sollen. Denn: Sie sind die Experten für die sozialen Netzwerke, könnten Informationen schnell weitergeben. Die klassische Schülerzeitung und Medien würden sich verzahnen lassen und Schüler könnten Öffentlichkeitsarbeit auch für die Gemeinde machen. Das schule Verantwortung und Kompetenz beiden Jugendlichen. Man müsse aber Niveau erreichen. Ein Beispiel zeigten die Schülerinnen Melissa Braun, Anastasia Groß und Aischa Schander. Sie führten ein Interview mit der Ministerin und wollen dies online stellen. Diese Aufgabe haben sie schon recht professionell gelöst.

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