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Diebe schlagen am Stemweder Trinkwasser-Hochbehälter in Arrenkamp zu

Wer stahl das Zauntor?

Stemwede (WB). Stemwedes Wasserwerksleiter Ulrich Hüffmann ist sauer. Dort, wo sonst ein stabiles eisernes Tor das Gelände des Trinkwasser-Hochbehälters schützt, muss seit Montagmorgen ein provisorischer Bauzaun mit einem Vorhängeschloss stehen.

Dieter Wehbrink

Stemwedes Wasserwerksleiter Ulrich Hüffmann hat provisorisch ein Tor aus Baustellen-Zäunen aufstellen lassen. Unbekannte Täter stahlen das massive Eingangstor des Hochbehälter-Geländes in Arrenkamp. Foto: Dieter Wehbrink

»Unbekannte Täter haben das Tor am Wochenende vermutlich nachts abgebaut und gestohlen«, ärgert sich Hüffmann. »Der Schaden, der der Gemeinde Stemwede – und somit ihren Steuerzahlern – entstanden ist, beträgt mit der Neubeschaffung eines Tores samt Montage etwa 2500 Euro.«

2018 verschwanden Bleche

Es ist wohl die extrem abgelegene Lage des Gebäudes am Raidehnsweg, hoch oben am Stemweder Berg gelegen, die Diebe magisch anzieht. Erst im vergangenen Jahr kletterten unbekannte Täter über den Zaun und bauten große Mengen von Blechen ab, mit denen Wände abgedeckt wurden. Die Bleche verschwanden auf Nimmerwiedersehen. »Damals betrug der Schaden 3500 Euro«, erinnert sich Ulrich Hüffmann. Wer am vergangenen Wochenende etwas Verdächtiges am Raidehnsweg (in der Nachbarschaft der Friedhofskapelle Arrenkamp) beobachtet hat, sollte dies der Polizei oder der Gemeinde Stemwede melden. »Wir haben natürlich Anzeige bei der Polizei erstattet«, sagt der Wasserwerksleiter.

Wasserwerk nutzt das Gefälle

Er ist froh, dass zumindest das Schloss zum Gebäude unversehrt war und die Täter offenbar am Inneren der Einrichtung kein Interesse hatten. Der Hochbehälter am Stemweder Berg ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Trinkwasserversorgung der Stemweder Bürger. Anders als in der Nachbarstadt Rahden, wo das Trinkwasser mit künstlich erzeugtem Druck in die Wasserhähne der Bürger gelangt, setzt die Gemeinde auf das Gefälle des Stemweder Berges.

Die Wasserwerke Dielingen und Destel pumpen das Wasser hier hoch auf den Behälter in Arrenkamp. Von dort aus gelangt es über Gefälleleitungen in die Stemweder Haushalte. Lediglich unterwegs, auf den Weg in Richtung Arrenkamp, wird Trinkwasser entnommen, wo es sinnvoll ist.

Der 1800 Kubikmeter umfassende und 110 Meter über dem Meeresspiegel liegende Arrenkamper Frischwasser-Hochbehälter erfüllt auch eine wichtige Funktion zur Speicherung von Feuerlöschwasser. Bei Großbränden entnimmt die Feuerwehr große Mengen aus dem öffentlichen Leitungsnetz, ohne dass die Versorgungssicherheit leidet.

Probleme bei Hitze und Trockenheit

»Als es so heiß und trocken war und die Bürger so viel Wasser entnahmen, war es im Hochbehälter an manchen Tagen allerdings kritisch«, sagt Hüffmann. »Teilweise kam hier in Arrenkamp kaum noch etwas an.«

Mittlerweile habe sich die Lage jedoch stabilisiert, sagte Hüffmann. Die Gemeindeverwaltung denke angesichts der vergangenen zwei trockenen Sommer darüber nach, in den nächsten Jahren eine zweite Filterstraße im Wasserwerk Dielingen einzubauen und eventuell einen weiteren Brunnen zu bohren. »Entscheiden muss dies natürlich die Stemweder Lokalpolitik«, betonte Hüffmann.

Bei zwei Brunnen Förderung gedrosselt

Derzeit sei in vielen Bereichen von Stemwede das Grundwasser bis zu drei Meter unter der Erdoberfläche abgesackt. »Im Wasserwerk Dielingen, wo die Brunnen 17 Meter tief sind, wurde das Wasser ebenfalls etwas knapper. Wir haben bei zwei Brunnen die Fördermengen vorsorglich minimal gedrosselt.«

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