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Hauptversammlung mit Verspätung: „Keine Monsterwindparks in Stemwede“

Veto kämpft weiter gegen Windräder

Stemwede (WB). Mit gut zehnwöchiger Verspätung ist die Hollweder Bürgerinitiative „VETO“ mit den wiedergewählten Vorsitzenden Rainer Wehdebrock und Kai Clausjürgens in das neue Geschäftsjahr gestartet. Mit dem „Segen“ des Stemweder Rathauses durfte am Mittwochabend unter erhöhten Hygienebedingungen die mehrfach verschobene Jahresversammlung abgehalten werden.

Silvia Steinkamp (Schriftführerin), Marion Wehdebrock (Kasse), Rainer Wehdebrock und Kai Clausjürgens (von links), sowie die weiteren Vorstandsmitglieder werden weiterhin alles tun, um Stemwede einen Windpark in der Babbelage zu ersparen.

Die Formalitäten der inzwischen siebten Hauptversammlung waren schnell erledigt, Protokoll, Kassenbericht, Entlastung des Vorstands und die einstimmige Wiederwahl gingen gewohnt zügig von der Hand. Einzige Änderung ist das turnusgemäße Ausscheiden von Kassenprüfer Oliver Siebe, dessen Stelle Dieter Rohlfing übernimmt.

Versammlung ist stets diskussionsreich

Traditionell beansprucht bei den Versammlungen der Bürgerinitiative die Abteilung „Verschiedenes“ die meiste Zeit, so auch am Mittwochabend. Wie immer belebte ein reger Informations- und Erfahrungsaustausch die Diskussion, an der sich alle Teilnehmer, auch über die ungewohnte räumliche Distanz hinweg, gern beteiligten. Im Konsens wurde vereinbart, den Kontakt zur Lokalpolitik zu stärken und weiterhin, auch unter erschwerten Bedingungen, öffentliche Informationsarbeit in Kooperation mit befreundeten Bürgerinitiativen aus der Nachbarschaft zu betreiben. In Planung sind mehrere Veranstaltungen mit Lokal- und Landespolitikern und der weiteren Ausbau des Info-Portals auf der Website windmonster.de.

„Es kann nicht sein, dass wir einerseits immer häufiger bei starkem Wind unseren bereits teuer bezahlten Strom ins Ausland verschenken beziehungsweise die Abnehmer für die Ableitung bezahlen müssen und andererseits neue Monsterwindparks planen, ohne dafür ein stabiles Leitungsnetz und die entsprechenden Speichermöglichkeiten geschaffen zu haben“, brachte Wehdebrock es auf den Punkt.

CO2-Steuer ist das einzig effektive Mittel

„Was nützt es denn, wenn uns die großen Anlagen vor die Nase gesetzt werden und wir trotzdem gezwungen sind, regelmäßig den Strom, den wir vorher verschenkt haben, bei Flaute wieder teuer aus dem Ausland zu beziehen, und das ist dann kein Ökostrom sondern Kohle oder Atomstrom!“

„Das Gelingen einer weltweiten Energiewende mit dem Ziel maximaler Klimaschutz ist garantiert nicht durch die maßlose Inbetriebnahme von Windparks im deutschen Alleingang zu bewerkstelligen, sondern bedarf einer generellen Senkung der CO2-Emissionen in allen relevanten Sektoren, also auch in Industrie und Verkehr“, beschloss der Vorsitzende seine Ausführungen und bedankte sich nochmals bei den Mitgliedern für die Aufmerksamkeit und die Spenden, die im Verlauf des vergangenen Jahres in die Vereinskasse eingingen.

Ginge es nach ihm, so Wehdebrock, wäre eine globale, ausnahmslose CO2-Steuer das Mittel um unser Klima nachhaltig zu schützen oder zumindest die weitere Erderwärmung in den Griff zu bekommen.

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