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Einst bedeutsam, heute vergessen: Stemweder Geschichtskreis arbeitet Geschichte auf

Vom Niedergang der Ziegeleien

Stemwede (WB). Zu den besonderen Attraktionen in Levern gehört zweifellos auch das urige Heimathaus auf dem Stiftshügel. Zum Tag des offenen Denkmals gaben die Initiatoren Einblicke in das örtliche Leben im frühen 19. und 20. Jahrhundert.

Heidrun Mühlke

Der Geschichtskreis im Heimathaus Levern hat viel anschauliches Informationsmaterial über die alten und einst so bedeutsamen Stemweder Ziegeleien zusammengetragen. Heinrich Rust (vorn) zeigte den geschichtsinteressierten Besuchern Gertrud Premke, Reinhard Greger, Erika Latzel, Karin Klanke (v.li.) und Lore Röttcher (sitzend) die umfangreiche Mappe. Foto: Heidrun Mühlke

Neben vielen geschichtsträchtigen Exponaten sorgt der Geschichtskreis, der sich regelmäßig trifft, um Themen mit Zeitzeugen zu recherchieren, für spannende Einblicke aus früheren Zeiten. Jüngst hat sich der Geschichtskreis um Heimathausleiter Heinrich Rust mit den hiesigen Ziegeleien beschäftigt.

Betriebe wie an einer Perlenschnur entlang

»Der Boden im Kirchspiel Levern hat einen Geländezug mit reichhaltigem Tonvorkommen. So hat es sich damals im 19. Jahrhundert angeboten, dieses Vorkommen zu nutzen«, erklärte Rust. Dieser Geländezug erstreckte sich vom östlichen Sundener Hügel bis zum Leverner Wald und weiter nach Twiehausen. »Wie an einer Perlenschnur entlang sind dort die Ziegeleien entstanden. Um 1900 waren es zehn Fertigungsstätten«, sagte der Heimathausleiter.

Nicht mehr konkurrenzfähig

In Sundern, Niedermehnen und Twiehausen wurden sie zwischen 1831 und 1898 gegründet. Die Mitarbeiterzahl war überschaubar sie bewegte sich zwischen drei und sechs Personen, gearbeitet wurde nur in der frostfreien Zeit. Die Umstellung auf die damals sehr moderne Dampftechnik haben nur drei Ziegeleien vollzogen. So blieben die anderen Ziegeleien nicht mehr konkurrenzfähig und stellten nach und nach bis zum ersten Weltkrieg ihre Produktion ein.

Älteste Ziegelei stand in Levern

Aber auch Betriebe, die auf Dampftechnik umgestellt hatten, waren bald nicht mehr konkurrenzfähig: Sie stellten ihre Produktion von 1960 an bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ein.

»Die älteste Ziegelei befand sich allerdings in Levern. Die Teylersche Ziegelei, auch als Stiftsziegelei bekannt, ist bereits um 1650 gegründet worden«, erklärte Rust. Sie habe in der Masch gelegen. Das umfangreiche Info-Material zu diesem Thema bietet der Geschichtskreis jetzt an den Öffnungstagen oder bei Führungen im Leverner Heimathaus zur Einsicht an.

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